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24. Spaziergang im Unbefleckten Garten Mariens – Die Fürsorglichkeit
1. Erkundung des Unbefleckten Gartens
In dem Unbefleckten Garten lässt der Schöpfer sehen, welche Absichten Er mit dem Irdischen Paradies hatte. Alle Funktionen, durch welche die Seelen versuchen müssen, ihre Berufung, ihren Lebensauftrag zur vollen Frucht zu bringen, hat Gott für diejenigen Seelen, welche es durch das Wirken der Gnade entdecken dürfen, in der Natur auf anschauliche Weise dargestellt. Dies sind die Tulpenfelder in diesem wiedergeborenen Paradies.
Die Tulpe scheint all dem Lebenden eine Geschichte beschützender Sorge erzählen zu wollen: Sie schließt ihre Blumenblätter gleichsam wie beschützende Hände um ihre Fruchtknoten (ihre Staubgefäße) herum: ein Symbol für Fürsorglichkeit.
Die Fürsorglichkeit ist eine Tugend, die von jeder Seele verlangt wird und die in vielen Seelen zu einem großen Element ihrer Lebensaufgabe auswachsen wird. Dies ist so für die vielen Frauen, die manchmal unzufrieden sind, weil sie in sich die „Leere“ eines Lebens ohne Berufsausübung außer Hause fühlen. Sie vergessen, dass die Göttliche Vorsehung ihnen eine umfangreiche und ganz wichtige Lebensaufgabe anvertraut hat: jene der Hausfrau und oft der Mutter und Ehefrau. Auf diese Frauen setzt der Schöpfer Seine Hoffnung für den Ausbau eines liebevollen Fundaments für die Zukunft Seiner Schöpfung.
Dies sind die Äußerungen der Fürsorglichkeit in der größten der Seelen: Maria. Keine andere Frau ist jemals mit einem vollkommenen Kind gesegnet worden. Maria war die Mutter des Mensch gewordenen Sohnes Gottes. Ihr Umgang mit dem aufwachsenden Jesus war kein vollkommener Maßstab für dasjenige, was Gott von einer Mutter erwartet; denn Ihr Kind hatte nicht im wahrsten Sinne des Wortes „Korrektur“ und „Erziehung“ nötig: Es war vollkommen. Und doch… Der Gottmensch wurde mit der ausdrücklichen Voraussetzung in die Welt gesandt, dass Er alle menschlichen Schwächen durchmachen soll.
Hören wir, was die Königin mir vergönnt hat, als Göttliche Verordnung zu hören, von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in einem Augenblick ausgesprochen, in dem die Menschwerdung der zweiten Göttlichen Person beschlossen wurde:
„Jetzt, da die Fülle der Zeit dazu angebrochen ist, verordnen Wir, Gott all des Geschaffenen, dass Wir als Gottmensch zur Erde niedersteigen werden, um dort während der in unserer Weisheit festgesetzten Zeit ein Leben im Fleische zu führen. Wir werden unsere Gottheit behalten, doch gleichzeitig das Bewusstsein aller menschlichen Sinnesebenen annehmen. Wir werden Uns zu diesem Zweck dem makellosen heiligen Schoß der von Uns für alle Zeiten auserkorenen „Mär-i-am“, des Ozeans von Macht und Heiligkeit, anvertrauen.
Unter der Voraussetzung, dass Sie Ihre Zustimmung für die Erfüllung Unseres Göttlichen Ratschlusses durch Ihr jungfräuliches Fleisch Unserem Botschafter erkennbar macht, wird für Uns in diesem Fleisch der Werdegang als ‚der Mensch’ einen Anfang nehmen. Wir werden das Fleisch umarmen, um es in all seinen Schwächen durch Unsere freiwillige Selbstaufopferung zu heiligen. Durch diese Selbstaufopferung werden Wir die Menschheit aus der ewig dauernden Finsternis erlösen, die sie über sich herab gerufen hat. Dazu werden Wir während der festgesetzten Anzahl an Jahren nicht erlauben, dass die Erfahrung des Menschseins von Unserer Gottheit verhindert wird, die dennoch ebenso sehr Unser wahres Wesen bleiben wird.
Dadurch werden Wir den Seelen den wahren Weg zeigen, Unsere Werke der Erlösung und Heiligung durch ihre Nachfolge Unseres Vorbildes in sich zu vollziehen; denn durch die Unantastbarkeit ihres freien Willens würde gemäß dem Gesetz Unserer Gerechtigkeit die Erlösung nicht vollkommen sein, wenn sie den Seelen aufgezwungen würde, ohne ihre eigene Annahme und ihren eigenen Beitrag. Der erste Ansatz zu dieser Annahme und diesem Beitrag wird Uns von Jener gebracht werden, Die Wir zur innigsten Einswerdung mit Uns in Fleisch und Geist auserkoren haben und Die zu diesem Zwecke von Uns bestimmt ist, für Zeit und Ewigkeit die wahre Königin des Geschaffenen zu sein.“
Diese verzückenden Göttlichen Worte zeigen an, dass der kleine Jesus Mensch wie alle Menschen sein wollte. Also musste Maria Mutter wie alle Mütter sein.
Dennoch sehe ich den aufwachsenden Jesus als ein Kind, das Seinen Himmlischen Ursprung nicht ganz und gar verbergen kann. Er spielt mit anderen Kindern und Er tut dies auch schon mal mit einem solchen Feuereifer, dass Er Seiner Mutter Herzklopfen verursacht; denn Er hält nichts davon, aus Seiner Begeisterung einen Hehl zu machen. So wie jedes Kind tut Er Sich schon mal weh, fühlt Sich manchmal mehrere Tage nicht sehr gut… Aber Er tut sich auf auffallende Weise durch Seinen Mangel an Untugenden hervor.
Ich höre Ihn manchmal Seinen Spielkameraden die Leviten lesen, wenn diese Unfug treiben wollen, und ich sehe, wie Er mit Seiner Mutter umgeht: ganz und gar Dienstbarkeit, Hilfsbereitschaft, Gehorsam. Ich sehe Ihn an einem Sommerabend. Die Sonne steht bereits tief. Er spielt mit intensiver Hingabe zusammen mit drei anderen kleinen Jungen. Einer Seiner kleinen Spielkameraden wird von dessen Vater abgeholt, um mit ihm nach Hause und zu Bett zu gehen. Der kleine Junge murrt dagegen. Jesus sagt ihm:
„Geh doch; denn in der Nacht will Gott Sich über die Ruhe Seiner Geschöpfe erfreuen. Schau, die Sonne begibt sich bald zur Ruhe, die Vögel zwitschern nicht mehr, sie sparen ihr Lied für die Morgendämmerung. Die Blumen schließen sich, um den neuen Tag in Schönheit begrüßen zu können. Sie erfreuen ihren Schöpfer. Würdest du Ihm wirklich diese Freude nicht gönnen?“
Der Junge geht mit seinem Vater mit und verspricht, am folgenden Tag wieder zu kommen. Der Vater ist entzückt. Maria ruft Jesus. Offenbar hat Sie Seine kleine Rede gehört; denn Sie lächelt und sagt: „Wer die Worte von Gottes Geist wie ein Bett für die Seelen ausbreitet, möge sich als erster in dasselbe Bett zur Ruhe legen.“ Der kleine Jesus gehorcht blindlings und geht mit Ihr hinein.
Die Fürsorglichkeit ist das Vermögen, für alles Sorge zu tragen, was Gott der Seele anvertraut hat, und dies auf die Weise zu tun, auf die es Gottes Plänen am Besten dient. Maria entspricht in jeder Hinsicht Gottes Erwartungen Ihr gegenüber als Mutter, doch um Sich auf diesem Gebiet ganz und gar zu beweisen, ist Ihre Rolle als Mutter des Gottmenschen ungenügend, weil Er so gehorsam und folgsam ist. Der Gott der Vorsehung wird Ihr aber Chancen geben, Ihre Vollkommenheit in der Fürsorglichkeit zum Ausdruck zu bringen.
Ich sehe, wie Maria Sich regelmäßig verschiedener kleiner Jungen erbarmt, die mit Jesus spielen, die aber auch von Ihr unterrichtet werden. Bemerkenswert genug ist es oft der kleine Jesus, der Sie bei den Dingen einbezieht. Ich sehe, wie Jesus mit Seinen Freunden über religiöse Themen spricht und dann, sobald die Jungen über etwas nicht ganz einig werden, Seine Mutter als Autoritätsperson zur Unterstützung dazu ruft. Maria gibt ihnen dann Ihre Auffassung auf eine solche Weise zur Kenntnis, dass sie Ihr wie hypnotisiert zuhören. Und Jesus… schaut stolz und zufrieden zu. So sehe ich Maria in „normalen“ Gegebenheiten als „Mutter“ beschäftigt: gegenüber „normalen“ Kindern.
Ab und zu bäckt Sie für Jesus und Seine kleinen Spielkameraden Honigkuchen. Sie tut dies auf der Basis von Mehl, das Sie regelmäßig von befreundeten Frauen bekommt, Olivenöl, das Sie in der Regel auf dem Markt in Nazareth anschafft, und Honig aus dem Bienenkorb, den Sie Selbst in Ihrem eigenen Garten hat. Das Essen dieses Kuchens (von den Jungen, nicht von Maria) wird in der Regel von spirituellen Unterrichtungen umrahmt, die Sie den Kindern gibt, gewöhnlich auf Veranlassung bestimmter Bemerkungen eines von ihnen, auch von Jesus.
Ich beobachte, wie Sie mit den Kindern umgeht. Sie gibt keine Befehle, Sie bekommt alles von ihnen getan, indem Sie sie derart im Kern ihres Herzens anspricht, dass sie sich auf liebevolle Weise ganz und gar in dasjenige aufgenommen fühlen, was von ihnen verlangt wird.
So sehe ich, wie Jesus im Garten beim Häuschen zu Nazareth mit einigen kleinen Freunden spielt. Sie gehen außergewöhnlich tief in ihrem Spiel auf und scheinen für ihre Umgebung tot zu sein, mit Ausnahme von Jesus, den ich regelmäßig zur Gartentür blicken sehe, wo Maria beschäftigt ist, einige Gegenstände zu säubern. Offenbar ist Ihr Wasserkrug schneller leer geworden, als Sie erwartet hatte; denn ich sehe, wie Sie mit einem eher bedenklichen Blick zu dem Krug schaut.
Jesus hat es bemerkt und unterbricht (zur sichtbaren und hörbaren Enttäuschung Seiner kleinen Freunde) das Spiel, um zu Seiner Mutter zu eilen. Er bietet Ihr an, für Sie zum Brunnen zu gehen. Sie sagt Ihm aber, dass dies keine gute Idee sei, da Sein Nährvater soeben nach Ihm gefragt habe, weil er ein bisschen Hilfe in seiner Werkstatt brauchen könne. Jesus geht zu Josef, und inzwischen wird an der Vordertür geklopft. Maria muss öffnen und wagt es daher, einen der kleinen Spielkameraden von Jesus im Zusammenhang mit dem Wasserproblem um Hilfe zu bitten. Der Junge scheint etwas enttäuscht zu sein, weil Jesus plötzlich verschwunden ist, und kommt ungern auf Maria zu.
Ich werde Zeuge der folgenden Szene:
Maria: “Willst du für Mich Wasser holen, Liebling?”
Kleiner Junge: (Schaut sich zu den anderen Kindern um und zögert): “Ja, aber…”
Maria: “Weißt du, was geschieht, wenn du dem Nächsten hilfst?”
Kleiner Junge: (zögert): “Ich weiß es nicht.”
Maria: “Dann wird Gott ganz glücklich, und weißt du, warum?”
Kleiner Junge: (erstaunt):“Nein.”
Maria: “Weil du dann eine Seele glücklich gemacht hast, sodass diese dich noch mehr liebt, und je mehr die Seelen einander lieben, desto schneller sind Gottes Werke vollendet. Und dafür wirst du von Gott belohnt.”
Kleiner Junge: “Wie?”
Maria: “Er wird Engel in deinem Herzchen wohnen lassen, sodass du Freude fühlen wirst. Je mehr du verlangst, deinem Nächsten zu helfen, desto froher werden die Engel in deinem Herzchen. Jemand, der seinem Nächsten mit Freude hilft, wird Gottes bester Freund, und ihm wird auch von Ihm geholfen, all seine Enttäuschungen und seinen Kummer zu vergessen. Würdest du dies nicht wollen?”
Der Funke scheint ganz und gar überzuschlagen; denn der kleine Junge ruft noch einen kleinen Freund, und beide nehmen den Krug auf und ziehen mit frohen Gesichtchen ab.
Maria lebt Sich vollkommen in die Verfassungen Ihres Mitmenschen ein. Sie sorgt Sich fortwährend für dessen innere Nöte. In Ihrem Umgang mit Kindern sehe ich auf vortreffliche Weise, wie Sie sie in allem, was Sie tut und sagt, an erster Stelle in den Tugenden erzieht. Sie tut dies nur selten, indem Sie Gebote oder Verbote auferlegt, sondern nahezu immer dadurch, dass Sie ein Vorbild vorlebt. Sie lässt sie selbst entdecken, wie sie die meiste Freude in ihrem Tun und Lassen finden können, indem sie ihren Mitmenschen Freude bereiten. So belohnt Maria sie durch liebevolle Worte und ein strahlendes Lächeln, damit sie den Wert von Hilfsbereitschaft und Gehorsam durch Veränderungen in ihrem eigenen Herzen lernen. So tun sie nicht etwas, weil der Ältere ihnen dieses sagt, sondern weil sie entdecken, welche Freude für sie selbst damit verbunden ist, wenn sie in das Verlangen ihres Mitmenschen einwilligen.
Maria webt gleichsam einen sanften Mantel, eine Atmosphäre geborgener Wärme um Ihren Mitmenschen herum und arbeitet auf diese Weise unbemerkt an dessen Seele. Er bzw. sie lernt (aufs Neue) die wirklichen Werte der reinen Seele zu empfinden: Die Übung aller Tugenden wird ihm bzw. ihr zu einer stillen Freude und Wohltat, sodass er bzw. sie die Nähe Gottes im eigenen Leben (wieder)entdeckt.
Wenn Maria Kinder beaufsichtigt, die zeitweise Ihrer Obhut anvertraut sind, straft Sie nicht so sehr die weniger guten Qualitäten ab: Sie sucht vielmehr das Gute und sucht zu helfen, dieses zu entfalten, um von da aus den ganzen Seelengarten in Blüte zu bekommen. Jede Seele betrachtet Sie wie einen Garten und jeden guten Punkt sieht Sie darin als eine Blume zwischen den Steinen von Untugenden oder schwierigen Punkten. Wenn Sie eine Blume bemerkt, hegt und stimuliert Sie diese derart, dass diese Tugend oder Qualität bald ganz und gar aufblühen kann und sich schnell aussäen kann, um so auch Problemkinder zu blühenden Gärten reifen zu lassen, in denen nicht mehr nur die Steine auffallen, sondern vor allem die Blumen. So erwirkt Sie, dass Seelen auch schneller sich selbst akzeptieren und besser mit sich selbst leben können.
Ähnliche Erfahrungen werden nämlich alle Seelen machen, die mit Maria in Kontakt kommen; denn die Fürsorglichkeit breitet sich auch zu Kontakten mit anderen Seelen als mit Kindern aus: Die Seele hat bis zu einem gewissen Grad auch die Sorge über Freunde und Bekannte.
Ich sehe, wie Maria mit Frauen umgeht, die eine Abneigung sich selbst gegenüber haben. Sie betrachtet diese Seelen als Gärten mit harten Felsblöcken, die von der Seele selbst mit Verachtung angesehen werden oder ihr abstoßend erscheinen. Maria „bearbeitet“ diese Seelen derart, dass sie beginnen, ihren eigenen Seelengarten anders zu sehen: Die Blumen der inneren Schönheiten breiten sich auch durch Marias sanfte, vorsichtige Einmischungen aus, und die Felsblöcke werden allmählich von den Seelen selbst als zierliche Felsgruppen gesehen, die ihrem Seelengarten etwas Besonderes geben: Die scharfen kleinen Kanten werden abgeschliffen und eventuelle Rückstände oder Spuren von ihren Komplexen über sich selbst geben ihnen keinen Anstoß mehr. So gibt Sie jeder Seele ein besseres Gefühl über sich selbst. Sie erreicht dies an erster Stelle, indem Sie in Gesprächen mit diesen Seelen kein einziges negatives oder entmutigendes Wort spricht. Diese Seelen hören aus Ihrem Mund nichts als positive Dinge und werden so mit Gott in ihrem eigenen Leben in Kontakt gebracht: eine Vergegenwärtigung von Liebe, Sanftmut und Frohsinn.
Die Fürsorglichkeit in Marias Verfassung kommt ebenfalls in Ihrer Haltung gegenüber Josef, Ihrem Lebensgefährten, zum Ausdruck. Sie verhält Sich ihm gegenüber wie eine Art Schutzengel und ist so total auf seine Bedürfnisse eingestellt, dass er Sie immer genau in den Augenblicken „findet“, in denen er Sie am meisten braucht. Ich sehe und höre Sie ihn ermutigen, wenn die Arbeit ihm Sorgen macht oder wenn er einen Auftrag für einen Menschen ausführen muss, der unredlich oder gottlos ist. Ich sehe, wie Sie alle Fragen aus seinem Geist weg bläst, wenn er unsicher über bestimmte Zustände ist, zum Beispiel wenn er sich Sorgen über Ihre (für ihn manchmal bemerkbare) Ermüdung macht.
Er verehrt Sie mehr als eine Königin; denn er weiß, dass Sie absolut keine „gewöhnliche“ Frau ist und er sieht, wie Sie mit allen Sorgen und Kreuzen des Lebens umgeht. Bis einschließlich der Stunde seines Hinscheidens zu Gottes Thron wird Josef in Maria eine Sonne von Frohsinn, Sanftheit, Fürsorglichkeit und Ermutigung finden, ein Vorbild, das er im Stillen preist. Ich sehe, wie er jeden Tag Gott mehrmals für Maria dankt, die ihm mehr wert ist als sein eigenes Leben. Ich sehe auch seinen Schmerz, wenn er aus unverständigen Menschenmündern Gerüchte über „seine Frau, die nicht so wie die anderen ist“, auffängt, mit allen dazugehörenden Spekulationen und Verdächtigungen.
Mit all diesen Sorgen beladen kehrt dieser dennoch außergewöhnlich liebliche und inbrünstig gottesfürchtige Mann oft abends heim, wenn er für die Arbeit einen Tag unter Menschen gewesen ist, und immer wieder kommt er daheim in einen Himmel strahlender, frohgemuter Liebe, die ihn in der Regel mit Scham über sich selbst erfüllt, weil er es zugelassen hat, dass die Sorgen ihn etwas wehmütig gemacht haben, während er weiß, dass Seine Lebensgefährtin noch größere Sorgen haben dürfte als er (weil Sie alle Lasten und Schwächen aller Seelen und Gottes Schmerz darüber empfindet).
Für Maria geht die Fürsorglichkeit viel weiter als „Pflichtbewusstsein“: Sie erfährt wirklich Freude bei den Gelegenheiten, an der Vollendung von Gottes Plan in Seelen mitzuwirken. Sie betrachtet Sich Selbst als eine Gärtnerin in Seelengärten. Sie ignoriert Sich Selbst dabei ganz und gar; denn Sie betrachtet die Fürsorglichkeit erst als ein würdiges Opfer an Gott, wenn der Mitmensch Ihren vollen Einsatz erhält. Um dieses totale Selbstopfer optimal bringen zu können, versorgt Maria auch Ihren Leib insofern, dass Sie verlangt, ihn als ein wirksames Abbüßungsinstrument instand halten zu können.
Zwar fastet Maria häufig, ist Sie häufig körperlich aus dem Gleis (und sucht niemals medizinische Hilfe) und opfert regelmäßig einen Teil Ihrer Nachtruhe auf, aber aus Fürsorge im Hinblick auf Ihre Dienstbarkeit gegenüber Gott sieht Sie nicht bewusst über bestimmte Signale Ihres Körpers hinweg. Wenn die Übermüdung Sie abzuhalten droht, die Sorge für Ihren Mitmenschen wahrzunehmen, weiß Sie, dass es Gott am meisten gefällt, dass Sie etwas ruht und Sich total in den Frohmut gibt.
Ich sehe auch, wie Maria heilkräftige Kräutermischungen in Getränken und Salben bereitet und dass Sie diese reichlich für alle körperliche Nöte Ihrer Mitmenschen zur Verfügung hält. Sie trägt sogar einige davon bei Sich, wenn Sie während des Öffentlichen Lebens Jesu durch das Land zieht.
In der täglichen Praxis Ihres Lebens zeigt Maria, dass Fürsorglichkeit sich für Sie sogar auf alle Geschöpfe erstreckt, die Ihrer Sorge anvertraut sind: Auch in Ihrem Umgang mit Tieren gibt Sie ein Beispiel für wahre Liebe. Ich sehe dies in der Weise, wie Sie die wenigen strahlend weißen Tauben behandelt, die Sie zuhause besitzt und denen Sie zu essen und zu trinken gibt. Ich sehe die Weise, wie Sie diese versorgt, wenn eine von ihnen eine kleine Verwundung zu haben scheint. Ich sehe Sie mit dem Esel beschäftigt, den Josef für die Reise nach Bethlehem angeschafft hat und mit dem sie eine Weile nach der Geburt Jesu die lange Reise nach Ägypten unternehmen sollten.
Ich sehe, wie Sie es sogar nicht unterlassen kann, verwundete Tiere unterwegs (ein Schaf, ein Böckchen, einen Vogel) zu versorgen und zu pflegen, Ihre heilkräftigen Kräuter und eine große Dosis Himmlische Liebe auf sie anzuwenden und diese (wenn dies irgendwie möglich ist, abhängig von der Art Ihrer Reise) in Sicherheit zu bringen, bis sie hinreichend wieder hergestellt sind, um das Leben in der Natur aufs Neue angehen zu können. Ihre zarte Sorge und Liebe lassen sogar die Tiere nicht ungerührt. Es scheint, dass auch Tiere Ihre Ausstrahlung der Gottheit bemerken; denn es ist ungewöhnlich, wie viele Tiere zu Maria kommen, wenn Sie durch das Land von Israel zieht. Sie weist kein einziges Tier zurück.
In einer kurzen Vision sah ich einmal, wie Maria ein (verirrtes?) Lamm streichelte. Es war am Rande einer weitläufigen Weide neben einem sandigen Feldweg. Bei Ihr standen noch einige Frauen, und zu einer von ihnen, die sich offenbar fragte, warum Maria anhielt, um ein Tier zu streicheln und ihm zuzusprechen, sagte Sie:
„Die Harmonie innerhalb Gottes Schöpfung hängt von der Zirkulation der Liebe ab, auch der Menschenseelen zu Tieren, sogar zu Pflanzen hin. Ist es denn so abwegig, Schwester, dass der Mensch sich darum kümmert, dass das Tier ihm nicht argwöhnen soll, sondern ihn als Freund betrachten möge? So hat der Schöpfer es bestimmt. Die Natur würde dem Menschen nicht feindlich gesinnt sein, wenn der Mensch nichts als Liebe über die Natur verbreiten würde. Es ist die Pflicht der Krone der Schöpfung, Gottes Liebe zu vergegenwärtigen, sogar zu den Tieren und Pflanzen hin.“
In dem Unbefleckten Garten lehrt der Schöpfer, dass Er Seine eigene vollkommene Fürsorglichkeit auch in die Natur gegossen hat: Das Irdische Paradies deckte alle Bedürfnisse des Menschen ab. Das Paradies, das Maria heißt, tut dies ebenso sehr und kann die Seelen zum ewigen Heil begleiten. Das tat Sie bereits während Ihres irdischen Lebens. Weil Sie die Seelen an Gott erinnern soll, ist Sie für alle Jahrhunderte Trägerin der größten Heiligkeit, Schönheit, Reinheit und Sorge.
2. Befruchtung der Seele im Unbefleckten Garten
Ich lasse mich durch die endlosen Schönheiten im Unbefleckten Garten von Maria, die eine liebevolle Fürsorglichkeit ausstrahlt, in Verzückung bringen. Ich biete Ihr mein Herz an, damit ich bereit bin, total in Ihr aufgenommen zu werden. Ich verlange so sehr, dass die Herrlichkeiten des Lustgartens der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in mich überfließen können.
„O Maria, Unbefleckte Königin von Zeit und Ewigkeit, wie sehr wünsche ich, in Deinem Garten mit der Saat des Göttlichen Lebens befruchtet zu werden.
Darf ich aus den Quellen Deiner unübertroffenen Heiligkeit trinken?
Darf ich von den Früchten Deiner Tugenden essen?
Darf ich mich mit dem Tau des Heiligen Geistes reinigen?
Darf ich an den Verzückungen Deiner Schönheit von Herz und Seele Anteil haben?
Darf ich den Schutz Deiner Macht über alle Versuchung und Sünde genießen?
Darf ich in Dir in der Brise der Ewigen Wahrheit aufgerichtet werden?
Geruhe, mich von der Schwäche meiner verletzten Seele zu heilen.
O Unbefleckter Garten aus Gottes Hand, geruhe, mir die vollkommene Einheit mit Dir zu erwirken, damit ich in Deiner Nachfolge zum Bild und Gleichnis Gottes werden möge.“
O Spiegel von Gottes Licht, während des Aufenthaltes in Deinem Unbefleckten Garten darf ich die Blumen und Früchte schauen, die der arme Garten meiner Seele braucht, um gesund und fruchtbar zu werden und zu bleiben. Ich bitte Dich, Deine Saat des Göttlichen Lebens mit Dir teilen zu dürfen:
1. Herrin meiner Seele, nichts kommt ohne Grund auf den Lebensweg einer Seele; denn Gottes Weisheit regelt jeden Kontakt. Ich bitte Dich, bewahre mich vor aller Nachlässigkeit im Umgang mit den Dingen und den Seelen, die die Göttliche Vorsehung unter meinen Schutz gestellt hat.
2. Herrin meiner Seele, für Dich war jeder Kontakt eine große Chance um Seelen auf Gottes Werke vorzubereiten. Ich bitte Dich, gieße in mich einen tiefen Sinn für Verantwortlichkeit in der Sorge für und der Behandlung von meinen Kindern oder anderen Seelen, die mir anvertraut sind, und den Tieren, die auf meinen Lebensweg kommen; denn sie sind ein Teil meines Lebensauftrages im Dienste von Gottes Werken.
3. Herrin meiner Seele, Dein wahres Lebensziel bestand daraus, Seelen zu Gott hinzuführen, damit Sein Reich auf Erden komme. Ich bitte Dich, wecke in meinem Herzen Deine eigene Liebe gegenüber allen Geschöpfen Gottes, damit ich mein Leben führe als eine ununterbrochene Opfergabe von mir selbst für ihr Heil und als ein würdiger Stellvertreter Gottes in ihrem Leben.
4. Herrin meiner Seele, Du warst eine Hilfe und Zuflucht für alle Seelen, die mit Dir in Berührung kamen. Ich bitte Dich, lass Dein eigenes Herz in mir klopfen und erwirke mir die wahre Beseelung durch Gottes Geist, damit ich helfe, in Seelen das Gute zur Reifung zu bringen und sie in Wort und Tat anzuregen, in ihrer Berufung für Gottes Reich zur völligen Entfaltung zu kommen.
3. Blüte des eigenen Gartens – Marias Frühling in der Seele
Die Tulpe kann die Staubgefäße nur in dem Maße schützen, wie ihre Blumenblättchen unter den Winden der Welt biegsam und stark sind. Wir können den Seelen auf unserem Lebensweg nur die wahre Fürsorge in dem Maße bieten, in dem unsere Wehrhaftigkeit gegen die Dinge der Welt größer wird; denn die Fürsorglichkeit, die Gottes Herz gefällt, verlangt eine positive Einstellung, die ganz und gar von dem Verlangen inspiriert wird, in allen Seelen das Beste nach oben zu bringen, damit sie ihrerseits beim Ziehen von Gottes Karren über die Wege zu Seinem Reich auf Erden stärker werden.
Diese Saat kann in uns zur Reifung gebracht werden, indem wir uns zwei Richtlinien vor Augen halten.
1. Suchen wir in jeder Seele auf unserem Lebensweg bewusst nach guten Punkten. Bedenken wir, dass wir Seelen erst wirklich zur Reifung bringen können, indem wir unsere Anstrengungen auf die Förderung ihrer guten Punkte richten.
2. Halten wir uns vor Augen, dass alles (Seelen und Gegenstände) in unserem Leben Gottes Eigentum ist. Lernen wir, uns selbst als Benutzer, Entleiher oder Mieter von allem auf unserem Lebensweg zu betrachten, niemals als Eigentümer. Unsere Kinder, unsere Haustiere, unser Haus, unser Garten, unsere persönlichen Gegenstände: alles wird von Gottes Vorsehung unter unsere Obhut gestellt, um uns in ganz bestimmten Tugenden zu vervollkommnen. Kinder (und Haustiere) können uns helfen, uns selbst in Geduld, Verträglichkeit, Opferbereitschaft, Liebe, Sanftmut, usw. zu üben. Gegenstände in unserem Leben dienen oft als Prüfungen in Hinsicht auf unseren Widerstand gegen Genusssucht, Materialismus und für die Entwicklung unseres Sinns für Einfachheit und Entsagung und weiter als Geschenke, um uns besser instand zu setzen, unserem Leben im Dienste Gottes bzw. Mariens einen optimalen Ertrag zu geben (Unterkunft, Nahrung, usw.: Wenn wir der Göttlichen Vorsehung wahrlich freies Auswirken in unserem Leben verleihen, bestimmt Sie sogar im weitgehenden Maße das Haus, in dem wir wohnen sollen, und die Nahrung, die wir essen).
Maria hat dies in Ihrem irdischen Leben in der Tiefe erfahren und lässt dies auch Ihre treuesten Jünger erfahren. Indem wir uns selbst niemals als Eigentümer der Dinge in unserem Leben betrachten, können wir uns selbst motivieren, mit Herz und Seele dafür zu sorgen. Betrachten wir unsere Kinder und Haustiere als Gottes Eigentum und wir werden es als unsere Pflicht von Liebe sehen, bis zum Äußersten für sie zu sorgen. Betrachten wir unseren Leib und unsere Seele als Marias Eigentum, sobald wir uns Ihr total geweiht haben, und wir werden noch besser auf unser ganzes Leben achten. In der Tat: Wenn etwas unser Eigentum ist, sind wir nur uns selbst gegenüber für jede Unzulänglichkeit Verantwortung schuldig, aber wenn es Gottes oder Marias Eigentum ist, werden wir eine zusätzliche Anregung erfahren, die Sorge dafür als ein Element unserer Lebensaufgabe zu betrachten.