23. Spaziergang im Unbefleckten Garten Mariens – Die Weisheit
1. Erkundung des Unbefleckten Gartens
Eine der größten Verzückungen im Unbefleckten Garten bietet sich dem Seelenauge des Besuchers beim Anblick der üppigen weißen Fliederblüten. Durch ihr schneeweißes Äußeres nehmen sie das Licht der Sonne optimal auf. Wenn diese herrlich duftenden Büschel aber während ihrer Blüte plötzlich Regen zu erleiden bekommen, werden sie braun. Dies ist das mächtige Symbol, das Gott in diesem herrlichen Strauch für diejenigen Seelen verborgen hat, die verlangen, Seine Weisheit zu kennen: Wenn er das Sonnenlicht (Gottes Licht) maximal in sich „auftrinkt“, bildet er schneeweiße Blüten, strahlend rein und mit einem verzückenden Parfüm, doch sobald das Licht von Regenwolken abgeschnitten gewesen ist, verliert er seine Ausstrahlung von Licht, verwelkt und verliert seinen Duft. Sobald die Seele sich von Gottes Licht abschneidet, verwelkt sie.
Die Weisheit verbirgt sich in dem Vermögen der Seele, Gottes Licht ganz und gar in sich aufzunehmen und dadurch einen tiefen Einblick in die Ewige Wahrheit zu erwerben. Die Seele erwirbt dann gleichsam Einblick in Gottes Motive, erwirbt das Vermögen anzufangen, den tieferen Sinn Seiner Beweggründe und Seiner Gesetze zu verstehen. In der Seele, die eine hoch entwickelte Weisheit besitzt, wird das Weltliche (Stoffliche) gleichsam als sehr nebensächlich demaskiert, als irreführend und bedrohend für die Gesundheit der Seele und ihre Vereinigung mit Gott. Diese Seele erwirbt dabei Scharfsicht in die listigen Strategien der Kräfte der Finsternis, welche die Seelen an alles, was weltlich ist, versklaven wollen, um sie dadurch zu hindern, sich von allem loszumachen, was die Reifung ihres inneren Keims von Heiligkeit fördern kann.
Die Weisheit ist also wie ein Mantel von Licht, der das Herz ganz und gar auf das Himmlische richtet und gleichzeitig die Seele gegen alle Finsternis abschirmt. Das Licht scheint in die Finsternis, und gerade durch die Weisheit untergräbt das Licht alle bedrohlichen Wege der Finsternis; denn es lässt die Seele mit Klarheit sehen, wie falsch all das Weltliche und rein Menschliche ist. In dem Maße, wie das Göttliche Licht beginnt, in der Seele intensiver zu strahlen, indem es sie die tieferen Wahrheiten schauen lässt, wird die Seele die Weisheit als eine Fähigkeit entwickeln, die verschiedenen Elemente von Gottes Wahrheit, Seine Gesetze und Seine Mysterien miteinander in Verbindung bringen zu können und gleichsam „mit Gottes Gedanken Kontakt zu bekommen“, also irgendwie zu „lernen, so zu denken, wie Gott denken würde“.
Die Seele bekommt dann Einblicke, kommt zu Erkenntnissen, zu denen sie mit menschlichen Überlegungen niemals kommen könnte, und sieht plötzlich die wahren Göttlichen Motive hinter vielen Dingen. So vertreibt die Weisheit Schritt für Schritt die Spuren weltlichen Denkens, Fühlens und Verlangens aus der Seele. Das Göttliche Licht wirft keine Schatten, wie es ein weltliches Licht wohl tut. Das Göttliche Licht durchdringt alles; denn es ist allgegenwärtig, an keine einzige natürliche Begrenzung gebunden und strahlt dadurch in alle Richtungen und von allen Orten aus in die Schöpfung.
Dadurch kommt es, dass die Seele, die eine hoch entwickelte Weisheit erworben hat, durch alle Dinge, Geschehnisse, Situationen und sogar durch andere Seelen hindurch zu sehen scheint: Alles scheint für diese Seele von Licht erfüllt, sodass alle geheimen oder unverstandenen Elemente Stück für Stück wegzufallen scheinen. Die Weisheit scheint für eine Art Kettenreaktion zu sorgen: Die Seele schaut “hinter die Oberfläche“ der Dinge und scheint die verschiedenen Elemente, die sie wahrnimmt, auf eine ungewöhnliche (nichtmenschliche) Weise miteinander in Verbindung bringen zu können, sodass sie plötzlich zu einem ganz anderen Gesamtbild kommt, als die Seele, die eine gering entwickelte Weisheit besitzt.
Dies alles gilt im allerhöchsten Maße für Maria. Sie durchschaut alle Dinge so, wie sie wirklich sind, ohne die geringste Einschränkung, ohne irgendeine Verblendung, ohne durch was auch immer irregeführt oder auf einen Abweg gebracht werden zu können. Bereits als Kind besitzt Sie deutlich das Vermögen, Situationen vollkommen einzuschätzen. Sie besitzt eine „Tiefenwahrnehmung“, die Ihre Umgebung sprachlos macht. Sie sieht daher immer die Hintergründe von allem und sieht alle möglichen Folgen von Situationen und Handlungen voraus. Nichts bleibt Ihr geheim. Wenn Sie einem Menschen in die Augen schaut, sieht Sie dessen Sünden, Schwächen, Probleme und fühlt Sie seine innere Verfassung des Körpers, des Geistes, des Gemüts und der Seele.
Sie besitzt ebenfalls eine vollkommene Selbsterkenntnis, eine totale Erkenntnis und ein totales Bewusstsein von jedem Element Ihrer eigenen Persönlichkeit, Ihrer Verfassungen, Gewohnheiten, Fähigkeiten, Gaben, Talente, usw. Außerdem durchschaut Sie auf vollkommene Weise Ihre Lebensberufung und das „Warum“ davon, ebenso, was von Ihr erwartet werden wird. Sie besitzt das Vermögen, Gottes Pläne im weitgehenden Maße zu durchdringen.
Maria wird mit einer vollkommenen Kenntnis aller Dinge geboren: Gott hat in Sie das Vermögen gegossen, das Wie und Warum aller Elemente der Schöpfung zu ergründen. Bei der Unbefleckten Empfängnis Ihrer Seele hat Er Ihr Sein Schöpfungswerk bis in alle Einzelheiten gezeigt, und Sie sollte das Vorrecht bekommen, während Ihres irdischen Lebens von dieser totalen Kenntnis der ganzen Schöpfung jedes Mal Gebrauch zu machen, wenn Sie das will oder für notwendig erachtet.
Ihr ganzes Leben wird Sie in Gesprächen und Unterrichtungen Seelen vor den Gefahren weltlicher Anhänglichkeiten, der Genusssucht, der Vernachlässigung Gottes warnen. Sie zeigt Seelen, welch große Teile ihres Elends durch die Tatsache verursacht werden, dass sie sich in der Beurteilung ihrer Lebenssituationen von ihren menschlichen Bedürfnissen leiten lassen. Mehrmals warnt Sie Judas Iskarioth vor der Gefahr, die sich in seiner Schwäche hinsichtlich der Verwaltung von Geld verbirgt: Sie weist ihn darauf hin, dass er nur mit Geld umgehen darf, sobald er sich von seiner Habsucht hat losmachen können. Sie weiß, dass Geldbesitz ihn für Versuchungen allerlei Art anfällig macht. Die Weisheit ist in der Tat automatisch ein Gegenpol des Materialismus; denn die Weisheit geht von Gott aus und dient nur den Göttlichen Interessen, die auf dem Niveau des Nichtstofflichen liegen.
Als kleines Kind lehrt Sie Freundinnen, wie sie all ihren Kinderleiden Sinn geben können, indem sie diese Gott für das Kommen des Messias aufopfern. Als Tempeljungfrau erstaunt Sie alle Jungfrauen durch Ihre überraschenden Erkenntnisse, wobei ebenfalls immer ersichtlich wird, wie tief all Ihr Denken und Ihr ganzes inneres Leben vom Göttlichen durchdrungen ist und Sie einzig und allein aus diesem „überirdischen“ Denken und Streben heraus für alle Dinge Lösungen sieht. Alles in Ihrem Leben, sogar die banalste tägliche Handlung, bringt Sie mit Ihrem alles beherrschenden Bedürfnis in Verbindung: die endgültige Gründung von Gottes Reich auf Erden und die Erlösung aller Seelen.
Ausgehend von Ihrer Weisheit zeigt sich Maria auch sehr bald als eine unentbehrliche Ratgeberin für den Heiligen Josef in dessen praktischen täglichen Problemen. Sie versteht die Kunst, die Lösungen nicht immer in den Dingen selbst zu finden, sondern eher außerhalb: im Göttlichen Leben, durch den Einblick in die Zusammenhänge zwischen vielen Dingen und durch ein Einfühlen in die Absichten von Gottes Vorsehung. Dadurch löst Maria alle Probleme, indem Sie gleichsam aus Gottes Gedanken bzw. Herzen „denkt bzw. fühlt“. Da Er der Ursprung aller Dinge ist und etwas von Seinem Wesen in allen Dingen und in allen Entwicklungen steckt, ist dies für Sie der einzige Weg, mit der Göttlichen Vorsehung und den Göttlichen Plänen mitzuwirken.
So sind all Ihre Handlungen und Worte auch einzig und allein auf den Nutzen gerichtet, den diese für die Förderung von Gottes Werken erbringen können. Maria scheut jede Handlung und jedes Wort, worüber Sie nicht Gottes Segen herab gerufen hat, mit der Anrufung: „Gott des Lebenden und des Nichtlebenden, beseele Mich mit Deinem Willen und wecke in Mir das Licht Deiner Pläne.“ Für Sie ist diese Anrufung eine Bekräftigung, ein neues Unterschreiben des Bundes von Reinheit und Einheit im Handeln und Sprechen mit Gott, den Sie bereits als kleines Mädchen Ihrem Göttlichen Geliebten gegenüber geschlossen hat.
Obwohl Maria mit allen Elementen des Göttlichen Lebens so tief durchtränkt worden ist und also nicht einmal eine falsche Handlung verrichten könnte, spricht Sie solche Anrufungen als eine fortwährende Selbstdemütigung aus — Sie bekennt das Unvermögen eines Geschöpfes, vollkommen rein und in Übereinstimmung mit Gott zu sein, obwohl Sie das einzigartige Vorrecht besitzt, dies gerade doch in aller Vollkommenheit zu können — und spricht diese als eine fortwährende Erneuerung Ihrer Weihe aus. Maria will nichts tun ohne Gott und zeigt genau dadurch, dass Sie die Vollkommenheit der Göttlichen Weisheit in Sich trägt: Die Seele, in welcher das Göttliche Licht in einer außergewöhnlichen Intensität strahlt und die dadurch das tiefe Wesen aller Dinge ergründet und ihre gegenseitigen Zusammenhänge durchschaut, sucht Gott und Seine Pläne in allem und scheut alles, worin sie Gott nicht findet und wovon sie kein Heil für die Verwirklichung Seiner Pläne erwartet.
Also stellt Maria jede Situation ausdrücklich unter Gottes Führung. Zwar verweist Sie während des Öffentlichen Lebens fortwährend auf Jesus, Seine Predigten und Seine Lehre, doch jede Seele, die ausdrücklich um Ihre persönliche Begleitung bittet, wird von einer neuen Selbsterkenntnis erleuchtet. Maria gibt der Seele so gut wie nie einfach eine direkte Lösung für ihre Seelenprobleme, Sie verschafft ihr vielmehr Einblick in ihre eigenen Verfassungen und in ihre Weise, an ihre Lebenswelt heranzugehen. So lernt die Seele sich selbst kennen, die Fehler und Entgleisungen in ihrem Denken und Handeln zu erfassen und sich neuen Vorgehensweisen anzupassen.
Maria will an erster Stelle die Seelen näher zu Gott bringen. Sie tut dies also auch, indem Sie diese besser mit Gottes Wahrheit vertraut macht und mit der Weise, auf welche Gott die Dinge löst. So bringt Sie Gott und Seine Pläne zentral in viele Seelen, die darin eine total neue Lebensweise entdecken und ihre Probleme dadurch selbst lösen können. Dies bietet den Vorteil, dass die Seele im Innern mehr zur Ruhe kommt, wegen der Zufriedenheit, dass sie selbst zu einer Wiedergeburt oder zu einem neuen Aufschwung in ihrem Leben beigetragen hat, und wegen der Tatsache, dass sie lernt, künftig alles mit Gott zu teilen.
Nachdem Jesus zum Himmel aufgestiegen ist, beginnt für Petrus der Auftrag, den Jesus ihm als Haupt der jungen Kirche gegeben hat. Dennoch wird Petrus vielfach (oft im Verborgenen, manchmal auch öffentlich) die Ratschläge von Maria einholen, weil Sie für die Apostel die Weisheit Christi vergegenwärtigt. Er wird viele seiner Entscheidungen auch Ihr vorlegen und Ihren Beitrag in den Gesprächen ausnahmslos respektieren. So beruht inoffiziell (weil Maria verboten hat, dass Ihr Anteil an diesem allen aufgeschrieben wird) die eigentliche Macht in der jungen Kirche bei Maria, aufgrund Ihrer makellosen Weisheit.
So höre ich irgendeinmal in einer Vision den Apostel Johannes zu irgendeinem Apostel, dem es nicht gelang, aus einem Problem herauszukommen, sagen: „Bruder, haben wir nicht den Fleisch gewordenen Heiligen Geist unter uns? Lasst uns zur Herrin gehen.“ Es ist durch Ihre Vollkommenheit in der Weisheit, dass Maria viele Seelen zur wahren Tugendhaftigkeit führt. Sie mäßigt ab und zu die gut gemeinte, jedoch etwas ungestüme Impulsivität von Maria Magdalena, wobei Sie diese auf die Untugend hinweist, wenn ein Mensch auf energische Weise „den Dingen nachhelfen will“.
Ich sehe, wie ein Mann Ihr etwas vorlegt: Offenbar hat Sie demselben Mann abgeraten, sich an einem bestimmten Abend zu einem bestimmten Ort zu begeben, und offenbar hat er es dennoch getan, gibt Ihr jedoch vor, dass er irgendwo anders gewesen sei, und webt eine ganze Geschichte aneinander, um alles für Sie glaubhaft zu machen. Ich höre aus Ihrem Mund keinen einzigen Vorwurf, auch keine Beschuldigung, dass er lügt, sondern die folgende Antwort (in einem sanften Ton): „Bruder, Gott in Seiner unermesslichen Weisheit würde eine solche Handlung niemals verrichten.“ Der Mann wird nicht direkt beschuldigt, aber fühlt tief in seinem Herzen, dass er sich in einer Untugend befindet.
Auch dies ist eine Äußerung von Weisheit: Der irrende Mensch wird nicht gekränkt, sondern auf eine sanfte Weise angespornt, von sich selbst aus das Verhalten oder die Einstellung zu ändern. Die Unterrichtung wird auf eine solche Weise gegeben, dass die Seele das Gefühl bekommt, dass sie selbst zu dem Entschluss gekommen ist, etwas zu verändern, statt dies zu tun, weil ein Mitmensch dies sagt oder verlangt. So verweist Maria in allem auf Gott und lässt Ihren Mitmenschen fühlen, wie Er die Situation angehen würde. Sie strahlt nicht nur Gottes Licht aus, Sie lehrt Ihre Mitmenschen auch, dieses Licht in sich zuzulassen, damit sie mehr „gemäß Gottes Herz“ leben lernen.
Im Unbefleckten Garten verwelken die weißen Fliederblüten niemals; denn der Heilige Geist hat dort seinen Thron errichtet. Maria ist der Sitz der Weisheit. In Ihr erlischt das Licht niemals. Mit jedem Wort atmet Sie die Weisheit der Ewigen Wahrheit aus. Sie ist ein lebendes Zeugnis gegen die Irrlichter der Welt, die nur versuchen, Finsternis und Leere zu verbergen.
2. Befruchtung der Seele im Unbefleckten Garten
Ich lasse mich durch die endlosen Schönheiten im Unbefleckten Garten von Maria, die mit dem Tau der Göttlichen Weisheit bekleidet ist, in Verzückung bringen. Ich biete Ihr mein Herz an, damit ich bereit bin, total in Ihr aufgenommen zu werden. Ich verlange so sehr, dass die Herrlichkeiten des Lustgartens der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in mich überfließen können.
„O Maria, Unbefleckte Königin von Zeit und Ewigkeit, wie sehr wünsche ich, in Deinem Garten mit der Saat des Göttlichen Lebens befruchtet zu werden.
Darf ich aus den Quellen Deiner unübertroffenen Heiligkeit trinken?
Darf ich von den Früchten Deiner Tugenden essen?
Darf ich mich mit dem Tau des Heiligen Geistes reinigen?
Darf ich an den Verzückungen Deiner Schönheit von Herz und Seele Anteil haben?
Darf ich den Schutz Deiner Macht über alle Versuchung und Sünde genießen?
Darf ich in Dir in der Brise der Ewigen Wahrheit aufgerichtet werden?
Geruhe, mich von der Schwäche meiner verletzten Seele zu heilen.
O Unbefleckter Garten aus Gottes Hand, geruhe, mir die vollkommene Einheit mit Dir zu erwirken, damit ich in Deiner Nachfolge zum Bild und Gleichnis Gottes werden möge.“
O Spiegel von Gottes Licht, während des Aufenthaltes in Deinem Unbefleckten Garten darf ich die Blumen und Früchte schauen, die der arme Garten meiner Seele braucht, um gesund und fruchtbar zu werden und zu bleiben. Ich bitte Dich, Deine Saat des Göttlichen Lebens mit Dir teilen zu dürfen:
1. Herrin meiner Seele, kein äußerer Schein konnte je Dein Urteil über einige Elemente auf Deinem Lebensweg verzerren. Ich bitte Dich, öffne die Augen meiner Seele, damit ich nicht mehr durch den äußeren Schein der Dinge verblendet bin, sondern Gottes Wahrheit in allen Geschehnissen und Situationen meines Lebens und in allem, was auf mich zukommt und was ich wahrnehme, erkennen möge.
2. Herrin meiner Seele, Du verstandest vollkommen, wozu Du auf Erden berufen worden warst und was Gott Dir durch die Verfassungen Deines eigenen Herzens und Deiner Seele sagen wollte. Ich bitte Dich, schenke mir einen vollkommenen Einblick in mein wahres Lebensziel, in den Weg, der zu meiner Bestimmung führt, und in das Warum all meiner Wünsche und Bestrebungen und all meiner Abneigungen, damit ich Gottes Plan mit mir und mit meinem Leben verstehe und gemäß Seinem Wohlgefallen in Erfüllung bringe.
3. Herrin meiner Seele, Du durchschautest alle Seelen und alle Dinge bis in den Kern ihres Wesens. Ich bitte Dich, erwirke mir Tiefe in all meinem Denken und Fühlen, damit ich die Dinge in ihrem wahren Kern sehen lerne und nicht durch irgendeinen oberflächlichen Schein irregeführt werde.
4. Herrin meiner Seele, Du besaßest einen vollkommenen Einblick in Deine eigene Seele. Ich bitte Dich, geruhe, die Tiefen, die Merkmale und die Schwächen meiner Seele für mich zu erschließen, damit ich nicht weiterhin in dieselben Fehler verfalle.
5. Herrin meiner Seele, Du wusstest vollkommen, was jeden Augenblick von Dir erwartet wurde, und reagiertest darauf von der wahren Weisheit her. Ich bitte Dich, schütze mich gegen unüberlegtes und unverantwortliches Verhalten. Führe mich in allem, damit ich immer die Folgen meines Tun und Lassen vorab einschätzen kann.
6. Herrin meiner Seele, Du handeltest in allem wohl überlegt und auf Gottes Pläne gerichtet. Ich bitte Dich, befreie mich von jeder Neigung zum Leichtsinn und Mangel an Ernsthaftigkeit.
7. Herrin meiner Seele, in Dich ist die Fülle von Gottes Weisheit gegossen. Ich bitte Dich, bringe mich doch zu der Erkenntnis der einen wirklichen Wahrheit Gottes, damit keine einzige Form von Irreführung oder Irrtum in mir Wurzeln schlägt.
3. Blüte des eigenen Gartens – Marias Frühling in der Seele
Die Weisheit ist nicht so wie andere Tugenden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Tugenden ist es nahezu unmöglich, sich in der Weisheit zu „üben“. Weisheit beruht im hohen Maße auf der Gabe, in der Seele alle Situationen, Geschehnisse und Zustände mit dem Göttlichen Licht in Verbindung zu bringen, sodass man dort gewissermaßen „quer hindurch schauen kann“ und diese in ihrer Art und Entwicklung ungefähr so betrachten lernen kann, wie Gott sie betrachten würde. Was wohl möglich ist (und sogar die Pflicht jeder Seele ist), ist, dass wir um Öffnung unseres Herzens und Geistes für die Gabe der Weisheit beten.
1.Beten wir in allen Situationen in unserem Leben um die Gabe der Weisheit, damit wir diese lösen können oder helfen können, ihre Entwicklung zu fördern, in vollkommener Übereinstimmung mit Gottes Plänen. Denken wir dabei an Salomon, wie er als das einzige Ziel seines Lebens um Weisheit bat und wie er mit Wohlgefallen von Gott erhört wurde.
2. Üben wir uns darin, für all unser Denken die Ewige Weisheit Selbst zum Mittelpunkt zu nehmen. Basieren wir unser ganzes Denk- und Gefühlsleben auf die Unterrichtungen Jesu (Evangelium) und Mariens (Offenbarungen der Herrin der Seelen und anderer Unterrichtungen, welche die Königin von Himmel und Erde gibt...). In dem Maße, wie wir tiefer in der Denk- und Gefühlssphäre verwurzelt werden, werden wir selbst beginnen, so zu denken und zu fühlen, wie Jesus und Maria denken und fühlen, und wir werden dadurch beginnen, an der Göttlichen Weisheit Anteil zu haben, die all Ihre Werke beseelt.
Wenden wir diese Regel auch bei Ratschlägen für unseren Mitmenschen an: Vermeiden wir Ratschläge, die all zu menschlich sind. Erstreben wir ausschließlich Ratschläge, die Gottes Werke fördern können, unter anderem, indem wir unseren Mitmenschen zur Übung aller Tugenden anregen, ungeachtet, welches Problem uns vorgelegt wird. Halten wir uns immer vor Augen, dass wir nur mit einem einzigen Ziel auf der Welt sind: um zu helfen, dass Gottes Heilsplan für alle Seelen in Erfüllung geht. Aus diesem Grunde ist es Gott besonders wohlgefällig, wenn wir inbrünstig danach verlangen, nur aus Seiner Weisheit heraus zu handeln und zu sprechen. Dazu müssen wir erst unsere ganze Denk- und Gefühlswelt verändern. Dies bringt uns zu dem folgenden Ratschlag:
3. Weihen wir unser Herz (unsere Gefühle) und unseren Mund (unsere Worte) total an Maria. Bitten wir Sie, dass Sie von unserem ganzen inneren Leben vollkommen Besitz ergreift, damit Sie den Geist der Weisheit als zentrale treibende Kraft in uns bringt, als ein Licht, das niemals mehr erlischt.
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