Der Tempel Mariens

 TOTUS TUUS, MARIA !

Diese völlig überprüfte deutsche Version von Der Tempel Mariens ist als Büchlein erhältlich durch Vorbestellung auf Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . (siehe Bücher von Myriam van Nazareth)


TOTUS TUUS, MARIA !

DER TEMPEL MARIENS

Totale Weihe als Heiliger Bund

zwischen unserer Seele und der Heiligen Jungfrau

OPFERGABE UNSERES SELBST AN MARIA,

DIE HERRIN DER SEELEN

durch

Myriam van Nazareth

Dieses Manifest wurde der Allerheiligsten Jungfrau Maria,

der mächtigen Herrin aller Seelen,

für die Berufung vieler Diener zur Gründung von

Gottes Reich auf Erden aufgeopfert.

 

INHALT

Grundriss des heiligen Vertrages der Weihe an Maria

KAPITEL 1 – UNTERRICHTUNGEN ÜBER DIE TOTALE MARIENWEIHE

KAPITEL 2 – DAS LEBEN ALS AN MARIA GEWEIHTE SEELE, AUSGEDRÜCKT IN BILDERN

  1. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als das Leben in einem Tempel
  2. Leben als an Maria geweihte Seele, dargestellt als der Tempel und der Obstgarten
  3. Weihe, betrachtet als Wiederaufbau des Tempels
  4. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als ein Feuer
  5. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als Einladung zum Fest Mariens
  6. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als die Schule Mariens
  7. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als das Gehen eines Weges
  8. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als Wiederholung der Passion Jesu
  9. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als ein Acker

KAPITEL 3 - DIE HERRLICHKEITEN MARIENS, SPIEGEL VON GOTTES MACHT

  1. Unbefleckte Empfängnis
  2. Braut des Heiligen Geistes
  3. Mutter des Messias
  4. Ewig währende Jungfrau
  5. Mutter der Schmerzen
  6. Miterlöserin
  7. Mutter aller Menschen
  8. Königin von Himmel und Erden
  9. Tor des Himmels
  10. Mittlerin aller Gnaden
  1. Fürsprecherin bei Gott
  2. Schrecken der Teufel
  3. Tabernakel der Allerheiligsten Dreifaltigkeit
  4. Brücke zwischen Himmel und Erde
  5. Mutter der Immerwährenden Hilfe
  6. Königin des Friedens
  7. Trägerin der Macht Gottes
  8. Herrin über Versuchung und Sünde
  9. Herrin aller Tugenden
  10. Herrin aller Seelen

SCHLUSSBETRACHTUNG

 

Grundriss des heiligen Vertrages der Weihe an Maria

Weihe an Maria = die vollständigste Aufopferung von uns selbst an die Allerheiligste Jungfrau Maria, der die Führung über die Gründung von Gottes Reich auf Erden anvertraut worden ist und die diese Gründung vorbereitet unter Verwendung aller Aufopferungen, die von Menschenseelen durch eine totale Weihe in Ihre Hände gelegt werden.

Durch Maria will Gott Satan aus der Welt vertreiben und das Reich gründen, wofür Jesus Christus die erste Saat ausgestreut hat. Maria will dies durch die gemeinsame Frucht Ihrer unüberwindlichen Macht und des Beitrages von Menschenseelen verwirklichen. Daher wünscht Sie Sich die totale Weihe von Seelen, die zu einem Leben als Ihre Diener bereit sind.

* Durch ein bewusstes Leben als an Maria geweihte Seele geben wir Ihr:

    • unser ganzes Leben, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, alle Erfahrungen aus unserem Alltag (sogar die banalsten);

    • all unsere Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen, Schmerzen, Betrübnisse, Lasten, Prüfungen, Krankheiten, Ermüdungen, Ängste, Verletzungen, Unsicherheiten, Zweifel und unseren freien Willen (Marias Wille wird der Unsere);

    • unser ganzes Wesen: Seele, Geist, Herz und Körper;

    • all unsere Beziehungen und unseren Umgang mit Menschen und unsere ganze Lebenswelt (auch unsere Besitzungen und Gebrauchsgegenstände);

    • all unsere Gebete, Aufopferungen, Sühne-Akten, Abtötungen.

* Maria kann all das Obengenannte für die Vollendung Ihres Auftrages für das Heil der Seelen gebrauchen. Gott hat Ihr die absolute umgestaltende Macht gegeben: die Macht, alles, was negativ ist oder als negativ empfunden wird, in Gnaden und heilsame, heilende Kräfte um zu wandeln. So verwirklicht Sie Heiligung, Reinigung, Läuterung, Bekehrung und wirkt Sie am Fundament einer neuen Welt: Gottes Reich von Liebe, Frieden und Glück auf Erden durch Umwandlung aller Finsternis in Licht, allen Hasses in Liebe, aller Krankheit und jedes Sterbens von Seelen in Wiedergeburt. Bildlich gesprochen: Bei unserem ersten Akt der Weihe empfängt Maria uns in Ihrem Schoß, Sie trägt und nährt uns und gebiert uns dann als Frucht Ihres Werkes für ein Leben in Ihrem Dienste. Wir sind dann in spiritueller Hinsicht Ihr Besitz und Eigentum und müssen bereit sein, Sie unser Leben nach Ihrem Wohlgefallen gebrauchen zu lassen.

Absolute Voraussetzung für die Vollendung von Marias Werken ist die ununterbrochene Weihe von uns selbst an Sie, von all unseren Erfahrungen und all unseren Verfassungen am Körper, in Gedanken und Gefühlen, jeden Augenblick eines jeden Tages. Wenn wir dies versäumen, führen wir ein unfruchtbares Leben.

* Maria offenbart Sich in diesen letzten Zeiten durch Myriam van Nazareth als die “Herrin aller Seelen”, die Gottes Heilsplan für die Seelen vollenden will und dazu drei Dinge von uns verlangt:

    • inbrünstige Liebe zu Gott, zu Ihr und zu unseren Mitmenschen;

    • Annahme und Weihe aller Kreuze auf unserem Lebensweg;

    • vollkommenen Gehorsam und Unterwerfung Ihr gegenüber.

Je mehr Seelen sich total Maria weihen, diese Weihe wirklich in praktischer Anwendung leben und diesen drei Wünschen folge leisten, desto schneller und gründlicher wird Maria die Fülle Ihrer Macht entfalten für die endgültige Lähmung von allem Bösen und für die Gründung von Gottes Reich auf Erden.

Weihe an Maria ist ein heiliger Bund zwischen Maria und unserer Seele. Als an Maria geweihte Seele nehmen wir denn auch eine große Verantwortung auf uns:

  1. Unsere Weihe muss vollkommen, bedingungslos und ewigwährend sein. Solange wir etwas in unserem Leben Maria vorenthalten (solange wir selbst weiterhin beherrschen oder regeln wollen), sind wir Ihr nicht uneingeschränkt geweiht.

  2. Weihe bedeutet Erkennen, dass Maria die einzige und absolute Herrin über unser ganzes Wesen und unser ganzes Leben ist und bleibt. Sie vergegenwärtigt in unserem Leben in allem Gott.

  3. Weihe setzt unseren Glauben voraus, um unsere Weihe in Wort und Tat praktisch anzuwenden, jeden Augenblick unseres Lebens, und unseren Verpflichtungen als an Maria geweihte Seele strikt nachzukommen. Beleidigen wir Maria und Gott niemals durch Leichtsinnigkeit im Erfüllen dieses heiligen Bundes.

  4. Als an Maria geweihte Seele legen wir das Gelübde ab, strikt nach den Vorschriften der Lehre Christi und im Glauben an die Dogmen der römisch-katholischen Kirche zu leben.

  5. Als an Maria geweihte Seele legen wir das Gelübde ab, jeden Augenblick im Bewusstsein zu leben, dass Maria Herrin über unser ganzes Wesen ist, also auch über unseren Körper, unsere Gefühle und Gedanken, und dass wir genauestens über das Bewahren deren Reinheit wachen werden. Vergessen wir nie, dass wir als an Maria geweihte Seele Soldat Mariens sind und somit an der Bekämpfung des Bösen unmittelbar beteiligt sind. Untugenden können wir nicht ausreichen bekämpfen, solange sie noch in hohem Maße in uns selbst wuchern.

 

Die an Maria geweihte Seele lebt ausschließlich in allem durch, für, mit und in Maria:

    • DURCH Maria: Sie wird bei ihrer Weihe aus Maria wiedergeboren.

    • FÜR Maria: Ihr ganzes Leben steht völlig in Ihrem Dienste.

    • MIT Maria: Bei ihr wird vorausgesetzt, dass sie Maria bei allem in ihrem täglichen Leben einbezieht.

    • IN Maria: Indem Sie nach Vervollkommnung in allen Tugenden strebt, befähigt sie Maria, sie derart zu kneten, zu formen, zu bearbeiten und umzuwandeln, dass sie immer mehr „in Sie hinüberfließt“.

* Gott hat Maria zur Herrin aller Seelen bestimmt und Ihr alle Macht über die Menschheit gegeben. Aus diesem Grunde verlangt Er die totale Weihe der Seelen an Sie, damit Sie Ihre Macht uneingeschränkt entfalten kann. Totale Weihe als vollkommene Hingabe von uns selbst an Maria, ist die größte Ehrenbezeugung, die wir der Herrin aller Seelen erweisen können. Gott verlangt in diesen Letzten Zeiten eine vollkommene Hingabe an Maria. Aus diesem Grunde rufe ich Sie zur totalen Weihe von sich selbst an Maria auf, und zur Unterrichtung Ihres Mitmenschen, damit auch er die Notwendigkeit und das Heil seiner eigenen totalen Weihe an Maria kennen lernen möge.

Die letztendliche Zielsetzung der totalen Marienweihe ist diese: Heil und Segen der Erlösung für die ganze Menschheit und Heiligung unserer eigenen Seele.

Laudate Mariam!

(Lob sei Dir, Maria.)


Über die konkrete Gestaltung des Lebens mit und in Maria als Ihr vollkommen geweihte Seele können wir ebenfalls eine sehr breite Grundlage finden in dem Buch „Die Himmlische Hochzeit. Ein Leben mit und in der Heiligen Jungfrau Maria als Weg zum Reich Gottes“ (Myriam van Nazareth, geschrieben im Jahr 2003).



TOTUS TUUS, MARIA!

(Ich gehöre ganz Dir, Maria.)

 

KAPITEL 1

UNTERRICHTUNGEN ÜBER DIE TOTALE MARIENWEIHE

1. Die Rolle Mariens in der Heilsgeschichte

Gott hat den Menschen in der Absicht geschaffen, dass er ein heiliges Leben führen soll. Das erste Menschenpaar gab aber den Einflüsterungen Satans nach, Gott gegenüber ungehorsam zu sein. Diese erste Sünde der Menschheit wurde die Erbsünde genannt: Das Gift Satans wurde in die Seele des ersten Menschen gegossen und sollte alle weiteren Generationen daran hindern, nach Gottes Bild und Gleichnis zu leben. Man kann es so sehen, dass die von Gott beabsichtigte Reinheit der Menschenseele durch die Erbsünde aus den Seelen entfernt worden ist und dass die Unreinheit von Geschlecht zu Geschlecht in die Seelen „weitervererbt“ worden ist. Künftig sollte der Mensch erst geheiligt werden, insofern er das Sakrament der Taufe empfängt und die Spur des Bisses der teuflischen Schlange aus seiner Seele durch ein Leben in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes Willen zu entfernen weiß versucht: in einem Leben in der wahren Liebe, Reinheit und allen Tugenden.

Die Erbsünde und die endlose Reihe von Sünden, welche der Mensch nachher unaufhörlich weiter beging, haben der Menschheit eine ständig wachsende Schuld gegenüber der Göttlichen Gerechtigkeit aufgelastet. Diese Schuldenbürde hat zu ein schlimmes Ungleichgewicht in der Schöpfung geführt. Dieses Ungleichgewicht ist die Ursache allen Elendes, das wir um uns herum sehen können: Kriege, Kampf, Streit, Lieblosigkeit, Hunger, Armut, Naturkatastrophen und ein ständig zunehmender Auswuchs aller Sünden und Untugenden. Das Böse bekommt die Menschheit immer mehr in den Griff, weil diese durch ihre Sünden Satan immer mehr Macht verleiht. Jede Sünde eines Menschen verstärkt den Griff Satans auf die Menschheit als Ganze. Daher erleben wir finstere Zeiten. Die Finsternis in den Seelen war noch nie so schlimm. Der letzte Kampf zwischen den Himmlischen Mächten und den Mächten des Bösen vollzieht sich jetzt um uns herum.

Gott hat die allerheiligste Jungfrau Maria als Siegerin über Satan vorgesehen. Ihr ist alle Macht gegeben, den Teufel an die Kette zu legen. Sie ist die Auserkorene, die Jesus, das Licht der Welt, den Menschen geben sollte, um die Wurzeln des Reiches Christi auf Erden zu legen. Maria ist von Gott auserkoren, Satan zu unterwerfen (wie die Bibel sagt: Sie ist die Frau, die den Kopf der Schlange unter Ihren Füßen zerschmettern wird). Maria wurde als einziger Mensch unbefleckt empfangen, was bedeutet, dass Ihre Seele nicht die Erbsünde in sich trägt. Aus Ihr sollte Jesus Christus, Gottes Sohn, geboren werden, um die Menschheit durch Sein Leiden und Seinen Kreuzestod von der ewigen Verdammung infolge der Erbsünde zu erlösen.

Damit das Erlösungswerk Jesu für uns selbst zunutze gemacht wird, ist es notwendig, dass wir Jesus in unserem Leben folgen: Wir müssen an Sein Wort als die einzige Wahrheit Gottes glauben und Seinem irdischen Leben striktestens nachfolgen, indem wir die Vervollkommnung in allen Tugenden anstreben (Liebe, Reinheit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Toleranz, Aufopferungsbereitschaft, Vergebungsbereitschaft, Geduld, Vertrauen, Frohmut, Sanftmut, usw.) und indem wir unsere täglichen Kreuze liebevoll annehmen (die täglichen Lasten, Prüfungen, Rückschläge, Schmerzen, Krankheiten, Betrübnis, Ermüdungen). So bezahlen wir unsere eigene ewige Glückseligkeit im Himmel und helfen wir, die Schuldenbürde der ganzen Menschheit abzubezahlen, die Macht des Bösen zu brechen und dadurch die Welt von allem Elend zu reinigen.

Die Heilige Jungfrau Maria hat die Macht erhalten, das Erlösungswerk Christi in der Welt zu vollenden und Satan endgültig aus der Welt zu verbannen, aber Sie darf dies nur in dem Maße tun, in dem die Menschen Sie durch inbrünstiges Gebet und die Aufopferung ihres ganzen Lebens an Sie darum bitten. Warum? Weil Gott immer den freien Willen des Menschen respektiert. Ein Mensch, der Gott und Maria sein Sehnen nach Befreiung von allem Bösen, jeder Sünde und Untugend nicht zu erkennen gibt, kann kein Eingreifen Gottes oder Mariens in seinem Leben erwarten, es sei denn durch ein großes Wunder der Göttlichen Barmherzigkeit. Auch solche Wunder geschehen vor allem durch die unbegrenzte Macht der Fürsprache Mariens.

Unser eigenes Glück und jenes der ganzen Welt liegt also in Marias Händen. Für den Menschen, der sich nach der ewigen Glückseligkeit nach diesem Leben sehnt und hier auf Erden nach einer Welt des Friedens, der Liebe und ohne Elend, hat Gott den goldenen Weg vorgesehen in Form der totalen Weihe des ganzen Lebens dieses Menschen, seines ganzen Wesens und von allem, was er hat, an Maria, denn Sie ist der von Gott erwählte Weg zur gänzlichen Befreiung.

2. Was ist Marienweihe?

Aus den Gründen, die ihre Wurzeln in Marias Rolle in der Heilsgeschichte bis in unsere Zeit finden, liegt es auf der Hand, dass alle Menschen sich in Marias Dienst stellen sollten, um zur Gestaltung vom Reich Christi bei zu tragen, und um durch Maria an Gott gegeben zu werden. Wir können dies nur tun, indem wir uns selbst und unser Leben an Maria weihen.

Totale Weihe an Maria bedeutet, uns selbst Ihr zu geben, damit Sie uns zur ewigen Glückseligkeit führen kann und Sie aufgrund der Aufopferungen unseres eigenen Lebensweges den Seelen Gnaden vermitteln kann. Sie ist dazu imstande, weil Sie von Gott die totale Macht erhalten hat, Aufopferungen und Prüfungen, die Ihr geweiht werden, in Quellen des Heils und der Befreiung für die Menschheit umzuwandeln: Maria ist mit der neuschöpfenden Macht von Gott Selbst bekleidet. Wenn wir unser ganzes Leben mit all seinen Aufopferungen in Marias Dienst stellen wollen, müssen wir selbst die Bereitschaft dazu aussprechen, denn, wie gesagt: Gott hat dem Menschen mit einem freien Willen ausgestattet und schreitet nicht ein, es sei denn auf ausdrückliches Bitten und Gebet des Menschen.

Sobald wir uns Maria weihen, gehören wir Ihr vollkommen. Von diesem Augenblick an nehmen wir Sie ausdrücklich als unsere Herrin an. Alles, was wir sind, haben, tun, denken, fühlen, wünschen und anstreben, wird Marias Besitz. Erst dann kann Sie Ihre uneingeschränkte Macht vollkommen walten lassen und mit uns alles tun, was für unser eigenes Heil und die Rettung anderer Seelen erforderlich ist. Die Fruchtbarkeit dieser Aufopferung von uns selbst an Maria wird durch das Maß bestimmt, in dem wir diese Weihe tatsächlich in allen Einzelheiten unseres Alltags praktisch anwenden.

Totale Weihe ist irgendwie mit einer Hochzeit vergleichbar. Für den Himmel ist der Bund zwischen Maria und der Ihr geweihten Seele heilig. Weihe ist ein Vertrag, ein heiliger Bund zwischen der geweihten Seele und Maria. Die geweihte Seele ist Maria vollkommenen Gehorsam, Unterwerfung, Folgsamkeit und Dienstbarkeit schuldig. Dies bedeutet ein Gelübde, ausnahmslos all unsere Gebete, Werke, Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, usw. Maria aufzuopfern, damit Sie diese für die Reinigung der Welt benutzen kann, denn Maria gehört alle Macht, um Prüfungen, Leiden und alles, was Ihr überlassen wird, in Gnadenströme für die Umgestaltung unserer Welt umzugestalten.

3. Worauf beruht die Macht Mariens?

Die Allerheiligste Jungfrau Maria hat von Gott die uneingeschränkte Macht über die Ausführung Seines Heilsplanes für die Seelen erhalten. Weil Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben hat, muss jeder Mensch aus freiem Willen seinen Beitrag dazu leisten, die Verdienste, aus denen die Gnaden der Bekehrungen, der Befreiung der Welt aus dem Griff des Bösen und des persönlichen Friedens des Herzens gemacht werden, zu sammeln. Gott macht diese Gnaden auf Grund der unendlichen und ewig dauernden Verdienste des Kreuzesopfers Jesu Christi, ergänzt durch die unendlichen Verdienste Mariens, durch die Heiligen Messopfer auf der ganzen Welt und durch die Verdienste aller Heiligen und aller Seelen guten Willens. Nur Maria besitzt die Macht über die Verteilung dieser Gnaden: Sie bestimmt, wer welche Gnaden erhält, in welchem Maße, zu welchem Zeitpunkt, für wie lange und in welcher Form. Sie trifft diese Entscheidungen eigenmächtig auf Grund der unfehlbaren Erkenntnis, die Gott Ihr von die Zielsetzung Seines Heilsplanes und von den Fähigkeiten, Eigenschaften und Verfassungen jeder Seele geschenkt hat.

So hat Maria die Kontrolle und die Führung über die Gestaltung von Gottes Heilsplan für die Seelen. Weil Gott Ihr alle Macht über die Menschenseelen gegeben hat, hat Maria Sich Myriam als „die mächtige Herrin der Seelen“ offenbart. Maria verfügt über alle Engel Gottes, damit diese Ihr in diesem allumfassenden Werk dienen, und Sie sucht auch auf Erden Seelen, die sich Ihr total hingeben, damit durch die Aufopferung jeder Einzelheit ihres Lebens und all ihrer Leiden, Lasten und Prüfungen die Schatzkammer der Gnaden täglich nachgefüllt werden. Totale Weihe an Maria bedeutet: uns selbst und jede Einzelheit unseres Lebens total und ohne irgendeine Einschränkung Maria geben, wie in einer ständigen, ununterbrochenen Aufopferung. Sie besitzt die Macht, unser ganzes Wesen und jedes Ereignis unseres Lebens zu Diensten von Gottes Heilsplan zu benutzen. Aus jedem Leid, das Ihr ausdrücklich aufgeopfert wird, macht Sie durch ein Göttliches Mysterium eine Himmlische Kraft, die Heil und Segen auf die Schöpfung herab bringen kann. Aus diesem Grunde können desto mehr Segnungen in die Welt (und in unser eigenes Leben) kommen, in dem Maße, wie mehr Seelen sich total an Maria weihen und ihre Weihe strikt in der Praxis des Alltags umsetzen. Sie ist der Schlüssel der Tür zur neuen Welt: der Welt von Gottes Reich auf Erden.

Alle Macht über die Gnaden Gottes liegt in Marias Händen. Je mehr Seelen sich Maria weihen und je intensiver diese Seelen ihre Marienweihe in allen Einzelheiten ihres Lebens praktisch anwenden, desto mehr kann Sie die Äußerungen Ihrer Macht auf die Menschheit ausgießen. Aus diesem Grunde liegt die große Verantwortung für die Rettung der Menschheit, das wahre Glück für die Seelen und für die Welt in den Händen der Seelen selbst. Die wirkliche Anwendung der totalen Weihe an Maria ist der von Gott Selbst auserkorene Weg zur Befreiung aus allem Elend, denn wo Maria herrscht, kann nichts Böses am Leben bleiben.

4. Warum uns an Maria weihen?

Weil Maria über Elemente der Macht von Gott Selbst verfügt und Sie durch Ihre Auserwählung und Ihren vollkommenen Sieg über die Sünde und die Versuchung den Teufel unter Ihren Füßen demütigen wird, denn Gott hat Sie als die Frau vorherbestimmt, die den Kopf der Schlange zerschmettern wird. Es sind die Seelen, die sich total Maria hingeben, nicht in Worten, sondern in Taten, insbesondere durch die Aufopferung ihrer Lasten, die als Ihre Diener Satan unter Ihre Füße legen sollen. Maria ist die Trägerin der Macht Gottes und die Brücke zwischen Himmel und Erden. Dies bedeutet, dass Sie der Menschheit von Gott als Spiegelbild Seiner Macht und Liebe vorgehalten wird, dass Sie alle Gnaden aus Gottes Quelle des Lebens über die Menschenseelen ausstreut, dass die Seelen durch Sie zu Gott gehen sollen und dass die Seelen Ihr die tiefste Verehrung und alles Vertrauen schuldig sind. Wer sich mit seinem ganzen Wesen und seinem ganzen Leben Maria hingibt, stellt sich dadurch unter den Schutz des mächtigsten Schildes gegen das Böse und kommt im wahrsten Sinne des Wortes „heim“: Totale Weihe an Maria ist das einzige Tor zur Entdeckung und Erfüllung unseres wahren Lebenszieles, nämlich uns selbst für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan zur Verfügung zu stellen. Die Marienweihe ist in diesen Letzten Zeiten der einzige Weg, der unserem Leben wirklich Sinn geben kann.

5. Wie geschieht die Marienweihe?

Uns an Maria weihen, erfolgt indem wir Ihr jeden Tag sagen, dass wir Ihr Besitz und Eigentum sein wollen, Ihr all unsere Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen und unseren Willen aufopfern und Sie jeden Tag bitten, uns in allem zu führen. Wir nehmen dabei ebenfalls all unsere Lasten, Prüfungen und Leiden an, damit Maria diese für Ihren Rettungsplan zugunsten einer neuen Welt: des Reiches Jesu Christi auf Erden. So wirkt die Weihe: Unser Leiden wird MACHT und LICHT in den Händen Mariens. Wie weihen wir uns selbst konkret an Maria? Richtige Weihe setzt sich immer aus drei Elementen zusammen, denen wir jeden Tag unsere volle Aufmerksamkeit entgegen bringen sollen:

  • An erster Stelle sagen wir Maria, dass wir uns danach sehnen, Ihr Besitz und Eigentum zu sein.
    • Die einfachste Formel ist diese: “Totus Tuus ego sum, Maria“ (Ich gehöre voll und ganz Dir, Maria). Wir sprechen diese Formel (in Latein oder in der Muttersprache) mehrmals täglich verteilt, aus der Tiefe unseres Herzens heraus, mit wahrer Liebe und Sehnsucht.

    • Es ist sehr günstig, jeden Morgen und jeden Abend auch zu sagen: „Maria, ich gebe Dir mich selbst, all meine Handlungen, Worte, Gedanken, Gefühle, Bestrebungen und Wünsche, all meine Freuden und all meine Lasten, aus Liebe zu Dir.“

  • Zweitens beziehen wir Maria bei jeder Einzelheit unseres täglichen Lebens ein.
    • Sagen wir bei jeder Prüfung, jeder Last, jedem Leiden, jeder Ermüdung und jeder Betrübnis: „Maria, ich trage dies aus Liebe zu Dir.“

    • Bei allem, was uns Freude schenkt (sogar einfach der angenehme Duft einer Blume), sagen wir: “Maria, ich gebe Dir diese Freude, aus Liebe zur Dir.”

    • Machen wir uns auf den Weg, sagen wir dann: “Maria, geruhe, diesen Weg zusammen mit mir zu gehen und meine Schritte zu begleiten.“

    • Sprechen wir im Inneren zu Maria, denn Sie sehnt Sich danach, wirklich an unserem Alltag beteiligt zu sein. Maria wünscht Sich sehnlichst, dass wir uns inbrünstig nach Ihr sehnen, jeden Augenblick des Tages. Es ist unser aufrichtiges Sehnen nach Maria, das unser Herz für das Erhalten von Gnaden aufschlieβt. Je mehr wir im Innern zu Maria sprechen, desto größer wird die Rolle, die Sie in unserem Leben spielen wird. Sobald Ihre Rolle alles beherrscht, wird Sie aus uns einen neuen Menschen machen.

  • Drittens müssen wir sehr aktiv, bewusst und freiwillig jede Prüfung annehmen, widerstandslos, in tiefer Liebe, und müssen Maria gegenüber aus der Last, die diese Prüfung uns empfinden lässt, eine feierliche Aufopferung machen. Wir sagen zu dem Zweck: „Maria, ich gebe Dir dieses Leiden und meine Gefühle, die damit einhergehen, aus Liebe zu Dir.“ Dies ist sehr wichtig, weil genau unsere Prüfungen und Lasten die Bausteine für die Gründung von Gottes Reich werden, vorausgesetzt, dass wir sie ohne Auflehnung annehmen und Maria weihen.

Im täglichen Leben kommen oft viele negative Einflüsse auf uns zu: die Hektik des Straßenverkehrs, die Unzufriedenheit oder negative Worte der Menschen, die unterschiedlichsten  Formen von Uneinigkeit, Unverständnis, Konkurrenz, die unterschiedlichsten  verunreinigenden Einflüsse von Fernsehen, Zeitungen, Werbung, Bildern und Aussagen, die der christlichen Lehre und Gottes Wahrheit widersprechen, usw. Es ist wichtig, dass wir Maria täglich wiederholt  darum bitten, Sie möge unsere Gefühlswelt, unseren Geist und unsere Gedanken, unsere Wünsche und unsere Sinne reinigen. Bitten wir Sie um die Gunst, uns vor jeder Versuchung und jeder Unreinheit zu warnen. Wir können dies einfach dadurch tun, dass wir häufig zu Ihr sagen: „Maria, lebe in mir und halte mich rein.“ Bitten wir Sie, Sie möge unsere Sinne lenken, damit wir nur aufmerksam sind auf dasjenige, was Sie will, dass wir es sehen, nur hören auf dasjenige, was Sie will, dass wir es hören, usw.

So verstehen wir, dass Marienweihe nicht lediglich daraus besteht, dass wir ein Weihegebet aussprechen, das zum Beispiel jedes Jahr erneuert wird: Totale Weihe ist kein Gebet, sie ist eine Lebensart. Viele meinen, sie seien Maria geweiht, führen allerdings in Wirklichkeit ein Leben, in dem Maria höchstens eine (oft sehr oberflächliche) Rolle während der Gebetszeiten spielt und in den übrigen Handlungen, Worten, Gefühlen und Gedanken ganz und gar keine Rolle erhält. Diese Menschen täuschen sich selbst. Wirkliche, totale Weihe an Maria ist nur möglich, insofern wir ein tiefes Gefühlsleben führen, in dem alles, bis in die kleinsten Einzelheiten, mit Maria geteilt wird.

6. Marienweihe als Lebenshaltung und Lebensaufgabe

Wir haben gemerkt, dass Marienweihe eigentlich, was die Form angeht, sehr einfach ist: Wir versprechen Maria jeden Tag, dass wir bereit sind, mit Einsatz unseres ganzen Besitzes und unseres ganzen Wesens für Sie zu arbeiten. Aufrichtige Weihe an Maria bleibt aber nicht bei Worten: Eine an Maria geweihte Seele ist erst in dem Maβe wirklich geweiht, wie sie ihre Weiheworte in jeder Faser ihres Wesens zur praktischen Anwendung bringt. Totale Weihe an Maria beginnt zwar mit einem Weihegebet, aber sie ist unendlich viel mehr: Wir können uns selbst erst eine an Maria geweihte Seele nennen, sobald wir als solche leben: Wirkliche Marienweihe ist eine Lebenshaltung, die auf einer Berufung durch Maria beruht. Dies bedeutet mithin, dass es wenig sinnvoll ist, eine Weihe zu verrichten, wenn wir uns in unserem Herzen eigentlich nicht spürbar danach sehnen, wirklich Maria zu gehören, Ihr in all unserem Tun und Lassen zu dienen und für Sie zu leben.

Wahre Weihe an Maria bedeutet ebenfalls, alle Früchte und Gnaden von Handlungen, Leiden, Aufopferungen und Gebeten an Maria abzutreten und nicht dazu neigen, die sich daraus ergebenden Verdienste als die unseren zu betrachten. Richtige Weihe setzt somit eine Lebenshaltung von Uneigennützigkeit voraus. Die geweihte Seele bittet nicht: „Maria, gib mir…“, sie sagt: „Maria, ich gebe Dir…“. Die einzigen Bitten, die sie vorbringt, sind jene, wobei sie Maria um Gnaden für einen Mitmenschen, für die Menschheit als Ganze und für die Wiedergutmachung an Gott und Maria Selbst erfleht. Die Früchte dieses Bittens bezahlt sie bereits sofort, indem sie sich selbst als Pfand für die Gnaden anbietet, die sie erhalten kann: Die geweihte Seele bezahlt Maria mit der eigenen Aufopferung und ihrer eigenen Lebenslasten. Sie wird so gut wie nie für sich selbst bitten, es sei denn (und das ist sogar ihre heilige Pflicht) für das Wachsen ihrer eigenen Seele (Gebet für die Stärkung des Widerstandes gegen Versuchungen, für die Überwindung ihrer eigenen Schwächen, usw.). Sie stellt sich sogar keine Fragen darüber, was Maria mit diesem Geschenk tut, denn sie vertraut vollkommen auf Ihre Liebe, Güte, Weisheit und Macht. Die an Maria geweihte Seele stellt Ihr gleichsam ihre Hände, ihren Geist, ihr Herz und ihren Mund und sogar ihren ganzen Körper zur Verfügung und lässt Sie diese so gebrauchen, wie Sie das für richtig hält, ohne jeglichen Widerstand.

Jesus Selbst sagt im Evangelium:
Nicht ihr habt Mich erwählt, sondern Ich habe euch erwählt.” 

Dasselbe gilt für die Marienweihe: Wenn wir eines Tages das Bedürfnis spüren, uns Maria zu weihen, kommt dies dadurch, dass Sie uns für diesen Weg auserkoren hat. Totale, bedingungslose und ewig dauernde Weihe an Maria ist eine große Auserwählung: Sie ist ein Aufruf zu einem Leben zu Diensten von Gottes Heilsplan für die Seelen, also ein Leben, das uns unvermeidlich viele Prüfungen bringt, aber auch desto mehr Verdienste, vorausgesetzt, dass wir unser ganzes Leben in den Dienst unserer Weihe stellen. Enttäuschen wir Maria niemals. Als an Maria geweihte Seele leben wir für Gottes Bedürfnisse. Berücksichtigen wir das bei allem, was wir tun, denken, sagen und anstreben.

Bedenken wir immer: Die Bedürfnisse unseres irdischen Lebens dürfen niemals ein Ziel an sich werden. Nur die Bedürfnisse der Seele sind wichtig. Wenn wir uns dies vor Augen halten, leben wir unsere Weihe an Maria als eine Lebensaufgabe, einen Auftrag, der unserem Leben Sinn und Richtung gibt, ein Ziel, das wir ständig zu verwirklichen suchen sollten. Vergessen wir keinen Augenblick, wie wichtig diese Aufgabe ist und wie sehr sie uns in die Spur Jesu führt: Gott hat Maria auserkoren, Seinen Sohn auf Erden als Mensch zu gebären, großzuziehen und zum Schluss Ihm durch das Leiden, das für die Seelen Erlösung bringt, zurückzugeben. Indem wir uns selbst Maria vollkommen, bedingungslos und für ewig weihen, werden wir ebenso sehr Ihr Kind wie Jesus Selbst auf Erden Ihr Kind war. Dann kann Sie auch uns zu einem Heiligen erziehen, formen und kneten, damit wir in unserer Sterbestunde durch Sie mit den gesammelten Aufopferungen und Prüfungen unseres ganzen Lebens Gott gegeben werden, um aufgrund davon Heil und Segen über die Seelen zu gießen und auch sie in das ewige Glück im Himmel hinein zu leiten. Bitten wir unsere Himmlische Mutter um die Gunst, die Sie uns geben will, die Sie uns jedoch erst geben kann, wenn wir uns wirklich danach sehnen: nämlich jene, wirklich unsere Mutter sein zu können. Bitten wir Sie täglich: „Maria, geruhe, mich heute in Deinem Mutterschoß zu tragen und mich als Dein Kind zu gebären.“ Unsere Himmlische Mutter wartet auf uns. Öffnen wir unser Herz für Sie.

7. Woraus besteht unser Auftrag als an Maria geweihte Seele?

Totale Weihe an Maria ist ein lebenslänglicher Auftrag, der darin besteht, dass wir unser ganzes Wesen (unsere Seele, unser Gefühlsleben, unsere Gedankenwelt und unseren Körper) völlig zur Verfügung der Verwirklichung der Pläne und Werke Mariens stellen, Der die Führung und Lenkung über Gottes Heilsplan für die Seelen hat, anvertraut ist. Wir stellen auch all unsere Handlungen, Worte, Wünsche, Bestrebungen und unseren Willen völlig zu Marias Verfügung. Mit allem, was wir sind, was wir haben und was von uns ausgeht, auch das scheinbar Geringste, kann Maria große Dinge tun. Es ist ein Göttliches Mysterium: Maria hat die Macht erhalten, kleine scheinbar banale Dinge in große Dinge umzuwandeln. Zum Beispiel: Ein freundliches Lächeln zu einem Mitmenschen wird in Marias Händen in eine Kraft der Liebe umgestaltet, die einer Seele Erlösung bringen kann, überall auf der Welt.

Entscheiden wir nicht selber über den Wert einer Handlung oder eines Wortes, nur Gott und Maria können das bewerten, aufgrund unterschiedlicher Faktoren: Der Wert jeder Handlung oder jedes Wortes wird unter anderem durch die Verfassung unseres Herzens, während wir die Handlung ausüben, bestimmt und durch die Reinheit unserer Seele im Augenblick der Handlung, durch den Augenblick, zu dem (und die Umstände, unter denen) wir die Handlung ausüben, durch die Absicht, womit wir sie ausüben, und durch die Inbrunst und Liebe, mit der wir diese Handlung Maria weihen. Dies alles zusammen bestimmt auch mit das Maß, in dem Maria die Handlung in Ihrem Herzen verstärkt: Sie kann den Wert unserer Handlung verdoppeln, verzehnfachen, usw. Danach wird diese Handlung der Schatzkammer der Göttlichen Gnaden als „Zahlmittel“ für das Freisetzen von Gnaden für Seelen anvertraut. So kann eine scheinbar banale Handlung, von einer heiligen Seele verrichtet, mit inbrünstiger Liebe, mit einer Absicht, die völlig auf die Verwirklichung von Gottes Plänen gerichtet ist, und mit Inbrunst Maria geweiht, von Maria derart verstärkt werden, dass diese Handlung eine große Gnade für eine Seele erkauft. So verstehen wir, dass unser Auftrag als an Maria geweihte Seele einzig und allein besteht aus der Aufopferung an Maria von allem, was wir sind, haben, tun, sagen, fühlen, denken und anstreben. Dies ist ein Auftrag, der nicht enden kann, bevor unser letzter Augenblick in diesem Leben vorbei ist.

Wirkliche Marienweihe ist ein Leben des Gebens, nichts als uneigennützigen Gebens. Wir erbitten so gut wie nichts für uns selbst. Dieses „Geben“ geschieht in unterschiedlichen Formen: Gebet, Aufopferungen, Sühne-Akten, Leiden, das mit Liebe angenommen und getragen wird, aktives Bekämpfen von allem Bösen, Apostolatswerke zur Linderung der leiblichen Bedürfnisse und der Seelennot unseres Mitmenschen, Verbreitung von Gottes Wort, Förderung der Weihe an Maria, Taten und Akte der Wiedergutmachung, usw. Das Wichtigste und zugleich oft verborgenste Element unseres Auftrages ist aber dieses: das unaufhörliche Arbeiten an uns selbst, an unserer eigenen Heiligung.

Dieses Element unserer Aufgabe ist das wichtigste, weil es bestimmt, wie rein unsere Seele für das Wohnen Mariens in uns ist, wie fruchtbar unsere Werke als an Maria geweihte Seele sind (denn die Frucht von Werken ist großenteils vom Stand der Heiligkeit der Seele abhängig, die diese Werke verrichtet; dabei ist „Frucht“ nicht so sehr das sichtbare Ergebnis, sondern die Kraft von Gnade, die durch eine Handlung in die Wege geleitet wird) und inwieweit wir die Fähigkeit besitzen, andere Seelen mit dem wahren Feuer anzustecken. Wenn wir unsere Seele als einen Tempel betrachten, können wir verstehen, dass Maria, die allerreinste Königin, nicht leicht dauerhaft in uns Ihren Thron errichten wird, solange unser Tempel verschmutzt und unwohnlich ist. Verschmutzt ist unser Tempel, solange dort viele und große Untugenden herrschen, und unwohnlich ist er, solange das Leben in unserem Tempel nur in geringem Ausmaβ Marias Wünschen entspricht, denn dann ist der Tempel unserer Seele kalt und verdunkelt. Halten wir uns dies immer vor Augen, denn unser Auftrag als vollkommen an Maria geweihte Seele liegt zum großen Teil auf der Ebene der Selbstvervollkommnung.

Dagegen kämpfen wir: Dafür kämpfen wir:

DAS REICH SATANS =

Quelle allen Elends auf Erden


DAS REICH MARIENS =

das Reich Gottes von Liebe

und Frieden auf Erden

1. Hass 1. Liebe
2. Unfriede 2. Friede des Herzens
3. Unruhe 3. Ruhe im Geist
4. Verwirrung 4. Ordnung im Denken und Fühlen
5. Angst 5. Vertrauen, Geborgenheit
6. Sklaverei gegenüber Bedürfnissen, das Stoffliche als Mittelpunkt des Lebens 6. Wahre Freiheit von Herz und Geist durch Ausrichtung auf die Nöte der Seele
7. Unreinheit (Körper, Geist, Herz, Mund)

7. Reinheit im Denken, Fühlen, Handeln und Sprechen
8. Hochmut 8. Demut
9. Protest, Auflehnung gegen Prüfungen, Nichtannahme von Leiden 9. Gehorsam, Hingabe, Annahme von Prüfungen und Leiden
10. Lüge und Betrug 10. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit
11. Misstrauen, Unsicherheit und Entmutigung säen 11. Hoffnung und Mut geben, beruhigen
12. Sucht nach (und Fördern von) Genuss 12. Liebe zu Aufopferung und Entsagung

8. Grundvoraussetzungen für eine fruchtbare Weihe an Maria

Damit wir unsere totale Weihe an Maria wirklich fruchtbar machen können, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Die wichtigsten sind ohne jeden Zweifel:

  1. Eine sehr große Fähigkeit, dir Nächstenliebe zu üben. Wenn wir nicht dazu bereit sind, uns selbst total zu verleugnen, wird unsere Weihe eine totgeborene Frucht bleiben. Als an Maria geweihte Seele gewinnen wir nur Seelen für Gottes (Marias) Plan, indem wir alle Seelen auf unserem Lebensweg mit der größtmöglichen Liebe erfüllen, zu der wir imstande sind.

  2. Eine große Aufopferungsbereitschaft, inbrünstige Bußfertigkeit und ein tiefes Sehnen, Wiedergutmachung zu leisten. Wenn wir die Prüfungen auf unserem Lebensweg scheuen, werden wir ein Leben totaler Weihe nicht durchhalten, denn das unvermeidliche Kreuz wird uns ein Anstoß und eine Bürde sein, wo wir gerade mit den täglichen Kreuzen alle Gnaden und Verdienste unserer Weihe begleichen müssen.

  3. Eine große Entschlossenheit und Ausdauer im Anstreben der Verwirklichung von Gottes Heilsplan. Damit wir als an Maria geweihte Seele fruchtbar werden, ist es notwendig, dass wir gleichsam von diesem einen Sehnen „besessen“ sind: mit unserem ganzen Wesen und all unseren Werken und Worten zum Plan beizutragen, an dem wir mitwirken: der Gründung von Gottes Reich auf Erden. Dieser Antrieb darf uns nicht loslassen.

  4. Ein felsenfestes Vertrauen und unerschütterlicher Glaube an Maria. Wenn unser Glaube und Vertrauen in Maria nicht total sind, werden wir in uns selbst nicht weiterhin den Antrieb finden, Ihr in allem zu dienen. Wenn wir nicht auf unerschütterlicher Weise an Marias unüberwindliche Macht und vollendete Liebe glauben, können wir bald entmutigt werden. Wir müssen felsenfest daran glauben, dass Maria die Welt besiegt und dass Sie dies an erster Stelle in unserem eigenen Herzen und in unserer Seele tun wird. Gehen wir nicht zu schnell davon aus, dass Gebete unerhört bleiben: Viele Erhörungen wirken im Verborgenen. Oft führt Gebet in einer Prüfung nicht dazu, dass die Prüfung selbst weggenommen wird, sondern vielmehr dazu, dass sich die Art und Weise, auf welche wird diese Prüfung betrachten, ändert. Darin verbirgt sich für uns ein größerer Verdienst. Wir können es auch folgendermaβen sehen: Eine Prüfung ist oft wie ein Dorn in unserem Herzen, das sich durch Ärger oder Bitterkeit wegen der Kreuze des Lebens so verhärtet, dass unser Herz selbst den Dorn so fest umklammert, dass dieser sich nie löst. Maria wird dann oft den Dorn nicht wegnehmen, sondern eher unser Herz sanfter machen, sodass der Dorn leichter loslässt und heraus fällt. An der Prüfung selbst ist also nicht gerührt worden, aber unser Herz hat alle negativen Gefühle darüber losgelassen. Dies ist Marias bevorzugte Arbeitsweise. Diese Gnade geht viel weiter als jene der Befreiung von dieser einen Prüfung: Ein milderes Herz ist imstande, viele anderen Prüfungen besser zu besiegen.

  5. Der feste Wille, Maria als Vorbild zu folgen. Maria muss in allem sowohl unsere Herrin als auch unsere Führerin und unsere Lehrerin sein. Ihr Muster muss unser wahres Ziel bleiben. Nur dann werden Ihre Eigenschaften tatsächlich in uns überfließen, denn wir werden zu demjenigen, was wir in unserem Herzen inbrünstig wünschen. Versuchen wir, uns unentwegt vorzustellen, wie Maria unsere eigenen Lebenssituationen praktisch bewältigen würde und auf welche Weise Sie unsere Probleme lösen würde, wenn Sie als Mensch diese Probleme auf Ihrem Lebensweg finden würde. Maria als Vorbild nachfolgen, bedeutet konkret: uns anstrengen, damit Sie Ihre Eigenschaften (bedingungslose und reine Liebe, Reinheit, Demut, Sanftmut, Hingabe, blinden Glauben…) in uns zum Blühen bringen kann.

  6. Eine sehr große Fähigkeit, blind zu gehorchen. Maria kann mit uns als Diener nichts anfangen, solange wir eher unsere eigenen Wünsche erfüllen als die Ihren. Sie muss total und vollkommen mit uns rechnen können. Als vollkommen an Maria geweihte Seele sind wir unmittelbar am Kampf zwischen Licht und Finsternis beteiligt. Mit einem Soldaten, der an der Front die Kampfanweisungen nicht ohne Zögern ausführt, kann der Krieg nicht gewonnen werden. Nehmen wir unsere Verantwortung nicht leicht, denn unsere Taten und Worte haben eine Rückwirkung auf die Menschheit als Ganze.

  7. Der feste Wille, bei dem Arbeit an uns selbst bis zum Äußersten zu gehen. Unsere Fruchtbarkeit und Schlagkraft als Diener und Kämpfer Mariens wird an erster Stelle durch die Kraft unserer Seele bestimmt. Uns obliegt die heilige Pflicht, unaufhörlich in allen Tugenden zu wachsen. Unser Einsatz kann unmöglich die erforderliche Kraft entwickeln, Bekehrungen für Gottes Reich zu erwirken, solange wir nicht mit uns selbst im Reinen und als Apostel Mariens nicht hinreichend standhaft sind.

9. Welchen Wert hat die Weihe an Maria?

Totale Weihe an Maria ist der Anfang eines neuen Lebens. Sie ist ein heiliger Bund, ein Vertrag, den wir mit dem Himmel schließen. Von uns wird erwartet, dass wir ihm nicht nur in Worten nachkommen, sondern vor allem in der täglichen Praxis und bedingungslos. Maria ist für alle Menschen die Himmlische Mutter. Für die Ihr geweihten Seelen ist Sie die souveräne Herrin. Dies bedeutet, dass wir Ihr die ausschließliche und absolute Herrschaft über unser Leben und unser ganzes Wesen geben. Wenn wir dies nicht tun, kann Sie unmöglich in uns und durch uns die Werke vollbringen, über welche Sie von Gott zum Heil der Seelen die Führung bekommen hat. Wenn wir Maria nicht total und ohne Zögern grünes Licht geben, mit und in uns ALLES zu tun, was Sie will, kann Sie wenig für uns tun. Nicht, weil Sie nicht die Macht dazu hätte, unseren Widerstand zu überwinden, sondern weil Gottes Gesetz verfügt, dass der freie Wille des Menschen respektiert werden soll. Dies ist der Fall, weil sich der Mensch in seinem Leben keine Verdienste erwerben kann, wenn Gott (oder Maria) von Sich aus in das Leben dieses Menschen eingreifen würde, ohne dass dieser darum bittet. Aus diesem Grunde muss die Initiative immer vom Menschen ausgehen. Die an Maria geweihte Seele muss ausdrücklich Gelübde ablegen, dass Maria sie besitzt, dass sie Sie als ihre Herrin anerkennt und dass sie sich wünscht, dass Sie ihr Leben beherrscht, führt und lenkt. Nur nach einem solchen Gelübde, das wir übrigens am Besten täglich in einer Morgen- oder Abendweihe wiederholen und das wir durch die konkreten Verhaltensweisen in unserem täglichen Leben einlösen sollen, bekommt unsere Weihe an Maria den Wert, der für sie vorgesehen ist.

In Anbetracht dessen, dass Maria die Anführerin im Kampf gegen die Finsternis ist, werden wir als an Maria geweihten Seelen automatisch in diesen Kampf eingegliedert. Es ist von größter Wichtigkeit, dass alle an Maria geweihten Seelen sich gegenseitig die Hände reichen und durch ihre beharrlichen Gebete, Aufopferungen und geweihten Prüfungen und Lasten eine Kette von Licht bilden, damit die finsteren Kräfte gefesselt werden können. Totale Weihe an Maria ist die vollkommenste Nachfolge Jesu Christi, der ebenfalls auf Erden ein Leben von Gebet, Prüfungen und Leiden geführt hat, mit Maria als Seiner Mutter und Seiner immerwährenden Stütze im Erlösungswerk.

Der Wert der totalen Weihe an Maria ist unübertroffen, keine einzige andere Ausfüllung unseres Lebens kann damit gleichgestellt werden. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass Marienweihe ein Leben aktiv aufgeopferter Prüfungen bildet. Durch ein solches Leben beteiligen wir uns aktiv, bewusst und aus freiem Willen an der Verwirklichung des Erlösungsmysteriums in den Seelen, an der Fortsetzung des Kreuzesopfers Jesu. In Gottes Augen ist das fruchtbarste Leben, das wir führen können ein Leben in dem wir mit all unserem Tun und Lassen und in allen unseren alltäglichen Erfahrungen an der Erlösung von Seelen und an der Tilgung der Schulden der ganzen Menschheit der Göttlichen Gerechtigkeit gegenüber mitwirken. Diesen vollen Wert können wir nur in dem Maβe verwirklichen, wie wir unsere Weihe tatsächlich praktisch anwenden, all unsere Kreuze mit Liebe annehmen und fortwährend daran arbeiten, unsere Schwächen in Verdienste umzusetzen. Schwächen können Quellen von Kraft werden, wenn sie Maria aufgeopfert werden und wir den festen Willen zeigen, davon geheilt zu werden. Unsere Heiligung wird an erster Stelle durch die Art und Weise bestimmt, auf die wir mit unseren Schwächen umgehen. In der konkreten Praxis eines jeden Tages bedeutet dies, dass wir uns beharrlich in einem tugendhaften Leben üben, mit besonderer Aufmerksamkeit für die Versuchungen, denen wir am leichtesten nachgeben (denen wir am wenigsten Widerstand bieten können). Normalerweise bilden das Leiden und die Prüfungen die größten Quellen der Belastung denen unser Mensch-Sein ausgesetzt wird. Deshalb werden wir vor allem in Augenblicken von Leiden und Prüfungen unsere Schwächen kennen lernen und demzufolge in denselben Augenblicken die größten Fortschritte in der Arbeit an uns selbst verbuchen können

Totale Marienweihe ist ein Leben, das ein großes und ständiges Wachsen in der Liebe und der Nächstenliebe voraussetzt. Gerade darin liegt das Wesen des unvergleichlichen Wertes derselben für Gott und für die Seelen, denn die Liebe ist die treibende Kraft der ganzen Schöpfung, aller Erlösung und aller Heiligung. Die Liebe bildet die Essenz von Gottes eigener Kraft. Aus diesem Grunde ist totale Weihe an Maria die fruchtbarste Gestaltung des Lebens einer Menschenseele: Wir können erst wahrlich an Maria geweiht sein, sobald wir uns selbst total an Sie weggeben. Diese völlige und inbrünstig erlebte Selbstaufopferung ist die äußerste Tat der Liebe, die ein Mensch erbringen kann..

10. Woraus besteht die volle Anwendung der totalen Weihe an Maria in unserem Alltag?

Sobald wir uns selbst an Maria geweiht haben, erhebt sich die Frage: Wie muss ich jetzt meinem Leben als an Maria geweihte Seele konkret gestalten? Von uns wird eine große und ständige Anstrengung erwartet, damit wir die nachfolgenden sieben Punkte in uns selbst zur großen Blüte kommen lassen können.

  1. Inbrünstige Liebe. Totale Weihe an Maria ist unmöglich ohne inbrünstige Liebe zu Ihr und ohne aufrichtige Nächstenliebe. Sie Selbst wird diese Liebe in uns zur Reifung bringen, vorausgesetzt, dass wir wirklich danach sehnen. Totale Weihe öffnet die Kanäle für eine volle Ausgießung der höheren Grade der Liebe. Dies erklärt unter anderem, warum totale Selbsterniedrigung zu Marias Füßen Gefühle tiefer Verzückung im Herzen erwecken kann. Die wahre, reine Liebe ist der Schlüssel zum wahren Göttlichen Leben, denn die Liebe ist die treibende Kraft der ganzen Schöpfung, der Erlösung der Seelen und ihrer Heiligung. Die inbrünstige Liebe ist die Voraussetzung für eine wahre Nachfolge Mariens und Jesu in unserem eigenen Leben. Wenn wir jemanden inbrünstig lieben, wird der Kern unseres ganzen Wesens sich danach sehnen, unserem Geliebten immer ähnlicher zu werden. In dem Maße, wie wir Maria inbrünstiger lieben, wird Sie in uns immer mehr die Sehnsucht schüren, Ihr ähnlich zu werden, und wird Sie darüber hinaus Sich Selbst mehr und mehr in uns hinüberflieβen lassen, bis wir tatsächlich keine Ruhe mehr finden, bis wir tatsächlich Ihrer Spur folgen.

    Liebe ist ein Feuer in unserem Herzen. Dieses Feuer muss durch das Öl der Sehnsucht instand gehalten werden: Wir müssen uns tatsächlich sehnen nach einer immer wachsenden  Fähigkeit zu lieben und Maria darum bitten, vor allem bei jeder Prüfung. Wenn diese Sehnsucht stirbt, läuft unsere Liebe die Gefahr, zu erlöschen. Tiefe Liebe wird immer von der Sehnsucht nach dem Geliebten getragen. Je größer die Sehnsucht, desto inbrünstiger die Liebe, und je inbrünstiger die Liebe zu Maria, desto mehr wird Sie uns instand setzen, auch unsere Mitmenschen wirklich zu lieben, denn dann wird Sie Ihre eigene Liebe in unser Herz legen, in dem Maße, in dem wir empfänglich sind, diese Fähigkeit in uns aufzunehmen.

  2. Reinheit an Herz, Geist und Körper. Reinheit ist das Maß, in dem unser Verhalten, unsere Worte, Gedanken, Gefühle und Wünsche eine Widerspiegelung der Heiligkeit bilden, die Gott in jede Seele legt, wenn sie ihr irdisches Leben in einem Körper beginnt. Eine reine Seele strahlt Gottes Licht über ihre Umgebung aus, und zwar in dem Maβe desto getreuer, wie sie reiner ist. Maria Selbst war die Reinste aller geschaffenen Seelen. Ihre Vollkommenheit in der Heiligkeit und in allen Tugenden hat Sie zum vollendetsten Spiegel Gottes gemacht, der je aus Gottes Händen hervorgegangen ist. Maria ist die Lilie des Himmlischen Hofes, das Symbol der vollkommenen Reinheit. Bedenken wir, dass eine Lilie nie in einem verschmutzten Boden wächst. So können wir auch nicht erwarten, dass Maria wahrlich in uns lebt, solange wir unzureichend streng alle Reinheit in Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen und Wünschen anstreben. Wenn wir unser Wesen als einen Tempel betrachten, bedenken wir dann, welche Beleidigung es für die Königin der Reinheit wäre, wenn wir von Ihr erwarten, dass Sie Sich dadurch die Füße beschmutzt, dass Sie den Boden unseres Tempels betritt, wenn dieser mit Staub und Schlamm verschmiert ist. Eigentlich ist die Reinheit unseres ganzen Wesens die erste Voraussetzung, um als vollkommen an Maria geweihte Seele fruchtbar zu sein. Daher wird Maria zunächst unser inneres Leben reinigen, damit Sie es im höchst möglichen Ausmaβ mit Sich Selbst erfüllen kann.

  3. Totale Selbstaufopferung. Das tiefste Wesen der Marienweihe besteht darin, dass wir uns selbst vollkommen und ungeteilt an Maria hingeben. Unser ganzes Wesen (Seele, Gefühle, Wünsche, Gedanken und Körper) und alles, was wir jeden Tag erleben, werden aus unserem freien Willen heraus Maria als ein tägliches Geschenk gegeben, aus dem Sie eine Aufopferung macht, um Gnaden der Bekehrung und Befreiung der Seelen aus dem Griff des Bösen und der verheerenden Einflüsse des weltlichen Lebensumfeldes zu erwirken. Marienweihe ist absolut unmöglich ohne eine totale Aufopferung von uns selbst und aller Augenblicke unseres Lebens an Maria. Nur mit den aufgeopferten Augenblicken, Ereignissen und Taten kann Sie Gottes Plan verwirklichen. Alles, was Ihr nicht aufgeopfert wird, geht verloren und bleibt ohne Nutzen. Benutzen wir ein Bild aus der Landwirtschaft: Nur das Getreide, das nach dem Mähen verarbeitet wird, kann als Grundlage für Brot dienen. Wenn alle Bauern das gemähte Getreide auf den Feldern liegen ließen, würde es vermodern und könnte kein Brot mehr gebacken werden.

    Daher gilt: Lassen wir auf dem Feld unseres Lebens nichts liegen, lesen wir alles auf und geben es in Marias Hände, damit es zu Brot des Lebens (zu Gnaden) verarbeitet wird. Maria ist Bauer, Müller, Bäcker und Hausfrau zugleich. Geben wir Ihr nicht nur alles Getreide (die Bestandteile unseres Lebens), geben wir Ihr ebenfalls das Feld selbst (unser Wesen), damit Sie nicht nur Herrin der Früchte wird, sondern auch des Bodens. So kann Sie dafür sorgen, dass die Früchte eine immer bessere Qualität erhalten, indem Sie unaufhörlich den Boden gemäß Ihren Vorstellungen bearbeitet. Die totale Weihe an Maria ist der wirksamste Weg, um unsere von Gott erhaltenen Talente und Gnaden zur Frucht bringen zu können. Wir können es so betrachten, dass totale Marienweihe der Investierung unseres Wesens und unseres Lebens bei derjenigen Bank (= Maria) gleichkommt, welche die höchsten Zinsen bietet, sodass unsere Investierung bei Ihr die höchsten Renditen bringt. Bedenken wir mithin, dass die totale Selbstaufopferung von Seelen den einzigen dauerhaften Weg bildet, um das Elend aus der Welt zu bannen.

    Ein Beispiel: Die weiträumigen Hungersnöte in Afrika können durch materielle Hilfe nicht endgültig beseitigt werden; endgültiges Heil ist hier nur von einer großzügigen Anstrengung von Seelen zu erwarten, Ausgleich für die enorme gemeinsame Schuld der Menschheit dem Gesetz der Göttlichen Gerechtigkeit gegenüber zu verschaffen, denn durch diese enorme Schuld ist alles Ungleichgewicht in die Schöpfung gekommen. Der größte Wert für die Tilgung dieser Schuld liegt in der totalen Selbstaufopferungen von Seelen an Maria in totaler, bedingungsloser Weihe, um Genugtuung für die schwer beleidigte Göttliche Liebe zu verschaffen. Wollen wir alles Elend und Unrecht aus der Welt verbannt sehen? Beginnen wir dann, zur Abbüßung der schweren Sündenbürde der Jahrhunderte beizutragen, indem wir unser Leben und all unsere Prüfungen Maria zur Verfügung stellen. Wenn unsere Himmlische Mutter uns dazu ruft, freuen wir uns dann und gehorchen wir in Dankbarkeit, und Gottes Gnade und Friede werden uns niemals fehlen.

  4. Totale Selbstverleugnung. Uns selbst und jede Einzelheit  unseres täglichen Lebens Maria geben, können wir erst wirklich, wenn wir unsere eigenen Interessen möglichst weitgehend verleugnen. Maria wirklich dienen, bedeutet, all unsere Handlungen mit einem einzigen Ziel vor Augen vorzunehmen: der Verwirklichung von Ihrem (= Gottes) Plan mit der Menschheit. Die erste Voraussetzung dazu ist, dass wir eine bedingungslose Nächstenliebe anstreben. Unter keinen Umständen dürfen wir unseren eigenen Nöten oder Wünschen jenen von Maria Vorrang geben, die zugleich mit den wahren Bedürfnissen der Menschheit als Ganze zusammenhängen. Selbstverleugnung verlangt eine große Selbstüberwindung, denn es ist nicht selbstverständlich, Bedürfnisse an Körper oder Geist zu fühlen und trotzdem unsere erste Aufmerksamkeit Maria und unserem Mitmenschen zu widmen. Damit wir uns selbst verleugnen können, ist es erforderlich, dass wir es wagen, abhängig zu sein. Wenn wir zunächst unsere eigenen Bedürfnisse befriedigen, wissen wir, dass wir versorgt sind.

    Wenn wir dahingegen zum Beispiel hungrig sind und trotzdem an erster Stelle versuchen festzustellen, ob unser Mitmensch auch hungrig ist, und wenn ja, dafür sorgen, dass er gesättigt wird, bevor wir selbst einen Bissen Nahrung zu uns nehmen, dann wissen wir nie, ob wir selbst in dem Augenblick, wo unser Mitmensch gesättigt ist, noch die Kraft haben werden, tätig zu bleiben. Wenn wir dieses Risiko mit Liebe und Hingabe eingehen, wagen wir es, abhängig zu sein, denn dann ist es möglich, dass wir selbst nur mit Gottes Hilfe aufrecht bleiben, der unmittelbar oder durch einen Mitmenschen wirken kann. Dies ist Selbstverleugnung: trotz eigener Nöte, Bedürfnisse und Wünsche keine Ruhe zu haben, bis wir wissen, dass Maria und unser Mitmensch befriedigt sind. So lebten auch Jesus (der nur dazu gelebt hat, die Menschheit durch Seine totale Selbstaufopferung zu erlösen) und Maria (ein einziges Beispiel: die Hochzeit in Kana, wo Sie zu Jesus sagte:
    „Sie haben keinen Wein mehr.“Sie hatte nur ein Auge für die Nöte Ihrer Mitmenschen). Vergessen wir niemals, dass Maria ausschließlich zu Diensten von Gottes Erlösungsplan auf Erden gelebt hat.

  5. Totale Hingabe. Uns selbst Maria hingeben, bedeutet, dass wir uns der Art und Weise nicht mehr widersetzen, auf welche Sie jede Einzelheit unseres Lebens regelt. Dies schafft totalen Frieden des Herzens, weil all unser innerer Widerstand gegen Marias Willen (der der Wille von Gott Selbst ist) entfällt. Totale Hingabe an jemanden bedeutet totales Vertrauen in die Liebe und Macht dieses Anderen. Das Maß, in dem wir unser Leben und unser ganzes Wesen blind an Maria hingeben, wird durch unser Vertrauen in die Tatsache bestimmt, dass Sie eine uneingeschränkte Macht über uns und unser Leben besitzt und dass Ihre Liebe zu uns so vollendet und so rein ist, dass Sie diese Macht ausschließlich zu unserem Nutzen gebrauchen wird. Gehen wir mit Vertrauen und Geduld zu Ihr, denn Sie regelt alles zu Gottes Zeit, also wenn es innerhalb von Gottes Plan am fruchtbarsten ist. Wenn wir jemanden wirklich mit unserem ganzen Wesen lieben, wird uns Hingabe nicht schwer fallen, denn dann erwarten wir alles von ihm oder von ihr. So muss auch unsere Beziehung zu Maria sein.

    Wenn wir an die Person denken, die wir jemals am meisten geliebt haben, dann fühlen wir vielleicht aufs Neue die Seligkeit, das Feuer, das vollkommene Vertrauen und das Brechen von jedem Widerstand in uns selbst, wenn wir bei ihm oder bei ihr sind (oder waren). Wie viel stärker müssen diese Gefühle dann sein, wenn wir uns vorstellen, dass wir in den Armen Mariens sind. In diesen Armen sind wir jeden Augenblick unseres Lebens, nur fühlen oder sehen wir dies gewöhnlich nicht. Seien wir uns mit Sicherheit dessen bewusst, dass Sie uns in Ihren Armen hält, und lassen wir uns total in die Glückseligkeit dieser Verliebtheit der Verliebtheiten weg gleiten. Wir werden es selig finden, dass Sie unser Leben führt, lenkt, regelt und beherrscht. Das ist totale vollkommene Hingabe. Der einzige Weg vollkommener Hingabe an Maria ist jener, bei dem wir jede Sekunde unseres Lebens Maria geben und dadurch lernen, jedem Augenblick unseres Lebens vollen Sinn zu geben. Dadurch werden wir mit viel mehr Geduld, Verträglichkeit und Annahme gegenüber allem, was geschieht, auch dem Unerwarteten, leben.

  6. Blinder Gehorsam und Unterwerfung. Blinder Gehorsam Marias Wirken in uns gegenüber bedeutet, uns selbst Ihr total zu unterwerfen. Im Grunde genommen läuft dies darauf hinaus, dass wir alles Böse in uns selbst der Macht Mariens unterwerfen. Darin liegt die stärkste Waffe, den Einfluss Satans in unserem Leben zu brechen. Wie können wir Maria konkret im alltäglichen Leben gehorchen, wenn (so wie dies ja fast bei allen Menschen der Fall ist) wir Ihre Worte nicht hören? Wir können dies, indem wir Sie in unserem Leben als Herrin von Gottes Vorsehung anerkennen. Dies bedeutet, dass wir alles, was auf unseren täglichen Weg kommt, so betrachten als käme es aus Marias Händen: Sie besorgt uns all das Gute, und das weniger Angenehme lässt Sie zu, damit wir in der Seele wachsen können. Ihr strikt zu gehorchen, bedeutet dann: alles annehmen, mit Liebe ertragen und Maria für die Chancen danken und preisen, die Sie uns mit all diesen Ereignissen und Zuständen gibt, um unsere Seele heiligen zu lassen.

    Totaler Gehorsam Maria gegenüber ist eine unübertroffene Quelle inneren Friedens, weil unsere Seele in diesem Gehorsam von Gott in dem Gefühl bestärkt wird, dass sie eine große Einheit mit Jener erfährt, Die sie regiert. Damit wir zum blinden Gehorsam und zur Unterwerfung Maria gegenüber gelangen, müssen wir Sie bitten, Sie möge ununterbrochen in uns wirken. Nur auf unsere Bittgebete hin wird Sie tatsächlich unsere Seele betreten und dort alles tun, was Sie für uns für notwendig hält. Ihre Anwesenheit wird im Verborgenen unseres Herzens Spuren Ihres eigenen Wesens hinterlassen, sodass wir allmählich Marias stille Befehle und Ihre Richtlinien spüren und diese immer leichter annehmen werden, denn wir werden spüren, dass unsere eigenen Wünsche mit den Ihrigen im Einklang sind.

    Blinder Gehorsam und Unterwerfung sind goldene Wege zum wahren Frieden des Herzens und dadurch zur Heiligkeit. Vergessen wir niemals, dass dies die letztendliche Zielsetzung unseres Lebens auf Erden ist: die Heiligung, und durch einen vollkommenen Frieden im Herzen zu versuchen, wahrlich fruchtbar für Gottes Reich zu werden. Wenn wir uns inbrünstig danach sehnen, von Maria beherrscht zu werden, um nur noch das Gute zu tun, wird Sie wahrlich unser ganzes Wesen regieren, indem Sie unser Herz durch all Ihre Wünsche und Befehle lenkt. In dem Maße, in dem wir Ihre Herrschaft willenlos und mit inbrünstiger Liebe annehmen, wird Sie uns den wahren Frieden schenken. Das ist das Geheimnis der bevorrechtigte Seelen, die die Fähigkeit besitzen, Ruhe, Frieden, Wärme, Seligkeit und Frohsinn in unser Herz zu bringen, wenn wir sehen wie sie sich verhalten oder wenn wir einfach ihre Stimme hören: Sie werden an Seele, Herz, Geist, Mund und Körper durch eine Kraft aus der Göttlichen Quelle beherrscht und regiert. Sie können diese Kraft nur auf dauerhafte Weise von Maria oder vom Dreifaltigen Gott erhalten. Wir erkennen deren Ursprung an dem Maße, in dem diese Kraft in uns die wahre Liebe weckt oder in uns etwas freisetzt, das uns zur Reinigung unserer inneren Gefühlswelt anregt.

  7. Totale Selbsterniedrigung. Uns selbst vor Maria zu erniedrigen (und somit vor Gott, denn Maria ist Seine Vertreterin, bekleidet mit Seiner Macht), ist der höchste Grad von Demut. Das bedeutet, uns unserer Kleinheit bewusst zu sein ebenso wie unseres Bedürfnisses, in allem von Maria geführt zu werden. Es heiβt Maria einzugestehen, dass wir ohne Sie nichts vollbringen können, nämlich dass Sie unsere einzige Kraft und der Motor unseres Lebens, Handelns und Sprechens ist. Selbsterniedrigung ist der vollendete Weg zur Vervollkommnung, weil sie Gottes Licht in unsere Seele gießt und dadurch in unserer Seele die wahre Ähnlichkeit mit Gott zum Leben weckt. Der Grundplan für diese Ähnlichkeit mit Gott liegt im Keim der Heiligkeit verborgen, der in unsere Seele gelegt worden ist. Jede Übung in Selbsterniedrigung (zum Beispiel tiefes Knien vor Maria) gießt in die Seele eine Göttliche Kraft, welche die Macht Satans über die Seele bändigt.

    Aus diesem Grunde wird Selbsterniedrigung zu einer Quelle inneren Friedens und innerer Freude. Wenn wir uns selbst total vor Maria erniedrigen, kann Sie unser Herz mit Ihrem eigenen Herzen erfüllen und wächst Ihr Sehnen, Satan unter Ihren Füßen zu erniedrigen. Durch jede Selbsterniedrigung vor Maria demütigen wir Satan, der darin ein Zeugnis unserer Unterwerfung seiner Widersacherin gegenüber sieht. Wenn wir bezeugen, dass wir von Maria beherrscht werden wollen, bezeugen wir automatisch, dass wir uns der Herrschaft des Bösen und der Sünde entziehen wollen. Unsere Selbsterniedrigung vor Maria ist ein Lobpreis an Ihre totale Macht als Herrin über unser ganzes Wesen und unser ganzes Leben, und durch diesen Lobpreis erhöhen wir Ihren Wunsch, Gnaden über die Seelen auszugießen, denn alle Macht über Gottes Gnaden ruht in Ihren Händen. Selbsterniedrigung ist mithin eine große Quelle der Wiedergutmachung. Das Leisten von Wiedergutmachung (Gutmachung eines jeden Mangels an Ehrfurcht und eines jeden Sakrilegs) gehört zu den Aufgaben der an Maria geweihten Seele. Die einmalige Würde Mariens wird häufig von Seelen entheiligt, die sich Ihr auf unehrerbietige oder gleichgültige Weise nähern. Es ist mir wiederholt offenbart worden, dass Gott will, dass die Menschenseelen zu Marias Füßen in Ihrer Eigenschaft als Herrin der Seelen niederknien und Ihr die tiefste Verehrung erweisen, weil Sie außer Ihm Selbst die einzige Trägerin Seiner Macht ist. Versuchen wir, diese Göttliche Verfügung zu erfüllen.

11. Voraussetzungen für eine richtige Marienweihe

Eine erste Voraussetzung, Maria wahrlich vollkommen dienen zu können, ist das Anstreben einer  großen Reinheit und Heiligkeit. Seien wir rein in unserem Herzen (reine, christliche Gefühle), in unserem Geist (tugendhafte Gedanken, keine unreine Phantasie) und in unserem Körper (Keuschheit, Genügsamkeit im Essen und Trinken, möglichst auf alle so genannten Genussmittel wie Tabak, Drogen und Alkohol verzichten). Unsere Weihe macht uns zum Tempel Mariens, der allerreinsten und allerheiligsten Jungfrau. Sorgen wir dafür, dass unser Geist, Herz und Körper jeden Augenblick jeden Tages für eine heilige Hochzeit mit Ihr bereit sind.

Maria ist vollkommen: die Schwachheit unseres Bundes mit Ihr beruht auf unserer eigenen Schwachheit. Daher wird die Fruchtbarkeit unserer Weihe von uns selbst abhängen. Maria kann dasjenige, was Sie in und durch uns bewirken will, nur in dem Maße vollenden, in dem unsere Seele dazu bereit ist, Ihr Wirken in sich aufzunehmen. Dies bedeutet an erster Stelle die Notwendigkeit einer großen Reinheit und einer großen Fähigkeit, bedingungslos zu lieben.

Sobald wir uns Maria geweiht haben, müssen wir in unserem praktischen Alltagslebens an erster Stelle die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllen, um auch tatsächlich als an Maria geweihte Seele zu leben:
  1. Uns von unserer Vergangenheit loslösen. Unsere Weihe an Maria kann erst dann erlebt werden, sobald wir Ihr unsere Vergangenheit übertragen haben. Wenn wir unsere Seele als einen Tempel betrachten, so ist unsere Vergangenheit darin eine geschlossene Kammer, derer Tür mit einem Schildchen versehen ist, auf dem steht: „Meine Vergangenheit.“ In dieser Kammer befinden sich Staub, jeglicher Schmutz, alte und unbrauchbar gewordene Materialien, usw. Durch die Spalten unter und neben dieser Tür dringen modrige Düfte in die übrigen Teile unseres Tempels durch: negative oder schmerzhafte Erinnerungen, die unsere Seele in Unruhe oder Unfrieden versetzen. Die Vergangenheit gibt es nicht mehr, führt allerdings in uns noch ein Eigenleben durch die Spuren, die sie in unserem Geiste und Herzen hinterlassen hat (unsere Erinnerungen, Gefühle über frühere Erfahrungen…).

    Weil unsere Vergangenheit nur einen Teil unseres vergänglichen irdischen Lebens ausmacht, hat sie an sich keinerlei Wichtigkeit für unser ewiges Leben. Der Weg unseres Lebens ist nichts anderes als eine ununterbrochene Reihe von Erfahrungen, woraus wir Lehren für die Entwicklung unserer Seele ziehen müssen. Jede dieser Erfahrungen an sich ist unwichtig: ihre einzige Bedeutung ist jene einer Schule. Was zählt, ist unser Leben heute (die Art und Weise, auf welche wir mit den Erfahrungen von heute und jenen aus der Vergangenheit umgehen) und unsere feste Hoffnung auf die Zukunft. Um richtig in der Gegenwart funktionieren zu können, müssen wir bei unserer Weihe an Maria zu allernächst unsere Vergangenheit an Sie abtreten. Wir sagen Ihr: „Maria, meine Vergangenheit und alles, was davon noch in meinem Geist und Herzen übrig bleibt, gehört Dir allein. Geruhe, mich davon zu reinigen.“ Sie wird dann das Schloss dieser Kammer aufschließen und die Kammer öffnen. Sie wird die Kammer von allem Unrat, Staub und Schmutz und unbrauchbaren Materialien reinigen, und dadurch, dass diese Kammer jetzt durch Maria betreten und gereinigt wird, wird sie Ihren Himmlischen Duft annehmen, sodass aus dieser Kammer nichts anderes mehr hinaus strömt als frische Düfte, die uns nicht länger stören: Wir werden von unserer Vergangenheit gereinigt. Wer weiterhin in und mit der Vergangenheit lebt, kann kein richtiger Diener Mariens sein.

    Diese Gegebenheit erinnert uns auch an das Bild, dessen Sich Jesus im Evangelium bedient: Wer für das Reich Gottes arbeiten will, muss die Hand an den Pflug legen und darf nicht mehr zurückschauen. Totale Weihe an Maria bedeutet, uns selbst in Ihren Mutterschoß zu legen, um aus Ihr aufs Neue für ein total neues Leben geboren zu werden. Es bedeutet, auf alle Anhänglichkeiten sowie alten Gewohnheiten zu verzichten und uns selbst voll und ganz für ein Leben ohne festgefahrene Verhaltensmuster oder feste Gewohnheiten  aufzuschlieβen, in voller Flexibilität, immer bereit um allem gerecht zu werden, was Maria von uns verlangt. Vergessen wir nicht, dass wir jetzt nur für und mit Ihr leben und dass Sie unsere Herrin ist. Nur Ihre Interessen zählen noch. Geben wir uns selbst Ihr, vollkommen und vertrauensvoll hin, und Sie wird für all unsere Nöte sorgen. Maria sehnt Sich danach, in unserem Herzen wie ein Filter zu leben, sodass wir nach allem (unter anderem nach unserer Vergangenheit mit all ihren Traumata und negativen Erinnerungen) nur noch aus Ihrem Herzen heraus schauen. So lernen wir auch im weniger Angenehmen Ihren Einfluss zu sehen, sodass es uns leichter fällt, alte Verletzungen und die dazugehörige Bitterkeit oder den damit einhergehenden Groll für immer los zu lassen. Dies ist einer der Wege, entlang welchem Maria unser Herz umwandelt und uns einen total neuen inneren Frieden schenkt.

  2. Sich von der Welt loslösen. Die Welt (das Ganze aller Einflüsse aus unserer Umgebung im weitesten Sinne des Wortes, also auch aus der Presse, den Medien, der Werbung, usw.) ist das Gebiet Satans und ist aus diesem Grunde von Unreinheiten in den unterschiedlichsten Formen durchdrungen. Satan ist der große Feind Mariens. Er hat von Gott die Erlaubnis bekommen, die Menschheit zu prüfen, und er tut dies mit großer Unverfrorenheit den Seelen gegenüber, die sich total Maria weihen, weil gerade diese Seelen die Maria dazu befähigen, Ihre zerschmetternde Macht über Satan auszuüben. Er tut dies vorzugsweise durch die Einflüsse aus unserer Lebensumgebung und dadurch, dass er die Verfassung unseres Geistes und Herzens aufgreift. Er lässt kein einziges Mittel ungeprüft, um uns zu Fall zu bringen, indem er uns in Situationen führt, in denen unsere Schwächen zu Tage treten. In solchen Situationen sind wir am anfälligsten für Versuchungen. Seien wir immer behutsam, denn das Leben in dieser modernen Welt ist voller Verlockungen. Satan versucht, uns auf sehr listige Weise von Jesus und Maria wegzuführen. Seien wir deshalb äußerst vorsichtig mit Fernsehen, mit Lektüre, mit allem, was wir auf und entlang der Straße sehen können, mit den verunreinigenden Einflüssen seitens unserer Mitmenschen (Entmutigung, negativen Verfassungen, körperlichen Verführungen, usw.).

    Die Welt ist der Bereich der körperlichen Bedürfnisse, des Materialismus. Die Bedürfnisse, die vorrangig sein müssen, sind jene unserer Seele. Solange wir in den Verlockungen unserer Lebensumgebung verhaften und unser Verhalten durch dasjenige bestimmen lassen, was in der Welt vorgeht), was wir hören, was wir sehen, was andere tun und sagen und was unser Körper, unsere Gefühle und Gedanken uns an Bedürfnissen einflüstern, die in vielen Fällen lediglich Scheinbedürfnisse sind, sind wir für den wirklichen Dienst an Maria nicht bereit. Die Bedürfnisse unseres weltlichen Lebens  halten uns wie in einer Kette gefangen. Daher kommt es, dass Nahrung, Sexualität, Kleidung und dergleichen mächtige Bedürfnisse bilden, die nicht selten wahre Süchte erzeugen. Wenn wir uns selbst total Maria hingeben, um wirklich Ihr Besitz und Eigentum zu werden, bieten wir Ihr die Möglichkeit, uns aus diesen Ketten zu befreien. Lassen wir Maria die einzige Herrin unseres Körpers und seiner Bedürfnisse sein und Sie wird die Welt in uns unter Ihren Füßen gefangen halten.

  3. Sich von unserem „ich“ loslösen. Solange wir an uns selbst festhalten, unsere eigenen Nöte und Wünsche und unsere Lebensumgebung noch an vielen Punkten auf uns selbst konzentrieren, kann von totaler Weihe keine Rede sein. Es ist notwendig, dass wir völlig und ganz für Maria leben, das heißt, für die Gründung von Gottes Reich auf Erden, denn diese Gründung bildet Marias großen Auftrag in den Letzten Zeiten. Konkret bedeutet dies, dass wir als an Sie geweihte Seelen nur dazu leben, unsere Mitmenschen näher zu Gott zu bringen, Gottes Ewige Wahrheit in die Seelen zu säen und mit all unseren Kräften am Triumph Mariens in allen Herzen zu arbeiten. Dies alles ist nur möglich, wenn unser Herz wirklich an Maria orientiert ist und wir bereit sind, uns selbst und unsere eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund unserer Aufmerksamkeit und unserer Anstrengungen zu verschieben. Totale Weihe an Maria bedeutet: unser ganzes Wesen und unser ganzes Leben Ihr zu geben und es für Sie hinzugeben. Sagte Jesus nicht bereits, dass es keine größere Liebe gibt als jene, dass man sein Leben für den Anderen hingibt?

    Totale Weihe ist im Grunde genommen nichts anderes als dieses: Die an Maria geweihte Seele gibt ihr Leben für Maria, in dem Sinne, dass sie ihr ganzes Leben und all ihre Anstrengungen Ihr weiht. Wahre Weihe, die in allen Gegebenheiten des Lebens durchlebt wird, bedeutet, dass die geweihte Seele sich selbst mehr und mehr vergisst. Uns selbst wirklich verleugnen, ist nur möglich, wenn unser Herz die wahre Liebe gefunden hat. Daher ist eines der notwendigsten Bittgebete jenes um ein starkes Wachstum in der Liebe. Ohne eine starke Liebe können wir nicht zur Selbstverleugnung gelangen, die notwendig ist, damit unsere Weihe Früchte trägt. Aus diesen Gründen ist beten für unsere eigenen Bedürfnisse nicht vereinbar mit totaler Weihe. Wir müssen daran glauben, dass unsere totale Selbsthingabe an Maria Sie dazu veranlasst, automatisch für unsere Bedürfnisse zu sorgen. Durch eine totale Weihe werden wir Marias Besitz und Eigentum. Nun denn, Maria lässt Ihren Besitz und Ihr Eigentum nicht verloren gehen.

  4. Annahme unserer täglichen Kreuze. Unser Lebensweg ist mit einem Kreuzweg vergleichbar. Prüfungen, Betrübnisse, Schmerzen, Krankheiten, Ermüdungen, Rückschläge, Lasten, Verletzungen, Enttäuschungen, Entbehrungen, Hunger, Durst, Kälte, Angst, Unruhe, usw., jedes davon ist ein Kreuz. Wenn wir all diese Kreuze unseres Lebens Maria in liebevoller Annahme weihen, werden sie zu Quellen von Gnade und Heil für unsere Mitmenschen. Diese liebevolle Annahme und Weihe derselben ist eine absolute Voraussetzung für ein fruchtbares Leben als an Maria geweihte Seele. So helfen wir, in den Seelen die Erlösung zu vollenden, die durch das Leiden und den Kreuzestod Jesu begonnen und möglich gemacht worden ist. Jesus hat die Menschenseelen durch Seinen Kreuzestod erlöst.

    Wie müssen wir dies verstehen? Es gibt in der Schöpfung eine Art Gleichgewicht, das instand gehalten werden muss: Gott verlangt eine reine Schöpfung. Jedes Mal, wenn von dieser Reinheit durch unterschiedlichen Unreinheiten, Untugenden und Sünden (und diese sind unzählig, jeden Tag aufs Neue, auf der ganzen Welt) abgewichen wird, muss dem eine Form von Gutmachung gegenüber stehen. Dieser Ausgleich erfolgt durch Gebet und aufgeopferte (geweihte) Leiden. Zahllose Menschen beten nicht, opfern nichts auf, weihen nichts (im Gegenteil, sie verfluchen Gott, weil sie glauben, dass Er das Leiden verursacht). Dadurch geht die „spirituelle Qualität“ der Schöpfung stark zurück. Daher ist der totale und beharrliche Einsatz der an Maria geweihten Seele so wichtig. Halten wir uns dies immer vor Augen. Das christliche Heilsmysterium ist ein Mysterium von Erlösung durch Leiden. Das aufgeopferte (geweihte) Leiden der an Maria geweihten Seele ist die reinste Form der Liebe. Gott hat jede Seele geschaffen und sehnt Sich danach, sie nach diesem irdischen Leben bei Sich im Himmel zu haben.

    Der Preis einer Seele ist für Gott unendlich hoch. Wir können diesen Preis an dem unermesslichen Leiden abmessen, das Jesus von Gethsemani bis Kalvaria angenommen hat. Durch ihr aufgeopfertes Leiden bringt die an Maria geweihte Seele die Seelen, die sonst verloren gehen würden, zu Gott zurück. Dies ist reine Liebe Gott und dem Nächsten gegenüber, vorausgesetzt, die an Maria geweihte Seele opfert ihre Leiden ausdrücklich zu dem Zweck Maria auf, in Liebe und widerstandslos. Die an Maria geweihte Seele wird dann zu Miterlöserin. Bedenken wir jedes Mal, wenn wir Krankheit, Schmerz, Betrübnis oder Unbequemlichkeit, welcher Art auch immer, empfinden, wir diese zu einem Mittel der Abbüßung von Sünden (von uns selbst oder von anderen) machen können, unter der Voraussetzung, wir opfern dieses Leiden unmittelbar Maria auf oder durch Sie Gott. Betrachten wir alles, was uns zustößt, nachdem wir unsere Weihe an Maria ausgesprochen haben, als aus Marias Händen kommend oder als etwas, das unter Ihrer Kontrolle steht und in Ihrer Macht liegt. Wir werden uns dadurch abgewöhnen zu grübeln, zu protestieren, über unsere Erfahrungen angespannt zu sein, usw.

    Maria ist Herrin der Göttlichen Vorsehung: Sobald Sie dazu die Gelegenheit bekommt, steuert Sie jede Einzelheit unseres Lebens. Je mehr Aufopferungen und Prüfungen wir Maria in Liebe, Annahme und Hingabe (widerstandslos) darbieten, desto mehr kann Sie auch Ihre unendliche Macht über Satan ausüben. Jede Auflehnung oder Unzufriedenheit aus unserem Herzen verzögert Marias Sieg und verschiebt die Gründung von Gottes Reich des Glücks und Friedens auf Erden. Wenn wir über jede Prüfung, die unseren täglichen Weg kreuzt, erheben und murren, leisten wir keinen Beitrag zur Rettung der Welt. Von uns wird das Eine erwartet: dass jeder Augenblick unseres Lebens auf die Verwirklichung der Absichten Mariens gerichtet ist, nicht auf unsere Absichten, denn Sie wünscht Sich doch nur unser ewiges Glück und die Befreiung der Welt. Wenn wir uns gegen die Prüfungen auf unserem Lebensweg auflehnen, dienen wir in Wirklichkeit nicht Maria oder Gott, sondern Satan: Er nährt sich mit jeder Auflehnung von Menschenseelen, denn er betrachtet diese als Widerstand gegen Gottes Pläne und als Aufsässigkeit Maria gegenüber in Ihrer Eigenschaft als Herrin der Göttlichen Vorsehung. Lassen wir daher unser tägliches Leid nicht verloren gehen: Weihen wir uns total Maria, wenden wir diese Weihe mit unserem ganzen Wesen an und nehmen wir alles an, was Sie uns zukommen lässt, denn Sie ist die Herrin unseres Lebens. Dann werden unsere Kreuze uns nach diesem Leben den Himmel verdienen, die Welt aus allem Elend retten und Gott verherrlichen.

  5. Liebevolles Herantreten an unseren Mitmenschen. Als vollkommen an Maria geweihte Seele kommt unsere Lebensaufgabe hauptsächlich im Umgang mit unserem Mitmenschen zum Ausdruck. Unser Auftrag besteht aus der Lieferung des „Rohstoffes“, aus dem Maria schöpfen kann, um Gottes Gnaden unter den Seelen zu verteilen. Dieser Rohstoff kann verschiedene Formen annehmen: Gebet, Sühne-Akten, Aufopferungen, Leiden, Prüfungen, Akte der Unterwerfung und des Gehorsams Maria gegenüber, Akten der Wiedergutmachung aber auch unmittelbare Akten der Nächstenliebe.

Von uns wird erwartet, dass wir Maria in unserem Umfeld vertreten. Wir können dies mit Worten, mit Taten, aber auch durch die Art und Weise wie wir sind: Je intensiver Maria in uns lebt, desto mehr wird unser Mitmensch durch eine Ausstrahlung „berührt“ werden, die in Wirklichkeit von Maria in unserem Herzen stammt. Diese Ausstrahlung kann zutage treten durch die Sanftheit unserer Stimme, die salbende Wirkung unserer Worte, die Glut unserer Augen oder unseres Gesichtes, die innere Ruhe unserer Handlungen und ähnliche.

Maria zu unserem Umfeld hin vertreten, tun wir aber ebenso sehr in dem Maße, in dem unser ganzes Auftreten und unser Umgang unseren Mitmenschen an eine „übermenschliche“ Kraft erinnert, die in uns wirkt: Frohsinn in allen Situationen, die Neigung, unseren Mitmenschen nicht mit unseren eigenen Problemen zu belasten, eine Sanftmütigkeit, welche die innere Kälte oder Anspannung bei unserem Mitmenschen auftauen lässt, eine Dienstbarkeit in vollkommener Selbstverleugnung und nicht zuletzt eine große Fähigkeit zur Versöhnung und eine große Vergebungsbereitschaft. Wer Groll, Ärger und Bitterkeit in sich Wurzeln schlagen lässt, kann nicht Marias Werke tun.

Wenn uns ein Mitmensch einst verletzt hat, vergeben wir ihm dann von Herzen, öffnen wir unsere Arme und schließen wir ihn in unser Herz. So werden wir auch in seinem Herzen viel Spannung wegnehmen und so nehmen wir Satan allen Wind aus den Segeln: Er kann dann keine der beiden Parteien noch für sein Werk der Verwüstung einsetzen. Wenn ein Mitmensch uns verletzt hat, müssen wir uns vor Augen halten, dass er wie ein Messer ist, das uns eine Wunde zugefügt hat. Bedenken wir dabei, dass wir weder weiterhin auf das Messer schauen noch dem Messer die Schuld geben dürfen, sondern dass wir die Hand sehen müssen, die das Messer geführt hat: Dies ist letztendlich Satan, der immer der Hauptschuldige ist. Er ist derjenige, der das Messer führt. Das Messer ist der schwache Mensch, der auf die Versuchung eingeht, uns zu verletzen. Lernen wir, ihm zu vergeben, wie Maria den Mördern Ihres Sohnes auf Kalvaria vergeben hat.

Übrigens müssen wir uns vor Augen halten, dass wir nicht zwei Herren gleichzeitig dienen können. Wenn wir uns selbst Maria geschenkt haben, ist Sie unsere einzige Herrin und müssen wir genauestens darauf Acht geben, dass unser Verhalten, unsere Worte, Gedanken, Gefühle und Wünsche nicht mehr zu Diensten des Bösen stehen können. Lassen wir unser Verhalten und unsere ganze Art und Weise wie wir sind dem Satan dadurch zur Qual werden, dass wir es zum Äußersten anstreben, ein Spiegel Mariens zu werden. Dann werden wir den Balsam Ihrer Liebe auf die Herzen ausbreiten. Nur dann können wir tatsächlich an Maria geweihte Seelen sein..

12. Fallen für die an Maria geweihten Seelen

Vollkommene und wahrlich gelebte Marienweihe ist eine unvergleichlich große Gnade. Sie wird denn auch auf viel Widerstand stoßen. Bedenken wir immer, dass Maria und Satan gegenseitig absolute Gegensätze sind. Wenn wir uns für ein Leben in ausschließlichem Dienst Mariens entschieden haben, werden wir allen möglichen Angriffen aus der Welt ausgesetzt sein, denn die weltlichen Aspekte des Lebens bilden das Versuchsgelände Satans schlechthin. Vollkommene Marienweihe ist eine Lebenshaltung, die nicht nur unsere eigene Seele, sondern auch viele andere Seelen von der Einflusssphäre Satans wegführt. Daher die vielen Widerstände, die wir erwarten können. Maria hat eine absolute Macht über das alles, ebenso wie über Satan selbst, doch es bringt uns einen viel größeren Verdienst, wenn wir diese Einflüsse mit unseren eigenen Anstrengungen bekämpfen, in vollkommener Zusammenarbeit mit Maria.

In dem Buch des Lebens, das in der Stunde unseres Gerichtes vor Gottes Thron auf der Seite unseres Lebens geöffnet wird, steht aufgezeichnet, welche Verdienste wir während unseres Lebens auf Erden erworben haben. Bei jenen, welche wir in inniger Weihe an Maria verdient haben, steht mit goldenen Buchstaben Marias Name hinzugefügt, wodurch diese Verdienste in Gottes Augen ein Vielfaches ihrer gewöhnlichen Anziehungskraft bekommen. Alles, alle Einzelheiten unseres Lebens, in denen wir Maria vollen Anteil vergönnt haben, ist für unsere Seele wie Saat Ewigen Lebens. Wegen der vielen Widerstände, die wir in unserem Leben als vollkommen an Maria geweihte Seele erwarten können, ist eine große Wachsamkeit geboten. Die Wachsamkeit ist eigentlich die Verkehrsampel der Seele: Sie warnt die Seele vor der Gefahr von „Verkehr“ aus einer anderen Richtung und lehrt sie so, bestimmte Gefahren auf ihrem Weg zu erkennen. Wenn unsere Wachsamkeit gut funktioniert, springt das Licht rechtzeitig auf Rot, und wir werden davor gewarnt, dass wir für möglichen Schaden von außerhalb aufpassen müssen. Als vollkommen an Maria geweihte Seelen sind wir Ihre Diener. Lassen wir uns nicht irreführen, denn Satan ist so listig, dass er uns für seine eigene Sache arbeiten lassen kann, ohne dass wir es vermuten. Worauf müssen wir Acht geben?
  1. Weihe aus falschen Gründen. An erster Stelle weihen viele sich Maria aus falschen Gründen. Ganz oft geschieht dies in der Erwartung, dass es der an Maria geweihten Seele in weltlicher Hinsicht „besser“ gehen wird, weil sie künftighin unter Marias Schutz steht. Maria verteidigt und beschützt die ernsthaft an Sie geweihten Seelen tatsächlich, aber dieser Schutz befreit sie nicht von Prüfungen, oft im Gegenteil. Als vollkommen an Maria geweihte Seele werden wir zu einem Leben von Selbstaufopferung berufen zur Wiederherstellung des Ungleichgewichtes, das aus den unaufhörlichen und unzähligen Sünden der ganzen Menschheit in der Schöpfung hervor gegangen ist. Diese Wiederherstellung kann nur durch Anstrengungen erfolgen: Gebet, Buße, Aufopferungen, Annahme und Weihe von Lasten und Leiden unterschiedlicher Art. Wenn wir uns an Maria weihen, damit wir in unserem weltlichen Leben mehr Wohlstand genießen und vor Prüfungen bewahrt bleiben, haben wir den Grundsatz der totalen Weihe nicht verstanden. Unser Verhalten und unsere Bestrebungen dürfen keine weltlichen Antriebe mehr haben, denn Marienweihe ist ein Leben, das nur in dem Maße Frucht tragen kann, in dem wir versuchen, uns zu vergeistigen, das heißt, in dem Maße, in dem wir uns von weltlichen Befriedigungen losgelöst haben, ebenso wie von der Orientierung aller unserer Anstrengungen an den stofflichen Bedürfnisse unseres Körpers.

  2. Denken nach weltlichen Maßstäben. Als vollkommen an Maria geweihte Seele müssen wir “auf übernatürliche Weise denken und fühlen lernen”. Denken und Fühlen nach weltlichen Maßstäben, bedeutet eine Weise des Denkens und Fühlens, wobei wir an erster Stelle erwägen, was für die Welt, für unser Leben in der Welt und für die Welt in uns selbst von Interesse ist, wobei wir uns führen lassen durch Materialismus, Hochmut, Genusssucht, Machtstreben und die Neigung, unseren Mitmenschen herabzuwürdigen oder derart darzustellen, dass er weniger wichtig erscheint als wir selbst. Dabei werden wir große Aufmerksamkeit für Äußerlichkeiten zeigen (zum Beispiel körperliches Erscheinen, scheinbaren Wohlstand oder Reichtum, usw.). Wir werden in diesem Falle auch auf die Auffassung Wert legen, die ein Mitmensch aufgrund von Oberflächlichkeiten von uns hat. Ereignisse und Situationen sind in der Tiefe, in ihrem Wesen, oft anders, als sie an der Oberfläche erscheinen.

    Der Schein der Dinge kann uns dazu verführen, zu richten, sei es ausgesprochen, sei es im Verborgenen unseres Herzens. Wenn wir „auf übernatürliche Weise“ denken und wahrnehmen lernen, werden wir lernen, durch die oberflächliche Realität hindurch den wahren Kern der Dinge zu sehen. Dieser Kern ist Gottes Wirklichkeit, welche die einzige Wahrheit ist, die oft die Fähigkeiten unserer Wahrnehmung übersteigt. Dazu müssen wir uns regelmäßig fragen: Gründe ich meine Ansichten oder meine Wahrnehmungen nicht zu leicht auf dasjenige, was ich vermeintlich sehe, oder erkenne ich, dass dieses Ereignis oder diese Situation eine tiefere Bedeutung oder einen tieferen Sinn hat?

    „Auf übernatürliche Weise“ denken und wahrnehmen, können wir uns folgendermaβen vorstellen: Bei allem, was wir zu einem bestimmten Augenblick tun oder sagen, denken oder fühlen, wünschen oder anstreben, versuchen wir, uns vorzustellen, dass wir bereits in der ewigen Glückseligkeit im Himmel leben und von dort aus auf diesen ganz bestimmten Augenblick in unserem irdischen Leben zurückblicken, und versuchen wir zu empfinden, was während dieses Rückblickens im Himmel in uns vorgeht: Wenn die betreffenden Handlungen, Gedanken, Gefühle, Worte, Wünsche oder die Anstrebungen, wirklich günstig gewesen sind für unsere Seele, werden wir uns selbst im Himmel dafür selig preisen; wenn sie für unsere Seele ungünstig gewesen sind, werden wir im Himmel unsere Unvollkommenheit in diesem Zusammenhang bereuen oder werden wir bereuen, dass wir in diesem Augenblick unseres Lebens unterlassen haben, etwas ganz bestimmtes zu tun oder zu sagen. Je intensiver wir unsere Weihe an Maria praktisch anwenden, desto tiefer kann Sie uns „in Ihre eigene Realität hineinziehen“: Sie wird uns lehren, mit Ihren Augen zu schauen, mit Ihrem Herzen zu fühlen, mit Ihrem Geist zu denken, mit Ihren Händen zu handeln, mit Ihrem Mund zu sprechen und aus Ihrem Willen heraus zu wollen und zu wünschen. Dies alles ist „übernatürliches Denken, Handeln und Wahrnehmen“.

  3. Die Einflüsse der Welt. Hier liegt das große Wirkungsfeld Satans. Die Welt ist eine unerschöpfliche Quelle von Ablenkung, Irreführung, Verführung, Versuchung, Irrtum, Betrug und Schein. Die Einflüsse der Welt greifen die großen Bedürfnisse auf, die der Mensch in Körper und Geist empfindet. An erster Stelle kommen diese zum Ausdruck im Materialismus (alle stofflichen Gegenstände, die wir uns erkaufen können und welche die Bedürfnisse des Körpers und Geistes abdecken müssen), in der Sexualität (alle Formen erotischer Empfindungen, Sinne aufreizenden Verhaltensweisen, Bildern, Texten, sogar Eitelkeit, Gefallsucht, Prunksucht und großer Aufmerksamkeit für die Schönheitspflege) und im Hochmut (dem häufig vorkommenden Bedürfnis, sich größer, besser, schöner, stärker, klüger oder wertvoller zu fühlen als der Mitmensch). Im Zusammenhang mit dem Hochmut müssen wir das Nachfolgende bedenken. Marienweihe ist eine Auserwählung, unter der Voraussetzung, dass sie tatsächlich in der alltäglichen Praxis angewendet wird. Lassen wir uns nicht in Versuchung bringen, uns selbst daher höher zu erachten als unseren Mitmenschen, der diese Berufung (noch) nicht erhalten hat. Beten und opfern wir im Gegenteil, damit dieser Mitmensch die Gnade der Erleuchtung und Einsicht bekommen möge.

    Viele weltliche Einflüsse bilden eine Kombination von mehreren dieser Äußerungen. Vor allem die Bedürfnisse auf den Ebenen von Materialismus und Sexualität werden oft gemeinsam beeinflusst. Dies ist ungehemmt der Fall in der Welt der Werbung, in Ladeneinrichtungen, Filmen und Fernsehprogrammen. Aus diesen Gründen tun wir gut daran, diese Einflüsse möglichst viel zu meiden oder uns dagegen möglichst wehrhaft zu machen. Was Filme und Fernsehen  angeht, gilt außerdem, dass diese Medien auch gefährlich sind wegen ihrer Neigung, das Bedürfnis des Menschen an Erholung auf eine verheerende und verunreinigende Weise dadurch zu befriedigen, dass sie den Geist mit leeren, bedeutungsarmen, irreführenden, verlogenen und bzw. oder unsittlichen Bildern, Worten und Geschichten füllen. Alle weltlichen Einflüsse haben dies gemeinsam: Sie schaffen eine Art Lebens‑, Denk- und Empfindungswelt, die mit der einen Wahrheit und Wirklichkeit Gottes, wie diese in der Lehre Christi enthalten ist, keine Berührungspunkte mehr haben.

    Meiden wir diese Einflüsse so entschieden wie möglich. Maria möchte nicht, dass wir diesen Einflüssen Zugang zu unserer Seele gewähren, denn sie führen uns (oft unmerklich) von Gott weg. Betrachten wir sie als schleichendes Gift. Die Einflüsse der Welt schaffen in Wirklichkeit eine Scheinwelt: eine Welt, die nichts mehr mit der Realität, wie Gott diese für die Seelen beabsichtigt hat, zu tun hat. Genau aus diesem Grund machen diese Einflüsse unsere Seele krank. Bedenken wir wohl, dass wir gegenüber diesem allen nicht machtlos dastehen: Die weltliche Einflüsse können eine Seele nur wirklich ins Wanken bringen, wenn diese Seele selbst in hohem Maße in der Welt verwurzelt ist. Eine Seele, die sich in weitgehendem Maße von der Welt losgelöst hat, legt auf dasjenige, was aus der Welt auf sie zukommt, zu wenig Wert, um durch dies alles noch wirklich gelähmt oder geschädigt zu werden. Legen wir alle Spuren der Welt in unserem Herzen und in unserem Geist durch eine inbrünstige Weihe unter Marias Füße, und Sie wird diese mit Freude und mit spürbarer Machtentfaltung zerschmettern.

  4. Unfriede im Herzen, wenn Dinge geschehen, die wir als unchristlich oder als mit den Tugenden strittig betrachten. Jeder Unfriede in unserem Herzen, der seinen Ursprung in der Tatsache findet, dass wir nicht mit dem einverstanden sein können, was ein Mitmensch tut oder sagt, sogar wenn dies dadurch kommt, dass dieser Mitmensch eindeutig gegen Gottes Gesetz verstöβt, gilt in Gottes Augen als Auflehnung gegen Seiner Vorsehung, die dieses Ereignis aus einem bestimmten Grund zugelassen hat, den wir nicht immer kennen können. Wir haben in diesem Fall also zu Unrecht das Gefühl, dass unsere Ansicht die richtige ist, da wir uns ja für das Gute einsetzen. Außerdem gilt im Allgemeinen, dass Unfrieden keinen Platz mehr in unserem Herzen eingeräumt werden darf, denn Unfriede drückt ein Nichtannehmen von demjenigen aus, was Gott und Maria in unserem Leben tun. Diese Verfassung wird Maria eher dazu veranlassen, sich zurückzuziehen, als Sich in unserem Leben wirklich willkommen zu fühlen. Wahrer Friede des Herzens drückt wahre Folgsamkeit und Gehorsam gegenüber Gottes Verfügungen und Marias Anweisungen und Inspirationen aus. Es ist daher auch für unseren Wert als an Maria geweihte Seele bestimmend, dass wir keine Auflehnung zulassen, wenn wir von Prüfungen betroffen werden, denn angenommene und geweihte Prüfungen wirken für unsere Seele und für viele andere Seelen befreiend.

  5. Menschenfurcht. Viele an Maria geweihte Seelen verleugnen ihre Weihe, indem sie der Meinung von Menschen mehr Aufmerksamkeit schenken oder ihr ein größeres Gewicht beimessen als der erhabenen Stellung Mariens. Vergessen wir nie, dass Maria unsere Herrin ist und dass wir Ihr die tiefste Ehrerbietung, vollen Gehorsam und aufrichtigen Dienst schuldig sind. Wie oft werden Menschen aus Furcht vor dem Urteil von Mitmenschen davon zurückgehalten, die Heilige Kommunion kniend und auf der Zunge zu empfangen (die einzige Weise des Kommunizierens, die wirklich mit Gottes Wünschen im Einklang ist) oder vor einem Bildnis von Maria zu knien? Diese Furcht ist eine Falle, die Satan uns setzt, denn, wenn wir die Zeichen unserer Unterwerfung an Maria aus Furcht vor dem Urteil unwissender Mitmenschen unterbleiben lassen, dienen wir nicht länger Maria, sondern Ihrem Widersacher. Sobald wir das Urteil eines Menschen höher erachten als das von Maria, läuft in der Anwendung unserer Weihe etwas falsch.

  6. Oberflächliche Verehrung Mariens. Viele meinen, dass sie vollkommen an Maria geweiht sind, während sie in Wirklichkeit nichts mehr als eine oberflächliche Verehrung für Maria hegen. Sie betrachten sich selbst als an Maria geweihten Seelen, weil sie einen Akt der Weihe ausgesprochen haben und diesen zum Beispiel ein einziges Mal im Jahr erneuern, sind jedoch gar nicht im wirklichen Sinne geweiht. Echte Weihe ist kein Gebet, sondern eine Lebenshaltung und Aufgabe, die alle Aspekte unseres Lebens durchdringt. Wenn dies nicht der Fall ist, sind wir kein Diener Mariens. Maria dienen, erfolgt mit dem Einsatz und der bewussten und gewollten Aufopferung unseres ganzen Wesens und jedes Augenblickes unseres Lebens. Eine Kerze für Maria anzünden, Sie an einem Wallfahrtsort besuchen oder an einer Prozession teilnehmen, ist lange nicht dasselbe wie die Marienweihe. Totale Weihe an Maria bedeutet: Ihr alles geben, was wir sind und haben, nur leben, um Ihr zu dienen, Sie als Herrin unseres ganzen Wesens und unseres ganzen Lebens betrachten und anerkennen und buchstäblich für und mit Maria leben und sterben.

  7. Die Neigung, uns von unserem Mitmenschen entmutigen zu lassen auf dem wunderbaren Weg, auf den unsere Himmlische Mutter uns eingeladen hat. Wir müssen auf dem eingeschlagenen Weg verharren. Halten wir uns fern von dem, was Menschen sagen. Der Teufel ist sehr listig und wendet sich vorzugsweise gegen die an Maria geweihte Seelen. Er  spricht durch den Mund von Menschen, damit wir entmutigt werden). Leben wir mit unseren Augen, Herzen und Geist bei Maria und bieten wir Menschen nicht die Gelegenheit, uns in eine andere Richtung zu beeinflussen. Nur so können wir in der Reinheit und Liebe bleiben, die von uns erwartet werden. Erwarten wir nicht, dass unsere Weihe bedeutet, dass uns nichts Negatives mehr zustoßen wird. Geben wir auch Maria nicht die Schuld daran, im Gegenteil: Seien wir Ihr dankbar für die Prüfungen, denn Sie bietet uns dadurch die Gelegenheit für viele zusätzliche Verdienste. In dem Maße, wie wir in der liebevollen Hingabe von uns selbst an Maria Fortschritte machen, werden jene, die ganz der Welt angehören, unser Verhalten und unsere Standpunkte bestreiten und verspotten, versuchen, uns zu entmutigen oder das Gefühl zu vermitteln, dass wir unsinnige Dinge tun, da das Leben „ganz was anderes zu bieten hat“.

    Solche Widerstände sind nichts anderes als Versuche Satans, uns von diesem goldenen Weg des Heils wegzustoßen. Tatsächlich, totale Marienweihe „passt nicht mehr“ in diese moderne Welt von Genusssucht, Bequemlichkeit und menschlichen „Lösungen“ für alle geringfügigen Schmerzen hinein. Lassen wir uns niemals aus der Fassung bringen. Beleidigen wir Maria niemals, indem wir solchen Worten auch nur die geringste Aufmerksamkeit schenken. Gefühle der Entmutigung schlagen oft Wurzeln in einer Seele, die zu wenig auf die Macht und die Liebe Mariens vertraut. Das einzige Heilmittel besteht darin, dass wir in der Tiefe unseres Herzens aufs Neue Verbindung mit Maria suchen und Sie bitten, dass wir Ihre Liebe wieder spüren dürfen. Entmutigung ist eine Form der Verunreinigung im Herzen und Geist. Maria kann unser Herz und unseren Geist in dem Maße reinigen, wie wir Sie befähigen, uns mit Ihrem Selbst zu erfüllen. Wir können dies tun, indem wir uns selbst verleugnen, Demut erstreben und Maria bitten, total in uns zu leben und zu wirken.

  8. Scheinargumente als Entschuldigung für versäumtes Wachsen. Es kommt häufig vor, dass so genannte an Maria geweihte Seelen ihre Lauheit oder ihren Mangel an Anstrengung zu wachsen, durch Argumenten schönzureden versuchen wie: „Ich kann dies nicht. Maria und Jesus taten dies wohl, aber Sie waren denn auch Heilige.“ Dies ist eine falsche und wertlose Entschuldigung. Es ist unsere Pflicht als Berufene, über unsere Schwächen hinauszuwachsen. Solange wir Mühe damit haben, ist es unsere Pflicht, intensiv die Gnade zu erflehen, darin Fortschritte zu machen. Wenn wir dies versäumen, bleiben wir als geweihte Seelen unfruchtbar. Die Tatsache, dass eine Seele heilig ist, heiβt nicht, dass sie von Anstrengungen und Prüfungen befreit wäre, oder dass sie ihre Wehrhaftigkeit gegen die Prüfungen und Kreuze ohne irgendeine Anstrengung in den Schoß gelegt bekommen hat. Auch für Maria und Jesus war das Leben auf Erden eine ununterbrochene Reihe intensiver Anstrengungen, Qualen und Schmerzen. Lassen wir uns nicht zu der Überzeugung irreführen, dass Sie keine Verdienste in der Überwindung von Versuchungen gehabt hätten.

  9. Falsche Auffassungen über die Marienweihe. Ganz oft hegen Menschen das Missverständnis, totale Marienweihe würde heiβen, dass man Jesus vergisst, verleugnet oder Ihn zur Seite schiebt. Nichts ist weniger wahr: Gott Selbst stellt uns Maria als den großen Schlüssel zur Befreiung und Heiligung vor. Maria bringt Gottes Licht in die Seelen auf eine Weise die besser bei der Fähigkeit der betreffenden Seele, das Licht in sich aufzunehmen, angepasst ist. Stellen wir uns das nachfolgende Bild vor. Wir stehen an einem sonnigen Tag in einem Gebäude an einem Fenster an der Sonnenseite. Das Sonnenlicht strahlt so grell hinein, dass es uns blendet. Demzufolge werden wir das Licht meiden. Betrachten wir jetzt dasselbe Bild, wobei das Fenster aber aus farbigem eingebranntem Glas besteht. Hier tritt das Licht nicht mehr mit Strahlen herein, die uns blenden und unseren Augen Schmerz zufügen, sondern als sanftes Licht in den bezauberndsten Farben. In diesem Fall werden wir die Nähe des Fensters nicht meiden, sondern wir erden fasziniert, angezogen und bezaubert. Wir werden unsere Augen kaum von der Farbenpracht auf den Mauern oder auf dem Fußboden abwenden können (wollen). Wir können dabei von Gefühlen stillen Erstaunens, Glücks, eines träumerischen Taumels von Frieden im Herzen und Rührung durchdrungen werden. Infolgedessen wird sich unser Herz öffnen, sodass wir die volle Einwirkung von Gottes Werk in unsere Seele erfahren können und unsere Seele total für Gott geöffnet werden kann.

    Was bedeuten diese Bilder konkret? Das Fenster ist wie das Tor unserer Seele. Das grelle Licht ist die unmittelbare Einwirkung von Gott auf die Menschen zu. Wir können diese Strahlung als zu schroff empfinden. Wenn wir aber das Tor unserer Seele an Maria weihen, ist es so, als ob Sie Selbst dieses Fenster in Besitz nimmt (Sie wird gleichsam Selbst zum Fenster) und als ob Sie Gottes Licht durch Ihr eigenes Wesen hindurch in allen Farben des Regenbogens brechen lässt. (Wir können darin auch ein Symbol für alle Tugenden und heiligen Eigenschaften sehen, womit Sie in der Vollkommenheit bekleidet ist.) Dadurch sorgt Sie, dass das Gottes Licht auf eine sanfte und bezaubernde Weise in uns hinein scheint, sodass wir es nicht mehr meiden, sondern es eher suchen werden. So öffnet Sie unsere Seele sowohl für uns selbst als auch für Gott. Menschen, die Marienweihe als Verleugnung Jesu betrachten, haben die rechte Ordnung von Gottes Werken nicht verstanden. Maria ist eines Herzens mit Jesus, nur bringt Sie das Wesen Christi auf eine Weise zu unserer Seele, die vollkommen unseren menschlichen Fähigkeiten angepasst ist. Sie kann dies, weil Sie die Brücke zwischen Himmel und Erden, die Mittlerin aller Gnaden und die Herrin der Seelen ist (siehe Kapitel 3). Wir können Jesus keinen größeren Dienst erweisen und Ihm keine größere Freude bereiten, als dadurch, dass wir uns selbst total Seiner Mutter hingeben. Es gibt keinen wirkungsvolleren Weg zu Gott als jenen, der durch Maria hindurch läuft. Immerhin ist es Jesus Selbst, der die Menschheit unter Marias Obhut gestellt hat, und zwar durch Sein Wort am Kreuze:
    „Frau, siehe, Dein Sohn; siehe, deine Mutter!“ Wo Maria ist, wird auch immer Jesus sein, denn Er lebt weiter in Seiner Mutter genauso wie in allen Kindern, die Ihr durch innige Weihe gehören.

  10. Verlust von Verdiensten. Es kommt so oft vor, dass eine an Maria geweihte Seele der Versuchung erliegt, während sie für einen Mitmenschen betet oder Aufopferungen weiht, gleichzeitig über diesen Mitmenschen Böses zu sprechen. Ebenso oft kommt es vor, dass die geweihte Seele sich über ihre Prüfungen beklagt oder dass sie ihre Anstrengungen „von den Dächern schreit“, damit Sie gepriesen wird. Dies alles macht uns als Diener Mariens unfruchtbar: Alle Verdienste, die unsere Anstrengungen uns erwerben können, werden dadurch zunichte gemacht. Geben wir uns selbst vollkommen Maria hin, dienen wir Ihr und erniedrigen wir uns selbst vor Ihr ohne Furcht vor dem Urteil von Menschen, sondern arbeiten wir für Sie und (wenn und insofern Sie dies von uns verlangt) opfern wir uns selbst auf für Sie, im Verborgenen. Die totale Selbstaufopferung in tiefster Demut, in Schlichtheit und in Besinnlichkeit, als ob wir ganz alleine zusammen mit Maria auf der Welt wären: Sehen wir da die wahre Nachfolge Mariens, denn Sie lebte genau so (demütig, in Sich gekehrt, in vollkommener Selbstaufopferung und als ob Sie ganz allein zusammen mit Gott lebte). Je mehr wir versuchen, Maria ähnlich zu sein, desto mehr werden wir Ihr wirklich dienen.

13. Was ist die ideale Marienweihe?

Totale Marienweihe ist ein Vertrag, ein heiliger Bund, zwischen Maria und unserer Seele. Weil außer Gott nur Maria vollkommen ist, sind wir in diesem Bund immer das schwache Glied. Dennoch kann man sagen, dass wir entweder eine gute geweihte Seele sind oder eben nicht. Dies bedeutet, dass wir nach dem Eingehen dieses heiligen Bundes durch unseren ersten Akt der Weihe, uns die Verpflichtung obliegt, so genau wie möglich nach den Vorschriften der Marienweihe zu leben. Wie verhält sich die ideale an Maria geweihte Seele? Wenn Maria Ihre geweihte Seele anschaut, muss Sie gleichsam Sich Selbst sehen, wie in einem Spiegel. Maria formt und knetet die Ihr geweihte Seele nach Ihrem Muster, solange und in dem Maße, in dem sie es Ihr ermöglicht.

Maria legt niemandem etwas gegen seinen Willen auf. Je mehr wir uns selbst total in Ihre Hände legen, desto mehr wird Sie über uns herrschen, zum Heil unserer Seele. Uns selbst total in Marias Hände legen, bedeutet, dass wir uns selbst verleugnen, unsere Nöte jenen von Gottes Plänen unterordnen und unsere täglichen Prüfungen mit Liebe annehmen. Woraus setzen sich Gottes Pläne zusammen? An erster Stelle aus Bekehrungen, Evangelisation und dem Ausbilden von echten Mustern der Weihe und Hingabe. Dies alles muss zur Verwirklichung der einzigen großen Zielsetzung Gottes führen: das Erlösungswerk Jesu in allen Seelen zur fruchtbar zu machen, damit Gottes Reich auf Erden gegründet werden möge.

Lassen wir Maria den Spiegel unserer Seele putzen. Sie wird unser ganzes Wesen derart einigen, dass wir immer mehr glänzen werden. Wir werden dann zu einem „Licht“ für unsere Umgebung. Es wird gesagt, dass ein Mensch immer mehr demjenigen ähnlich wird, den er innig liebt, weil er den Geliebten als Muster oder Spiegel sieht. So gilt auch, dass, wenn wir uns total in Maria verlieren, dies für unsere Umgebung nicht unbemerkt bleibt. Aus uns selbst heraus können wir nichts, doch je größer die Gnaden, die wir von Maria erhalten und die wir auf die rechte Weise in uns zur Reifung kommen lassen, desto größer wird unsere Fähigkeit, Ihr wirklich ähnlich zu werden. Maria besitzt die Macht, uns nach Ihrem eigenen Muster zu kneten. Dies erfordert von uns eine dauerhafte  Anstrengung und eine vollkommene Hingabe an Ihren Willen. Wir müssen uns selbst als Modelliermasse vor Ihr niederlegen und Sie bitten, Sie möge uns nach Ihren Erkenntnissen kneten und formen. Je vollständiger wir Maria befähigen, unseren eigenen Willen zu brechen und durch den Ihren zu ersetzen, desto schneller werden wir auf dem Weg zu Ihrem Ideal vorankommen. Das Leben der wirklich in Herz und Seele an Maria geweihten Seele ist niemals leicht. Wenn wir auf diesem gnadenvollen Weg die höchsten Gipfel erreichen wollen, wird einiges von uns verlangt werden.

14. Was gibt Maria uns zurück?

Es liegt in der Art des Menschen, dass er sich beim Erbringen einer intensiven Anstrengung durchwegs die Frage stellt, was er dafür zurück erhalten wird. Im Zusammenhang mit der totalen Marienweihe ist die Antwort einfach: unermesslich reiche Schätze im Himmel und bereits vor jenem Zeitpunkt unabsehbare Gnaden während unseres irdischen Lebens, auch wenn diese auch nicht alle für unsere Augen wahrnehmbar sind. Maria ist alle Macht über Gottes Gnaden in die Hände gegeben. Sie wird diese an erster Stelle in unsere Seele ausgießen, jedoch in dem Maße, in dem wir Ihr dienen, wird Sie Sich wiederholt als wahre Herrin der Vorsehung zeigen, auch in unseren stofflichen Nöten.

Das irdische Leben einer ernsthaft an Maria geweihten Seele kann schwer sein, weil im Allgemeinen von ihr verlangt wird, dass sie die Lasten der zahlreichen Menschen trägt, die nicht beten, ihre Kreuze weder annehmen noch weihen und ihre Lasten nicht in Frohmut und liebevoller Hingabe dem Himmel aufopfern. Doch genau darum geht es: Das christliche Heilsmysterium ist ein Mysterium der Erlösung durch Leiden. Durch unsere Leiden, Schmerzen, Lasten, Krankheiten, Betrübnis, Aufopferungen, Sühne-Akten, Fasten, usw. werden Seelen in dem Maße gerettet, in dem dies alles geweiht (aufgeopfert) wird, denn in Marias Händen wird alles Leid zu Blumen der Gnaden zur Erlösung von Seelen aus der Finsternis des Bösen und der Sünde. Menschlicherweise können wir dadurch abgeschreckt werden. Dies ist tatsächlich bei vielen der Fall. Genau aus diesem Grund treten viele kurze Zeit nach dem Aussprechen ihres ersten Aktes der Weihe an Maria zurück. Diese Menschen haben sich aber nie allen Ernstes beiden nachfolgenden zwei Fragen gestellt: Wiegen die Lasten eines kurzen Lebens die Schätze auf, die ich dafür in der Ewigkeit erhalten kann? Findet unser Herz Ruhe beim Gedanken, dass Jesus und Maria, die großen Unschuldigen und vollkommen Heiligen, alle Leiden für die Welt ohne uns tragen müssen?

Wenn wir etwas von Maria zurück erwarten, ist unsere Liebe nicht aufrichtig. Wenn wir Sie tief lieben, werden wir vor Sehnsucht brennen, Ihr alles zu schenken, das irgendwie in unserer Macht liegt. Wenn wir daran zweifeln, dass Sie uns unendlich mehr geben wird, als wir Ihr geben können, sind unser Glaube und unser Vertrauen auf die Liebe und die Macht Mariens beschämend gering.           Wie schwer und vielfältig die Lasten eines Lebens als an Maria geweihte Seele oft erscheinen mögen, wenn wir Maria wirklich alles in uns vollziehen lassen, was Sie in uns vollziehen möchte, werden wir irgendwann merken, dass das Leben als Ihr geweihte Seele eine unvergleichliche Genugtuung schenkt, weil unsere Seele diese Berufung als den Weg erkennen wird, zu dem sie wirklich berufen ist.

Maria alles in uns vollziehen lassen, was Sie möchte, bedeutet: derart nach Ihrem Willen leben, im genauen Erstreben Ihrer Tugenden und unter Beachtung der wahren Zielsetzung Ihres Planes (der Gründung von Gottes Reich auf Erden und der Heiligung von Seelen), dass Sie ohne Widerstand Sich Selbst in uns ausgießen kann. Wir werden von Maria alles bekommen, wenn wir dazu bereit sind, diese eine Bedingung zu erfüllen: wie ein Nagel in Ihrer Hand zu sein, bereit, um willenlos die Schläge des Lebens zu erdulden, weil Maria diese für die Verwirklichung Ihres Planes gebrauchen kann, und genau deswegen geeignet, Seelen zusammen zu bringen, genau so wie ein Nagel Holzstücke aneinander halten kann. Was bekommen wir dafür? Die Seligkeit, in Marias Hand zu liegen, unter Ihrer Beherrschung eingesetzt und benutzt zu werden und den ewig dauernden Verdienst, dass wir in das unvergängliche Bauwerk Gottes eingefügt worden sind.

KAPITEL 2

DAS LEBEN ALS AN MARIA GEWEIHTE SEELE, AUSGEDRÜCKT IN BILDERN

Damit wir wirklich verstehen lernen, was das Leben als total an Maria geweihte Seele konkret beinhaltet und wie wir diesem Leben die rechte Form geben können, damit es fruchtbar ist, möchte ich eine Anzahl von Bildern darstellen, mit denen Maria Selbst mich in Visionen, unter anderem während der Weihe von Seelen an Sie, unterrichtet hat, wie Sie den Menschen als Ihren Diener sehen möchte.

Wir können unser Leben als an Maria geweihte Seele auf verschiedene Weisen betrachten lernen:

1. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als das Leben in einem Tempel

Maria vergleicht die Seele gerne mit einem Tempel. Ein Tempel ist ein heiliger Ort, wo gebetet wird, wo Gott wohnt und wo heilige Handlungen verrichtet werden, unter anderem Aufopferungen und Messopfer. Auch unsere Seele ist heilig geschaffen. Ein großer Tempel setzt sich aus vielen Räumen und Kammern zusammen (Dies war zum Beispiel mit dem Tempel von Jerusalem zu Lebzeiten Jesu und Mariä auf Erden der Fall).

Auch unsere Seele kann als ein Ganzes betrachtet werden, das sich aus vielen kleinen Kammern zusammensetzt. Viele dieser Kämmerchen sind uns selbst nicht oder kaum bekannt. So gibt es auch eine Kammer, in der die Erinnerungen aus unserer Vergangenheit gespeichert sind. (Ich habe im Punkt 10 des Kapitels 1 darauf hingewiesen). Aus sich heraus ist unser Tempel unterschiedlichen Quellen von Bedrohung, Zerfall, Verschmutzung, Verfinsterung, Kälte, usw. ausgesetzt. Diese Quellen können erst dann unwirksam gemacht werden, wenn wir Maria in unseren Tempel einladen, nicht für einen vorübergehenden Besuch, sondern als Königin, um dort Ihren Thron zu errichten und dort zu herrschen. Dies tun wir dadurch, dass wir unsere totale Weihe an Maria aussprechen.

Durch diesen ersten Akt der Weihe öffnen wir das Tor unseres Tempels. Es ist unser Sehnen nach Maria, welches den Riegel des Tores wegschiebt, und das Aussprechen des ersten Aktes der Weihe ist das Öffnen des Tores. Maria betritt unseren Tempel und gleich wird er mit allem, was von Ihrem erhabenen allerheiligsten Wesen ausgeht, durchstrahlt. In dem Maße, wie wir immer mehr und intensiver gemäß den Voraussetzungen der totalen Weihe zu leben beginnen, schreitet Sie weiter durch unseren Tempel. Überall, wo Sie vorbeikommt, strahlt Sie Ihr Licht um Sich herum und verbreitet Sie den Duft Ihrer Heiligkeit. In der anmutigsten Weise schreitet Sie ruhig auf den Altar, den Kern unseres Tempels, zu.

Wir können es so betrachten, als wäre der Altar unser Herz: Von dort aus steigen unsere Gebete, Lobpreisungen, Danksagungen und alle Äußerungen der Liebe zum Himmel empor. In dem Maße, wie wir unsere Weihe an Maria vollkommener und intensiver in der Lebenspraxis anwenden, kommt Sie schneller auf Ihrer Reise durch unseren Tempel voran. In dem Maße, wie wir uns völlig von uns selbst, von der Welt, von unserer Vergangenheit usw. loslösen (totale Entsagung, also Vergeistigung) und mit mehr Liebe und Annahme unsere Kreuze aufnehmen und aufopfern, nähert Sich Maria unserem Altar. Schließlich besteigt Sie dort die Stufen, errichtet dort Ihren Thron und regiert von dort her unseren ganzen Tempel. Ihre Thronbesteigung geschieht in dem Augenblick, in dem wir die Worte „Totus Tuus, Maria“ (Ich bin völlig und ganz Dein, Maria) wirklich in der Tiefe unseres Herzens zu leben beginnen. (Diese Worte auszusprechen, reicht aber nicht aus.)

In dem Augenblick Ihrer Thronbesteigung wird die Ausstrahlung von Marias Macht, Liebe, Licht und Parfüm so intensiv und überwältigend, dass unser ganzer Tempel davon durchdrungen wird. In diesem Augenblick entkommt nichts in unserem Wesen noch Ihrer Herrschaft. Weil es in der menschlichen Natur liegt, sich oft gegen das geringste Missgeschick oder gegen jede Verunreinigung aus der Welt aufzulehnen, ist es unsere Pflicht, alles, was uns negativ beeinflussen kann, so bald wie möglich ausdrücklich Maria zu weihen.

In Offenbarungen wurde mir das Bild gezeigt, wobei jeder verunreinigende Einfluss dem Eindringen einer Schlange (Symbol für Satan) in unseren Tempel gleichkommt. Wenn wir die Schlange bemerken (die Versuchung oder Verunreinigung feststellen oder fühlen) und diese inbrünstig Maria weihen, gebietet die Königin unseres Tempels diese Schlange zu Ihren Füßen. Diese kann nicht anders als zu gehorchen (denn Maria hat alle Macht über das Böse), und die Schlange kriecht auf den Thron zu, wo Maria sie unter Ihrem Fuß einfängt.

Die goldene Regel lautet immer: Marias Macht in unserem Tempel ist im Grunde genommen unbegrenzt, aber Sie wartet auf den Ausdruck unseres Verlangens, Ihre Macht tatsächlich zu entfalten.

So müssen wir als Geweihte mit Maria leben: in totaler und bedingungsloser Unterwerfung, in totalem Vertrauen und in alles verzehrender Liebe, die uns jeden Augenblick des Tages und der Nacht nach Marias Wirken in uns sehnen lässt.

Was geschieht jetzt in unserem Tempel? Alle Rückstände von Schmutz und Staub werden weggeräumt, und das wohl in dem Maße umso gründlicher, wie wir uns danach sehnen, reiner zu werden. Alle dunklen Ecken werden beleuchtet (unsere Schwächen und nicht gebeichteten Sünden), sodass wir all unsere verborgenen, unbewussten Unzulänglichkeiten zu entdecken beginnen und sie Marias heiligem Licht anvertrauen können (durch immer intensivere und vollkommenere Weihe und durch unsere Sühnebereitschaft).

Alle Kammern unseres Tempels, die überwiegend aus unserer eigenen Kontrolle geraten sind (die unbewusst weiterwirkenden Einflüsse aus Erinnerungen, usw.), werden allmählich von Maria geöffnet: Als Herrin unseres Tempels besitzt Sie die Schlüssel und folglich die Macht, sie zu öffnen und sie durch das einfache Wirken Ihres Willens zu reinigen und allen alten Unrat, Staub, Spinnwebe und Schmutz (Ballast der Vergangenheit, unverarbeitete Prüfungen…) wegzuräumen und wegzuputzen. Dies ist der Vorgang unserer Heiligung durch unsere Annahme der totalen Herrschaft Mariens über unser ganzes Wesen.

Die Folge dieser Entrümpelung ist, dass alles Unreine, alles, was modrig riecht und durch die Spalten der Türchen dieser Kammern hindurch in die großen Räume unseres Tempels hineinströmt, jetzt durch die bezaubernden Düfte Mariens ersetzt wird. Konkret bedeutet dies, dass alle Erinnerungen, Gefühle, Gedanken, alten Einflüsse, usw., die unsere Gefühls- und Gedankenwelt negativ beeinflussen, jetzt von Maria weggeräumt und deren Spuren von Ihr geheilt werden. Totale Weihe bedeutet immer das Durchlaufen eines Prozesses umfassender Reinigung, denn die Königin der Reinheit kann Sich nicht in einem Tempel, der Verunreinigungen enthält, vollkommen zu Hause fühlen. Unser eigenes Sehnen, gereinigt zu werden, ist unsere größte Verehrung an Sie.

Maria geht noch weiter. Sie betastet die Außenmauern unseres Tempels. Diese weisen an manchen Stellen Sprünge, Risse und Löcher auf. Der Zement bröckelt ab, bestimmte Steine sind zerfallen. Dies ist auf die Stürme der Welt zurückzuführen, die außerhalb unserer Mauern rasen: die Winde und Schauer aller äußeren Einflüsse (aller „Stressfaktoren“ des Lebens, aller Versuchungen, aller Angriffe aus der Welt heraus auf unsere Sinne). Maria macht die Mauern unseres Tempels in dem Maße stabiler, in dem wir uns mehr Ihr hingeben. Dies bedeutet, dass Sie uns gegen alle Angriffe Satans stärkt.

Maria bedeckt auch die Fenster mit Ihrem Mantel, denn auch durch diese dringt die Kälte der Welt in unseren Tempel herein. Die Fenster bröckeln an mehreren Stellen ab, dadurch dass sie auf falsche und unvorsichtige Weise geöffnet oder geschlossen werden (dies sind unsere falschen Verhaltens- und Reaktionsmuster). Sie putzt die Fenster, damit die Strahlen der Sonne (der Heilige Geist) herein strömen können, uns somit unseren Tempel erleuchten und erwärmen können. In dem Maße, wie Maria unseren Tempel, der jetzt Ihr Besitz und Eigentum geworden ist, stabiler und reiner macht, wird er immer mehr für die letztendliche Verherrlichung Ihrer Macht geeignet: die Opfergabe von uns selbst, unseres ganzen Wesens durch Maria auf dem Altar unseres Tempels. Dort bietet Sie Gott unser ganzes Wesen und unser ganzes Leben als die Trophäe Ihres Sieges über uns dar.

Erst ab der Thronbesteigung Mariens in unserem Tempel kann Sie Ihre Macht über uns völlig ausüben. Dort, im Kern unseres Tempels, wird jeder Eindringling Ihr ausgeliefert: Unsere Versuchungen werden im Kern unserer Seele von Maria in dem Maße unterworfen, in dem wir Sie darum bitten.

Das allgemeine Bild ist deutlich: Unsere Seele ist ein Tempel, der von Maria betreten wird und über den Sie Ihre Herrschaft in dem Maße ausbreitet, in dem wir uns selbst danach sehnen, und in dem Maße, wie wir Ihren Regeln folgen. Die Regeln der totalen Weihe sind die Gesetze, mit denen die Königin Ihr Reich regiert. Sie richtet Ihren Tempel aufs Neue ein, gemäß Ihren Vorstellungen, damit er wirklich der Verwirklichung Ihrer Zielsetzungen dienlich wird. Je mehr wir uns bei all dem Ihr unterwerfen, desto schneller macht Sie aus unserem Tempel einen Palast Mariens, eine Festung, in der alles an Sie erinnert und in dem sogar Ihr eigener Duft haftet.

Alles, was zu Ihren Füßen gelegt wird, wenn Sie auf dem Thron sitzt, wird unmittelbar auf dem Altar Gott dargeboten. Wenn Maria bei unserer ersten Weihe als Königin unseren Tempel betritt, setzt Sie Sich hauptsächlich dieses eine Ziel: den Tempel zu Ihrem ausschließlichen Eigentum zu machen und ihn derart einzurichten, dass er aufs Neue dem Idealbild gleicht, das Gott für jeden Seelentempel vorgesehen hat: ein Spiegel des Tempels von Maria Selbst zu sein, denn Sie ist eine vollkommene Widerspiegelung von Gottes Bild und Gleichnis.

Die Herrschaft Mariens bleibt nicht auf unseren Tempel beschränkt. Aus den Fenstern unseres Tempels strömt Ihr Licht und Ihr Parfüm auch allmählich hinaus, sodass unsere Umgebung an den Wirkungen der Macht Mariens in und über uns Anteil zu haben beginnt. Dadurch, dass Sie unseren Tempel neu erbaut, verwandelt er sich in ein Bauwerk, das (oft unbewusst) von anderen Seelentempeln als etwas Außergewöhnliches wahrgenommen wird. Dadurch werden andere Seelen zu uns hingezogen und kann Marias Werk von Bekehrungen und Umwandlungen beginnen.

Es ist also unsere innere Schönheit (die im Grunde genommen die Schönheit Mariens ist), welche die Ströme neu schöpfender Liebe in Gang setzt. Treten wir daher unseren Tempel total und uneingeschränkt an Maria ab und lassen wir ihn mit den Teppichen, Wandteppichen und Blumenbeeten Ihrer Himmlischen Tugenden bekleiden.

2. Leben als an Maria geweihte Seele, dargestellt als der Tempel und der Obstgarten

Dieses Bild ist eine Variante zu dem Ersten. Betrachten wir unsere Seele als einen Tempel. Aus dem Tempel heraus sehen wir durch die Fenster etwas von der Außenwelt: andere Tempel (die Mitmenschen in unserer Umgebung), Sonnenschein, aber auch Regen und Wolken. Die Sonnenstrahlen stehen symbolisch für Gottes Licht, der Regen und dunklere Wolken sind die negativen Erfahrungen und weltliche Einflüsse. Die Fenster unseres Tempels stehen aber ziemlich hoch in den Mauern, sodass wir von der Wetterlage und den Wolken kaum etwas sehen können, wir sehen höchstens die obersten Teile anderer Tempel.

Eines Tages werden wir neugierig auf das Leben außerhalb unseres Tempels (die Seele ist auf der Suche nach den tieferen Dingen des Lebens), weil wir durch das schöne und farbenprächtige Lichtbrechen der Sonnenstrahlen durch ein bestimmtes Fenster hindurch in Faszination geraten sind (farbenprächtige Sonnenstrahlen auch als Symbol für die Hoffnung). Dieses Farbfenster können wir als das erste Erscheinen Mariens in unserer Seele sehen: Sie ist es, Die uns als Erste ruft, nicht umgekehrt.

Wir stellen uns auf ein Treppchen, damit wir durch das Fenster schauen können, und sehen dort plötzlich einen wunderschönen Obstgarten. Wir haben niemals gewusst, dass nahe an unserem Tempel ein Paradies wunderschöner  Fruchtbäume und Ziersträucher lag. Mit einem verzückten Herzen (die Liebe wird geweckt) gehen wir zum Tor unseres Tempels, in der Absicht dieses zu öffnen, aber es fehlt uns dazu die Kraft. Brennend vor Sehnsucht ziehen wir an dem Riegel, bis dieser aufspringt, aber weiter reichen unsere Kräfte nicht. Dann geschieht aber das Wunder: Das Tor springt auf und Maria steht vor uns.

Sie stand dort die ganze Zeit und wartete bis wir Sie unsere Einladung erkennen ließen, in unseren Tempel hinein zu treten. Sie hat Selbst bereits Ihrer Sehnsucht Ausdruck gegeben, uns zu begegnen, indem Sie die farbenprächtigen Strahlen in unseren Tempel hinein scheinen ließ. Diese Einladung unseres Herzens an Maria setzt sich also aus der Kombination von Hoffnung, Liebe und Sehnsucht zusammen. Konkret gesagt, ist dies das Aussprechen unseres ersten Aktes der Weihe: Wir werden dazu erst kommen, sobald wir auf die Verwirklichung des Schönen hoffen, das wir von unserem Leben erwarten, die Liebe, die durch die Schönheit geweckt wird, die uns glauben lässt, dass Gott existiert, und die Sehnsucht, das Paradies mit den wunderschönen Bäumen, Früchten und Sträuchern zu entdecken.

Der Obstgarten ist tatsächlich das ganze Wesen Mariens: In Ihr sind alle Schönheiten Gottes vereint. Maria hat die ganze Zeit auf uns gewartet, bis wir eines Tages unseren ersten Akt der Weihe ausgesprochen haben. Wir konnten den Riegel unseres Herzens oder unserer Seele wegschieben, aber nur Maria hat die Macht, das Tor unserer Seele zu öffnen. (Dieses Öffnen ist gleichzeitig eine Befreiung: Unsere Seele kommt mit der übernatürlichen Strömung der wahren Liebe in Berührung.)

Sobald sich unser Tempel öffnet, sehen wir Maria vor uns. Jetzt wartet Sie noch auf die Einladung, unseren Tempel wirklich zu betreten. Sie kommt in dem Augenblick herein, in dem wir nach unserem ersten Akt der Weihe die Sehnsucht und die Bereitschaft zeigen, Maria wirklich einen großen Platz in unserem Leben einzuräumen.

So wie im ersten Bild verrichtet Maria auch in diesem Bild in unserem Tempel alle Handlungen, womit Sie ihn nach Ihrem Willen und Ihrer Vorstellung neu einrichtet. Aber irgendwann nimmt Sie uns bei der Hand und lädt uns Ihrerseits ein, an Ihrer Hand geführt hinauszugehen und den Obstgarten zu betreten: Wir dürfen in das Wesen Mariens vordringen (Sie offenbart Sich uns allmählich, sodass wir lernen können, Ihr immer mehr nachzufolgen).

Im Obstgarten entdecken wir eine Welt, die für uns vollkommen neu ist. Ergriffen von der Verzückung über alle Schönheiten des Obstgartens, öffnet sich unser Herz total, so dass Maria es bis in die Tiefe putzen kann. Sie entfernt alle Steine, die unser Gemüt belasten. Manche dieser Steine tragen wir bereits jahrelang in uns und verwunden uns weiterhin im Innern, so dass wir Tage gekannt haben, an denen wir emotional und sogar körperlich schwach und krank waren. Diese Steine nimmt Sie in Ihre Hände.

Manche lässt Sie auf den Boden fallen. Wir sehen, wie diese sich bei Berührung mit diesem heiligen Boden (der Obstgarten ist das ganze Wesen Mariens) in Gold verwandeln, und in dieser veränderten Form und Zusammensetzung legt Sie diese in unser Herz zurück (Dies sind die Spuren von Prüfungen, die sich jetzt durch Marias Einwirken in Quellen der Heiligung für unsere Seele verwandeln).

Für andere Steine gräbt Sie eine Grube im Boden, deckt diese wieder zu und lässt Ihren Fuß darauf ruhen (Dies sind die zurückgebliebene Spuren von Prüfungen, von denen Sie möchte, dass wir sie vollkommen vergessen. Sie begräbt sie in Ihrem Herzen, damit sie uns keinen Schaden mehr zufügen können).

Dann lädt Sie uns ein, Früchte von Ihren Bäumen zu pflücken und diese zu essen. Dies ist die heilende Nahrung, mit welcher Sie uns versieht: Maria gibt unserer Seele von den Früchten zu essen, die in Ihrem eigenen Wesen verborgen liegen, mit anderen Worten: Sie nährt die an Sie geweihten Seelen mit Sich Selbst.

Sie lässt uns die Düfte einatmen, die von den Ziersträuchern und den Blüten der Bäume durch den Obstgarten hindurch wehen (Maria heiligt und reinigt uns und berauscht uns vor Sehnsucht nach Ihr, damit wir uns inbrünstig danach sehnen, nichts mehr ohne Sie zu tun). Danach führt Sie uns zu unserem Tempel zurück, mit dem Versprechen, dass wir aufs Neue den Obstgarten betreten dürfen, jedes Mal, wenn Sie uns dort hinein lässt.

3. Weihe, betrachtet als Wiederaufbau des Tempels

Gott hat unser Wesen als ein einmaliges Bauwerk errichtet: einen Tempel. Wir verfügen auf Erden über ein einziges Leben, und wir müssen dies in ein und demselben Tempel führen. Er ist der Bauherr, uns ist das Recht gegeben worden, unseren Tempel zu bewohnen. Wir sind nicht die Eigentümer (Gott bleibt immer Eigentümer unseres Tempels, des Werkes Seiner Hände), wir haben ihn gleichsam als Leihgabe.

Was geschieht bei unserer Weihe an Maria? Wir überschreiben den Vertrag zwischen Gott und uns auf Marias Namen: Sie bekommt jetzt das wahre Gebrauchsrecht und wird gleichzeitig die Eigentümerin unseres Tempels, als Stellvertreterin Gottes. Im Bild Nr. 1 habe ich gezeigt, wie Maria, sobald Sie unseren Tempel betritt, ihn nach Ihrem eigenen Modell und Ihrer Vorstellung zu bearbeiten beginnt. So wird Maria unsere Architektin. In dieser Eigenschaft kennt Sie alle Ecken und Winkel, alle Kämmerchen, alle verborgenen Mängel unseres Tempels. Aus diesem Grunde ist Sie die einzige, die unseren Tempel wieder herstellen kann. Dies bildet einen der gesündesten Antriebe für eine totale Weihe an Sie.

Die vielen Kämmerchen unseres Tempels sind die vielen (oft verborgenen) Fähigkeiten unserer Seele. Daher können wir unseren eigenen Tempel nie völlig kennen. Weil unser Tempel viele Räume hat, die nicht (mehr) beleuchtet sind und deren Inhalt wir nicht kennen, ist es möglich, dass durch das ganze Bauwerk hindurch Düfte verbreitet werden, deren Ursprung uns nicht bekannt ist. So können wir negativ gestimmt sein, ohne zu wissen, warum. Wir können auch nicht das Risiko eingehen, ohne den Architekten Instandsetzungsarbeiten auszuführen.

Konkret bedeutet dies, dass wir nicht im wahrsten Sinne des Wortes leben können, ohne Maria bei allem in unserem Leben einzubeziehen. Dies bedeutet ebenso, dass wir selbst keine Pläne mehr machen, denn nur Maria ist die Architektin. Sobald wir unseren Tempel in Marias Hände legen, stellt Sie an verschiedenen Orten ein Schildchen auf unseren Boden, auf dem steht: „Das Betreten der Baustelle ist verboten.“ Sie will die Renovierung ruhig ausführen können, ohne unsere Einmischung.

Außerdem ist das Betreten der Baustelle nicht ohne Risiko, denn während der Reinigung und Wiederherstellung unserer Seele, können wir durch die alten Materialien, die Sie aus uns wegwirft, verwundet werden. Dies bedeutet konkret, dass wir alles an Maria weihen müssen und dass wir besser nicht anfangen, in uns selbst umzugraben und zu schaufeln, wenn wir uns etwas komisch gestimmt fühlen: Maria kennt die Ursache und arbeitet daran, sobald Sie fühlt, dass unser Vertrauen auf Sie vollkommen ist. Die einzige Einstellung, die von uns erwartet wird, ist jene: Bleiben wir ruhig, suchen wir, den inneren Frieden zu bewahren, beten wir zu Maria und bitten wir Sie, dass Sie uns die Kraft geben möge, mit Geduld abzuwarten und weiterhin fruchtbar zu leben, während Sie Ihr Reinigungswerk in uns vollzieht.

4. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als ein Feuer

Wir können die Weihe an Maria als ein brennendes Feuer betrachten: Totale Weihe ist der Lebensauftrag, wobei wir gleichsam unser ganzes Wesen in einem Feuer entzünden lassen, das nie mehr erlöschen darf. Unsere Schwächen, Prüfungen und alle Leiden sind das Brennholz, womit dieses Feuer genährt wird. Wir müssen das Feuer ununterbrochen nähren, damit es brennen bleibt und möglichst hoch auflodert, damit es die Flammen von Marias Wesen Selbst berührt.

Maria Selbst ist das größte und schönste Feuer, das je von Gott angezündet worden ist. Ihr ganzes Wesen brennt für die Ewigkeit mit dem alles verzehrenden Feuer der vollkommenen Himmlischen Liebe und aller Tugenden. Das Endziel unseres Lebens als vollkommen an Maria geweihte Seele ist eine derartige Einswerdung und Einheit mit Maria, dass Ihre Flammen und die Unserigen kaum noch von einander zu trennen sind, denn erst in der Einswerdung mit diesem alles übertreffenden Feuer haben wir die Sicherheit, dass unser eigenes Feuer brennen bleibt und dass es hinreichend stark ist, um allen Einflüssen aus unserer Umgebung gewachsen zu bleiben.

Unser Feuer wird ohne Ende durch die Stürme der Welt (alle Einflüsse aus der stofflichen Welt) bedroht, die dauernd versuchen, es zu löschen. Aus diesem Grunde müssen wir zwischen unserem Feuer und den Einflüssen aus der Welt eine Wand errichten. Diese Wand, der Schutz gegen die bedrohenden weltlichen Einflüsse, ist die Wachsamkeit: die unablässige Aufmerksamkeit bezüglich aller Untugenden, Verführungen, Versuchungen, Irreführungen und Irrtümer.

Das wichtigste Element in diesem Bild ist das Brennholz. ALLE unsere Leiden und Prüfungen müssen wir unmittelbar an Maria weihen, denn wenn wir dies nicht tun, gehen sie verloren, bleiben sie nutzlos und wird das Feuer unserer Weihe nicht mehr genährt.

Bedenken wir dabei, dass unser Auftrag als an Maria geweihte Seele im Grunde genommen daraus besteht, dass wir für unsere ganze Umgebung ein strahlendes Licht (Reinheit, Frohmut) und ein brennendes Feuer (Liebe, Sanftmut) sind, um auch andere Feuer anzufachen und so eine Kette von Licht und Feuer um die Welt zu spannen.

Unser eigenes Feuer kann nur in dem Maße instand gehalten werden, in dem wir unsere Leiden und Prüfungen mit Liebe annehmen und in inniger Weihe an Maria aufopfern. In dieser Weise entwickelt das geweihte Leiden eine erlösende Macht über die Seelen.

5. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als Einladung zum Fest Mariens

Wenn Maria uns für ein Leben in Ihren Dienst ruft, lädt Sie uns im Grunde genommen für ein Fest ein. Totale Marienweihe ist eine unübertroffene Gnade und daher ein Fest für unsere Seele. Von uns wird erwartet, dass wir mit dem Geschenk von uns Selbst zu dem Fest gehen: Wir geben uns selbst, unser ganzes Wesen, unser ganzes Leben und alles, was mit unserem Wesen und Leben im Zusammenhang steht, der Gastgeberin als ewig währendes Geschenk.

Von uns wird auch erwartet, dass wir Marias Freude nicht durch eine falsche Einstellung, durch Gleichgültigkeit, durch weltliche Gedanken und Gefühle vergällen. Sie ist voll und ganz Frohmut, Sanftmut, Ruhe, Friede, Liebe, Reinheit, Zärtlichkeit, Lieblichkeit, Anmut, Güte, Freigiebigkeit, Zuvorkommenheit… Alle Tugenden sind in Ihr zugegen und ausgereift, bis zur absoluten Vollkommenheit. Wir können Ihr also das Fest in dem Maße verderben, in dem wir uns Ihr mit einem Herzen nähern, in dem Unfriede herrscht,  ebenso wie unterschiedliche Verfassungen, die nicht zu den Ihren passen.

Neben Ihren unzähligen vollkommenen Qualitäten ist diese Gastgeberin auch unendlich mächtig: Sie ist die absolute Herrin des Hauses, in das wir eingeladen sind. Wohlgemerkt: Dieses Haus ist unsere eigene Seele, denn Maria hat unser Haus betreten und nimmt es aufgrund unserer Weihe in Besitz. Sie wird also gleichsam wahre Hausherrin und Gastgeberin in unserem eigenen Haus. Sie kann es uns also genauso angenehm machen, wie Sie Selbst es will: Sie alleine bestimmt, welche Nahrung und welches Getränk wir bekommen, wann wir dieses bekommen und wie viel wir davon erhalten (die Gnaden, worüber Maria alle Macht besitzt), was Sie uns erzählen will (die Lehren und Unterrichtungen, die Maria in unser Herz ausgießt), wann und in welchem Maße Sie uns waschen will (die Reinigung, der Maria uns zu gesetzten Zeitpunkten unterwirft).

Die Tatsache, dass Maria unser Haus zum Besitz erhält, ist für Sie ein Fest, denn es gibt Ihr die Gelegenheit, uns mit Ihrer eigenen Freude zu erfüllen und uns durch Ihre Handlungen (Nahrung, Unterricht, Reinigung…) voll und ganz für Sich zu gewinnen, damit auch andere Seelen sich danach sehnen, Ihr ihr Haus zum Besitz zu geben. In dem Maße, wie Sie Eigentümerin von immer mehr Häusern wird und dort die Seelen durch Ihre Einweihungsfeste an Sich bindet, wird Sie Herrin des ganzen Reiches und kann Sie Ihre großen Wunderwerke ausbreiten. Von uns wird erwartet, dass wir Ihr dabei helfen.

6. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als die Schule Mariens

Unser Leben als an Maria geweihte Seele kann mit dem Besuch an einer Schule verglichen werden, von der Maria gleichzeitig Direktorin und Lehrerin ist. Sie unterrichtet uns Tag und Nacht. Sehr häufig unterwirft Sie uns Examen (Prüfungen sehr verschiedener Art), um ausfindig zu machen, inwieweit wir damit vorankommen, die uns von Ihr vermittelten Belehrungen in uns aufzunehmen und zu verarbeiten.

Unser erster Besuch an die Schule Mariens ist das Aussprechen unserer ersten Weihe. Dies ist nichts anderes als die Anmeldung für das Beiwohnen der Kurse bei dieser vollkommenen Lehrerin. Aller Lehrstoff macht den Gegen­stand von Examen (von den Prüfungen) aus, von denen uns nicht bekannt ist, wann Maria uns ihnen unterwerfen wird. Sie entscheidet eigenmächtig darüber, sodass die Examen auch mehrmals pro Tag und sogar während der Nacht abgenommen werden können.

Wenn wir eine Prüfung mit Erfolg bestehen, haben wir dieses spezifische Examen bestanden und wird Maria uns weiter unterrichten. Wenn wir nicht bestehen, wird Maria die Lektion weiter wiederholen, bis wir nachweisen, dass wir sie richtig verstanden haben und sie ohne Probleme anwenden können. Eine Prüfung mit Erfolg überwinden (Bestehen eines Examens), können wir nur dadurch, dass wir den Lehrstoff mit Maria gemeinsam einstudieren (mit anderen Worten: die an Maria geweihte Seele darf nichts mehr aus sich selbst heraus tun, also ohne um Marias Einschreiten zu bitten oder ohne Ihre Erlaubnis) und indem wir dann der Prüfung auf die Weise entgegentreten, auf welche Maria es uns gelehrt hat: mit Hinnahme, Liebe, Vertrauen, Geduld und von dem Willen beseelt, sie Maria zum Heil vieler aufzuopfern.

Wenn wir etwas weiterhin falsch machen, hat Sie die Macht, uns zu strafen (zum Beispiel, indem Sie uns ähnlichen, lange dauernden Prüfungen unterwirft, die uns lehren sollen, mit allem so umzugehen, wie Sie es will und wie Sie es uns gelehrt hat).

7. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als das Gehen eines Weges 

Leben als an Maria geweihte Seele ist ein ständiges Aufopfern und Weihen unseres ganzen Lebensweges bis in den geringsten Einzelheiten. Der Verlauf unseres Lebens ist wie ein Weg durch eine Landschaft. Der Weg endet letztendlich beim Thron Gottes, für unser Lebensgericht. Wir gehen diesen Weg bis zum Ende, mit all seinen Kurven, Gruben, Löchern, Steinen, Unkraut und von Dornen, Gräben und Schluchten, usw. abgesäumt. Die Landschaft neben dem Weg ist unsere Lebenswelt, die wir von unserem Standort heraus wahrnehmen können. An vielen Stellen kommen Weglein kurze Zeit (oder während längerer Zeit) mit unserem Weg in Berührung. Diese Weglein sind unsere Beziehungen mit anderen Menschen. Alles Maria aufopfern, heißt, dafür zu sorgen, dass Maria als Königin über all diese Wege und Landschaften herrschen kann, denn dann werden all diese Wege und Landschaften Ihr Reich. Wohin wir auch schauen (nach hinten, nach vorne, neben uns, sogar unter unseren Füßen), es ist alles Marias Reich.

Das Folgen unseres Lebensweges in der Weihe an Maria bedeutet, in der Fähigkeit zu wachsen, an alles auf diesem Weg auf eine bestimmte Weise heran zu gehen. Die wahrhaftig geweihte Seele soll zum Beispiel nicht nur dem Weg folgen, sie muss ihn auch in einem bestimmten Tempo zurücklegen: Wenn wir den richtigen Weg unserer Berufung als an Maria geweihte Seele gefunden haben, dürfen wir auch nicht durch Voreiligkeit „an uns selbst vorbeilaufen“. Wir müssen dafür sorgen, dass wir alles, was wir vollbringen wollen, zu Marias Zeit, die auch Gottes Zeit ist, vollbringen.

Achten wir auf Verirrungen auf unserem Weg. Verirren ist so, wie den Wegweisern auf unserem Weg zu folgen, ohne zu bemerken, dass bestimmte dieser Wegweiser durch die Stürme der Welt „gedreht“ worden sein können und dadurch auf einen Seitenweg zeigen. Ein Seitenweg kann uns anziehend erscheinen, weil er die eine oder andere Kurve auf unserem Weg abschneidet. Bedenken wir aber, dass dieser Seitenweg uns nicht von Maria bezeichnet worden ist und dass dies deshalb bedeutet, dass er nicht in den Plan unseres Lebens hinein passt. Er kann verborgene Fallgruben und Treibsand enthalten, was uns bei unserem Wachsen mehr Zeit verlieren lässt, als wir gewinnen können.

Wenn Maria will, dass wir einen längeren Weg nehmen, so gehorchen wir Ihr dann, ohne uns Fragen zu stellen. Sie weiß, warum Sie uns von bestimmten Wegen abrät. Seitenwege können zum Beispiel sein: für bestimmte Schwierigkeiten in unserem Leben absolut schnellere Lösungen ausprobieren zu wollen, die uns aber Probleme bereiten können, oder ein Missverständnis absolut um jeden Preis aus dem Weg räumen zu wollen, während unsere Gegenpartei zu diesem spezifischen Augenblick noch keine Vernunft angenommen hat, usw.

Unseren Lebensweg müssen wir uns als ein Sandweg durch eine verlassene Gegend vorstellen. Wir können einen Fächer von Hindernissen antreffen, unter anderem Steine, worüber wir stolpern können. Von denen können wir unterschiedlichen Formen begegnen. 

  • Manche sind ganz klein, sodass wir sie ohne viel Mühe vermeiden können, jedoch können wir sehr wohl unsere Füße daran verletzen: Dies sind die Prüfungen, welche in unserem spirituellen Wachsen Verzögerungen verursachen und in unserem Herzen Wunden hinterlassen können.

  • Andere sind größer, so dass wir viel leichter darüber stolpern. Sie können dafür sorgen, dass wir der Länge nach hinfallen: Dies sind die Prüfungen, die uns stürzen lassen und dann einen neuen Schritt von uns verlangen. Wir müssen so schnell wie möglich die Einflüsse der Welt (den Staub des Bodens, auf den wir gefallen sind) von uns abschütteln, um gereinigt zu werden, und wir müssen so bald wie möglich die Entmutigung überwinden und uns erheben (damit wir nicht in dem lähmenden Einfluss der Niedergeschlagenheit und langfristig der Depression landen).

  • Noch andere Steine sind so groß, dass es richtige Felsblöcke sind, über die wir in bestimmten Fällen nicht mehr hinweg schauen können: Dies sind die Zustände, die uns daran hindern, noch auf die Landschaft neben oder vor uns zu schauen. Sie verhindern uns zum Beispiel, auf den Lebensweg von Mitmenschen zu schauen, wenn dieser Weg den Unseren berührt (zum Beispiel der Lebensweg unserer Familienmitglieder, usw.). Diese Felsblöcke sorgen dafür, dass wir zu viel auf uns selbst bezogen leben und zu wenig ein Auge für unseren Mitmenschen haben. Hinter diesen selben Felsblöcken kann sich auch Satan leicht verbergen, was bedeutet, dass diese großen Steine unsere Seele gefährlichen Hinterhalten aussetzen.

Wenn wir unsere Weihe an Maria strikt anwenden, gehen wir unseren Lebensweg Hand in Hand mit Ihr. Sie warnt uns vor allen Schwierigkeiten, indem Sie unsere innere Wahrnehmung für alles, was von Ihrer Führung abweicht, empfindlich macht. Sobald wir Ihre Hand loslassen, werden wir nicht länger vor den Stolpersteinen auf unserem Weg gewarnt. Bei jedem Stolpern auf unserem Weg wird Maria uns fester an die Hand nehmen. Manchmal berühren wir nicht einmal den Boden, weil Sie uns sofort auffängt. Wir können das Gefühl haben, dass wir dennoch gefallen sind, weil unsere Seele damit beschäftigt ist, eine Versuchung zu verkraften oder mit sich selbst ins Reine zu kommen, nachdem sie durch weltliche Einflüsse überrumpelt worden ist. Dies sind die Augenblicke, in denen wir das Gefühl haben, dass wir eine Sünde begangen haben und dadurch in einen inneren Kampf landen, während eigentlich bei weitem nicht immer von sündigem Verhalten die Rede ist.

Wenn wir über Steine fallen, können wir bis aufs Blut verletzt werden. Bedenken wir aber, dass Maria mit den spitzen Ecken der Steine der Prüfungen, die uns verletzt haben, die Verdienste dieser Prüfungen in unsere Seele schreibt.

Manchmal gehen wir zwar Hand in Hand mit Maria, schauen aber eher nach der anderen Seite aus, als dass unsere Augen auf Maria geheftet sind. Dann kann es geschehen, dass Maria es zulässt, dass wir stolpern, damit wir darauf aufmerksam werden, dass unsere Augen nicht mehr auf Sie geheftet waren, und Sie Sich vor uns hinstellt, damit wir in Ihre Arme fallen. So macht Sie Ihren Wunsch erkennbar, dass wir aufs Neue näher zu Ihr kommen sollen. Dies ist der Fall, wenn wir nach einem Fehltritt bald wieder die Empfindung machen, dass eine friedliche Ruhe in unser Herz gekommen ist.

Eine der häufig vorkommenden Ursachen des Stolperns auf unserem Weg ist jene, dass wir oft die Neigung spüren können, zurück zu blicken (auf unsere Vergangenheit zurückzugreifen, in der Vergangenheit zu leben, von Erinnerungen zu leben!). In dieser Verfassung werden wir manchmal vergessen,  unser Leben in der Gegenwart fortzusetzen. Maria wird dann zulassen, dass wir über einen Stein stolpern, damit wir lernen, dass es nichts einbringt, mit dem Blick nach hinten zu leben: Das bringt keine Früchte, im Gegenteil, es lähmt, indem es unsere Aufmerksamkeit von der Gegenwart ablenkt. Wir können unsere Lebensaufgaben ausschließlich in der Gegenwart erfüllen.

Der Lebensweg ist mit Dornen, Gräben, Schluchten, usw. gesäumt. Wir müssen also aufpassen, wenn unser Blick von Blumen in der Landschaft neben dem Weg angezogen wird (die Verlockungen der Welt), denn indem wir auf sie  zugehen um sie zu pflücken (Streben nach dem Genuss der Welt), können wir am Wegrand richtig in die Dornen kommen (unsere Seele verwunden), in einem Graben landen (unsere Seele beschmutzen) oder sogar in eine Schlucht fallen (unsere Seele töten). Bedenken wir immer, dass unser Wegrand aus einem bestimmten Grund so ist, wie er ist: das Werk von Gottes Vorsehung, die nur das Beste mit uns vorhat. Unser ganzer Lebensweg ist mit Blumen besät (alle Ereignisse, Situationen, Handlungen und täglichen Prüfungen, egal ob wir diese als angenehm oder unangenehm erfahren). Diese Blumen können zu drei verschiedenen Verhaltensweisen einladen:

  • Wir können achtlos daran vorbeigehen. In diesem Falle zieht unsere Seele keinen Nutzen aus der Handlung, dem Ereignis, der Situation oder Prüfung. Der Nutzen, den Gott in diesen Zustand als Möglichkeit für das Wachsen der Seele gelegt hat, wird dann nicht verwirklicht oder die Handlung, die wir verrichten, macht den möglichen Nutzen zunichte. Dies geschieht zum Beispiel, wenn wir eine Prüfung nicht annehmen, uns gegen eine Situation oder ein Ereignis auflehnen oder uns eine vollkommen falsche (für die Seele zuweilen sogar schädliche) Lösung ausdenken.

  • Wir können sie pflücken und sie entweder bei uns behalten oder sie wegwerfen. In diesem Fall ziehen wir schon einen Teil des möglichen Nutzens daraus, doch im Laufe unseres Lebens verwelken diese Blumen durch Mangel an Nahrung und Wasser. Dies ist es, was geschieht, wenn wir an diese Ereignisse, Situationen, Handlungen oder Prüfungen mit menschlichen Lösungen herangehen, die manchmal an sich tugendhaft und gut gemeint sind, auf denen jedoch nicht der volle Segen Gottes ruht, weil wir nicht um Himmlisches Einmischen gebeten haben (also ohne sie zum Gegenstand von Gebet zu machen). Oft haben wir die Blumen zu schnell gepflückt, oder haben wir sie gepflückt ohne bei den Folgen unserer Taten für unsere Seele zu verweilen.

  • Wir können sie pflücken und sie Maria weihen. In diesem Fall geben wir das Ereignis, die Situation, Handlung oder Prüfung durch innige Weihe an Maria, so dass Sie diese Blumen mit dem Tau ewigen Lebens bekleiden kann. Diese Blumen werden frisch erhalten bis einschließlich unseres Gerichtes vor dem Thron Gottes.

Nur die letzte Kategorie (die Blumen, die Maria geweiht werden) hat vollen Nutzen für unsere Seele, und außerdem werden ihre Samenkörner durch Maria auf andere Seelen ausgestreut. Mit anderen Worten: An Maria geweihte Handlungen, Prüfungen, Ereignisse und Situationen bringen Heil, Segen und Gnaden auf die Seelen.

So können wir verstehen, wie viel Heil, Segen und Gnaden wir auf die Welt ausgießen helfen können, indem wir jede Einzelheit unseres Lebens an Maria weihen. Wir können dies nachträglich tun (für unsere Vergangenheit, in der wir noch nicht an Maria geweiht waren) oder jedes Mal, wenn wir auf unserem Lebensweg einer Blume begegnen (Dies können also täglich ganz viele sein). So bieten sich auf der ganzen Welt, auf allen Lebenswegen aller Menschen, jeden Tag viele Milliarden von Gelegenheiten an, die Weihe zu verrichten und dadurch die totale Sündenschuld der ganzen Menschheit gegenüber der Göttlichen Gerechtigkeit abzubezahlen. Doch dies geschieht nur in einem bestürzend geringen Maße.

Dieses Bild kann uns verstehen helfen, warum die totale Weihe an Maria:

  1. ein großes Gegengewicht für alle Sünden der ganzen Menschheit aller Zeiten bildet,

  2. das Ungleichgewicht, das in der Schöpfung infolge der enormen Sündenbürde der ganzen Welt entstanden ist, in hohem Maße wiederherstellen helfen kann, und

  3. die Menschheit aus all ihrem Elend retten kann, indem sie die Gründung von Gottes Reich der Liebe und des Friedens auf Erden beschleunigt.

Bedenken wir dabei, dass jedes Ereignis, jede Situation, jede Handlung oder Prüfung, die Maria geweiht wird, ein Vielfaches ihres ursprünglichen Wertes erhält, indem sie in Marias Herz gelegt wird. Die Blume selbst bleibt dann bis zu unserem Gerichtstag frisch aufbewahrt und duftet (sie trägt jetzt das Parfüm von Marias Händen), so dass sie bei unserem Gericht Gottes Barmherzigkeit erweckt. Außerdem bringt jede Blume zum Beispiel hundert Samenkörner hervor, die von Maria als mögliche Quellen neuer Gnaden auf viele Seelen ausgestreut werden können. So wird eine häufige Weihe von allem an Maria die Welt in einen Blumenteppich heiliger Seelen umwandeln können.

Alles weihen, bedeutet nicht notwendigerweise, dass wir jedes Ereignis oder jede Situation sofort einzeln Maria weihen (unter bestimmten praktischen Gegebenheiten ist dies nicht möglich): Das Beste ist, jeden Tag intensiv und inbrünstig als geweihte Seele zu leben, wodurch alle Situationen in unserer Weihe eingeschlossen sind. Dies bedeutet mithin, dass Maria jeden Augenblick des Tages und der Nacht die Herrin unseres Herzens ist.

Am Ende unseres Lebensweges steht die Abendsonne am Horizont. Wir können diese als das Licht aus dem Paradies betrachten, das uns durch das Himmelstor (Maria) winkt, welches offen steht, um die Seele zu empfangen und in das Ewige Licht hineinzuführen. Diese Sonne ist ganz oft durch die schweren Wolken des Lebensendes verdunkelt (Krankheiten, Lasten), aber wenn auch das Ende unseres Lebensweges (unsere Sterbestunde) Maria geweiht wird, wird der Anblick von diesem Feuerball uns eine selige Freude und einen seligen Frieden in das Herz legen, was uns für den Übergang zum Ewigen Leben bereit macht.

Die einzige Weise, unseren Lebensweg ungefährlich und lehrreich zu machen, besteht darin, dass wir ihn mit, in und für Maria gehen. Lassen wir unser Herz unaufhörlich auf Sie gerichtet sein, als ob wir uns ständig fragen würden, wie Sie diese oder jene Einzelheit unseres täglichen Lebens lösen würde. Dies ist es, was ich meine, wenn ich sage, dass wir unser Leben jeden Augenblick des Tages und der Nacht mit Maria führen sollen. Sie kennt unseren Lebensweg, Sie weiß, wo jeder Stein auf diesem Weg liegt, und Sie weiß, wo unsere Bestimmung liegt. Lassen wir Sie nicht los. Die größten Herrlichkeiten erwarten uns, wenn wir diese vollkommene Hand bis zum letzten Meter vor dem Himmelstor festhalten.

8. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als Wiederholung der Passion Jesu

Gottes Schöpfung ist für den Menschen wenig transparent, weil sie von Mysterien erfüllt ist. Es war nicht so vorgesehen, dass der Mensch diese bis in die Einzelheiten kennen und durchschauen soll, weil eine vollkommene Kenntnis davon die Verdienste seines Lebens verringern würde: Wer alles weiß, braucht weniger Glauben, und gerade der Glaube ist eine der großen Quellen der Verdienste, die wir in unserem irdischen Leben erwerben können.

Wirklicher Glaube ist das blinde Vertrauen (also ohne es jemals völlig zu sehen), dass Gott existiert, dass Er wahrlich wirkt und dass Er alles regelt im Hinblick auf einen Verlauf und ein Ergebnis, die einen optimalen Nutzen für das Ganze der Menschheit garantieren.

Eines der großen Mysterien ist jenes, dass das Leben des Menschen auf vielerlei Weisen als eine „Neuausgabe“ des Kreuzweges und der Passion Jesu betrachtet werden kann. Ich lade an dieser Stelle dazu ein, die Analyse des Passionsgeschehens zu studieren, die ich im ersten Kapitel des Buches „Die Himmlische Hochzeit“ angeboten habe. Diese Analyse zeigt, wie vor allem das Leben einer Maria geweihten Seele sich an diesem Göttlichen Vorbild spiegeln kann und welche Lektionen wir daraus lernen können. Möge diese Betrachtung der Passion uns anregen, unsere täglichen Kreuze anzunehmen und sie mit Liebe zu tragen.

Ich möchte in diesem Zusammenhang nur das Folgende anmerken: Unser Leben als total an Maria geweihte Seele kann ein goldener Weg zur Verherrlichung werden. Es hängt nur von unserer eigenen Einstellung und Ausdauer ab, ob dies sich tatsächlich verwirklicht. In dem Maße, in dem wir alles zusammen mit Maria vollbringen, werden wir in Ihr die Kraft finden, alle unsere Kreuze zu tragen, denn Sie wird uns dermaßen mit Sich Selbst, mit Ihrer Liebe und all Ihren Tugenden erfüllen, dass sich unser Blick auf die Dinge um uns herum sehr gründlich verändern wird. Wir werden allmählich jedes Kreuz als ein Geschenk aus Marias Hand erfahren: jedes Mal aufs Neue eine Gelegenheit, um mit Ihr, die Selbst Ihr Leben auf vollkommene Weise geführt hat, eins von Herz und Geist zu werden.

9. Leben als an Maria geweihte Seele, betrachtet als ein Acker

Wir können es so sehen, dass unsere Seele ein Acker ist, ein Boden, in dem Früchte wachsen müssen um andere Seelen zu nähren und Gottes Reich (das Ganze aller Äcker) fruchtbar zu machen. Der Boden unseres Ackers enthält Lebensbestandteile (das Lebensprinzip, das Gott Selbst hinein gelegt hat, zusammen mit unseren Talenten). Er wird mit dem sanften Regen der Gnaden besprüht und mit der Sonne von Gottes Liebe beschienen. Wenn wir unseren Seelenacker Maria weihen, wird er außerdem von Ihr „gedüngt“ (mit Ihren Unterrichtungen und Eingebungen genährt). Außerdem pflügt Sie zusammen mit uns unseren Acker um, damit unsere Talente an die Oberfläche kommen können und das Lebensprinzip, das unsere Seele von Gott bekommen hat, wahrlich geweckt wird.

Durch Ihre totale und absolute Macht über unsere Seele als die Herrin aller Seelen besitzt Maria zugleich die Fähigkeit dafür zu sorgen, dass unser Boden ein richtiges Gleichgewicht zwischen Sonne und Regen empfängt und in sich aufnimmt. Nur Maria weiß, was wir brauchen, wann wir es brauchen und in welcher Menge. Es ist möglich, dass unser Acker trotz des sanften Regens der Gnaden in der Tiefe trocken bleibt, dadurch dass die Gnade nicht wirklich in uns aufgenommen wird. Maria wird dann unseren Boden aufs Neue pflügen, um ihn „lockerer“ (empfänglicher) zu machen, sodass die Gnaden, die wir empfangen, wirklich mit unseren Talenten in Berührung kommen und diese mit neuer Fruchtbarkeit auflodern lassen.

Der Acker unserer Seele kann das Regenwasser (die erhaltenen Gnaden) zu sehr festhalten, so dass er allmählich versauert. Dies ist der Fall, wenn die Seele die Gnade für sich bewahrt. Sie nährt dann wohl die eigenen Talente, aber ist dennoch nicht fruchtbar innerhalb von Gottes Plan, so dass diese Seele von Gott als unproduktiv betrachtet wird. Wenn der Boden durch das Wasser der Gnade gesättigt wird, verdunstet der Überschuss, den die Seele in diesem Augenblick nicht für sich selbst benötigt, und dieser Dunst schlägt sich auf die benachbarten Äcker nieder, um diese befruchten zu helfen.

Auch das Gegenteil kommt vor: Der Acker der Seele kann verdorren. Dies kann vorkommen, wenn die Seele verhärtet (Mangel an Liebe, Sanftmut, Frohmut,  Zärtlichkeit, zu viel Groll oder Bitterkeit): Das Regenwasser (die Gnaden) wird nicht mehr in den Boden aufgenommen, es ist, als ob die Seele sich allem, was sie erweichen kann, widersetzt. Diese Seelen bilden eine harte Kruste um sich herum, weil sie sich nicht mehr so zu zeigen wagen, wie sie im Grunde genommen sind. Oft kommt dies bei Seelen vor, die häufig oder tief verletzt worden sind, ebenso wie bei Seelen, die eine Last nicht gebeichteter Sünden zu tragen haben und die durch dies alles ein negatives Selbstbild bekommen haben.

Es ist Maria, die bestimmt und regelt, wie viel unsere Seele genau braucht und wie sie dies alles benutzen kann. Nur durch strikt gelebte Marienweihe können wir den „Feuchtigkeitsgehalt“ unseres Seelenackers im Gleichgewicht halten.

Unser Acker wird auch regelmäßig von Sturmwinden, Platzregen und Hagel (von den ungünstigen Einflüssen der Welt) heimgesucht. Durch die Weihe unseres ganzen Wesens an Maria werden wir nicht an erster Stelle erwirken, dass diese Stürme von uns ferne bleiben, denn manche sind für unser Wachsen notwendig: Sie können dabei helfen, in unserer Gefühls-, Denk- und Erfahrungswelt Ordnung zu schaffen. Wohl aber wird Sie unser Saatgut kräftiger machen. Mit anderen Worten: Durch die Weihe werden nicht alle Kreuze von uns weggenommen, jedoch bekommen wir mehr Kraft, sie zu tragen.

Dies ist ganz wichtig, denn die Verdienste unseres Lebens werden durch die Weise bestimmt, auf welche wir mit unseren Prüfungen umgehen. Wenn wir keine Prüfungen bekommen würden, könnten wir am Tag unseres Gerichtes keinerlei Verdienste vorlegen und würden wir auch nicht den Zugang zum Himmel verdienen. Daher würde Maria uns keinen Dienst erweisen, indem Sie unsere Kreuze von uns wegnehmen würde.

Der Hagel auf unseren Acker ist das Einwirken des Schicksals. Der Schaden, der dadurch angerichtet werden kann, braucht nicht unumkehrbar zu sein. Wenn wir diesen Hagel an Maria weihen, schmelzen die Hagelkörner unter der Wärme Ihrer Liebe und macht dieses Schmelzwasser auf eine sanfte Weise den Boden feucht, sodass er wieder fruchtbar werden kann.

In unseren gepflügten Acker streut Maria die Saat aus: die Gelegenheiten, um nach einem geeigneten Reifungsprozess Früchte hervorzubringen. Hier muss die Saatzeit berücksichtigt werden. Wenn wir beim Angehen unserer täglichen Sorgen überstürtzt vorgehen wollen, ist es möglich, dass wir uns selbst in die Quere kommen und dass unsere Seele nicht die Früchte hervorbringt, die sie wohl erbringen kann, wenn zu Gottes Zeit gesät wird. Das Warten auf die richtige, fruchtbarste Saatzeit kommt in der Tugend der Geduld zum Ausdruck.

Nur Maria weiß, ob unser Boden zu einem bestimmten Augenblick bereit ist, die Saat zu empfangen. Es ist möglich, dass wir zu einem gegebenen Augenblick nicht genügend dazu gereift sind, in unserem Leben den nächsten Schritt zu setzen. Daher ist es so wichtig, dass wir als an Maria geweihte Seele in dem Rhythmus leben, zu dem Maria uns in unserem Herzen inspiriert. Wir werden merken, dass voreiliges Handeln oft nur Saat auf die Felsen herab wirft: Sie scheint Wurzeln zu schlagen, doch die jungen Pflänzchen werden beim geringsten Windstoß oder dem geringsten Regenguss (Prüfung oder Widerstand) geknickt.

Wenn die Saat aufkeimt, ist es möglich, dass sie dennoch nicht über den Boden hinauskommt. Sie wird dann von den Bodentieren angefressen und kann auch wegen Sauerstoffmangel verfaulen. Dies ist bei einer Seele der Fall, die in sich selbst gekehrt lebt, zu viel mit sich selbst beschäftigt ist und zu wenig Hingabe erstrebt. Diese Seele wagt es gleichsam nicht, für Gott sichtbar zu werden (oft aus Angst, dass sie sündhaft ist oder alles falsch macht). Die Seele wird dann durch herumirrende Gedanken und Herzeleid verzehrt und lässt sich nicht genügend durch die Brise der Befreiung und Heiligung beatmen, die Gott (Maria) dennoch um sie herum wehen lässt.

Diese Seele hat ein großes Bedürfnis an totaler Hingabe, damit Maria frei ihren Boden pflügen kann, so dass die Erde atmen und das Saatgut ungehindert aufschießen kann. Die Seele ist total unproduktiv, wenn sie nicht „zutage tritt“ (über den Boden hinauswächst, was auch ein Symbol dafür ist, über die Einflüsse der Welt hinauszusteigen), mit anderen Worten, wenn sie sich nicht völlig zu Diensten von Gottes Plänen stellt, indem sie nicht länger mit sich selbst beschäftigt ist (Aus diesem Grunde sind Egozentrik und Selbstsucht für die Seele erstickend).

Zum Schluss müssen wir Maria die vollkommene und immerwährende Herrschaft über unseren Boden gewähren, damit Sie alles Unkraut (das Wirken Satans in unserem Leben) entfernen kann. Das Unkraut sind die feindlichen, giftigen Einflüsse. Maria kann diese auf unser Gebet hin „umwandeln“ (Bekehrungen) und ausmerzen. Dies wird zu Gottes Zeit geschehen, denn manchmal ist es für uns günstig, dass sie einige Zeit in unserem Leben verbleiben, um uns in den Tugenden zu üben und uns zu lehren, mit dem Herzen zu beten. Wir müssen darauf vertrauen, dass unser Acker nur seinen vollen Ertrag erreichen kann, wenn er vollkommen Maria gehört: sowohl der Boden selbst als auch das Saatgut, die Bearbeitung, die Saatzeit und die Aufsicht.

 

 

KAPITEL 3

DIE HERRLICHKEITEN MARIENS, SPIEGEL VON GOTTES MACHT

Die totale Weihe von uns selbst und unserem ganzen Leben ist ein sehr großer Schritt. Es ist für viele Seelen nicht leicht, mit einem vertrauten Lebensmuster zu brechen und sich selbst vollkommen zu verschenken. Die erste Schwelle, die überwunden werden muss, liegt bei der Frage: Wem verschenke ich dies alles? Zwei Parteien, die einen Bund oder einen Vertrag eingehen, können erst dann das Vertrauen dazu bekommen, wenn sie sich ausreichend kennen. Maria kennt unser ganzes Wesen und Leben vollkommen, aber kennen wir unsererseits Maria in dem Maβe, dass wir Ihr eine uneingeschränkte und absolute Macht über uns anvertrauen können?

In der Absicht, uns den größten Schritt unseres Lebens, die totale, bedingungslose und ewig dauernde Weihe von uns selbst und unserem Leben an Maria zu erleichtern (mit anderen Worten: um unsere etwaige Schwellenangst bei der Hingabe von uns selbst an Sie zu überwinden), möchte ich Ihnen die zwanzig größten Herrlichkeiten Mariens vorstellen. Unsere Herrin Selbst hat mich bei deren Auswahl geleitet. Die Absicht dieser kurzen Erörterung ist folgende: Ihnen eine etwas tieferes Wissen vom Wesen Mariens zu vermitteln und Sie dazu anzuregen, die unerschöpfliche, vollkommene Liebe und die unvergleichliche Macht Mariens zu preisen und uneingeschränkt an Sie zu glauben. Ein Wesen, das mit der Liebe und der Macht von Gott Selbst bekleidet ist, kann die größte Wunder wirken. Das größte der Wunder ist die totale Umwandlung und Heiligung unserer eigenen Seele. Maria kann dies (Macht) und will dies (Liebe). Lassen Sie zu, dass Sie Selbst all Ihren Widerstand bricht, und gehören Sie Ihr.

Sehen Sie jetzt, weshalb Sie es würdig ist, dass Sie Ihrem Besitz und Eigentum werden:

1. Unbefleckte Empfängnis

Maria ist die einzige Seele in der ganzen Geschichte der Menschheit, die unbefleckt empfangen worden ist. Dies heiβt, dass Gott Ihre Seele so erschaffen hat, dass Sie vollkommen frei war von den Spuren der Erbsünde. Dadurch ist Maria als einziger Mensch der Notwendigkeit der Erlösung entzogen worden. Dies rührt daher, dass Sie als einziger Mensch bereits bei Ihrer Empfängnis (der Eingießung Ihrer Seele in den Schoß Ihrer Mutter) die Frucht der späteren Erlösungstat Jesu Christi genossen hat.

Weil die Erbsünde die Seele für alle möglichen Sünden vollkommen empfänglich macht, bedeutet dies mithin, dass Maria von Anfang an den vollreifen Keim der größten Heiligkeit in Sich getragen hat. Aus diesem Grunde allein schon ist Maria die größte Heilige aller Zeiten und kann Sie von keiner einzigen Seele jemals an Heiligkeit übertroffen werden. Wegen dieser einzigartigen Eigenschaft wird Maria schon mal eine „vergöttlichte“ Seele genannt: Sie ist ein vollendetes Spiegelbild der Herrlichkeit Gottes, weil in Ihrer Seele kein einziger Makel oder keinerlei Unreinheit zugegen ist.

Das einmalige Vorrecht der Unbefleckten Empfängnis hat der Seele  Mariens die notwendige Beschaffenheit verliehen, später den Sohn Gottes in Ihrem Schoß zu tragen. Keine andere Seele wäre dazu geeignet gewesen, denn alle anderen Seelen sind Trägerinnen der Erbsünde. Zwar bildet das Heilige Sakrament der Taufe ein Gegengewicht für die Erbsünde, aber was wohl in jeder Seele, sogar nach der Taufe, zurückbleibt, ist die Spur der Erbsünde.

Wir könnten diese Spur mit der Narbe vergleichen, die nach einer Verletzung zurück bleibt: Die Wunde selbst heilt, aber es bleibt ein Narbengewebe zurück, und dieses Gewebe behindert das völlig normale Funktionieren des gesunden Gewebes im Umfeld. So können wir auch sagen, dass die Spur der Erbsünde die Seele daran hindert, vollkommen zu funktionieren: Sie bleibt empfänglicher für die weiteren, täglichen Sünden.

Durch Ihre Unbefleckte Empfängnis hat Maria diese Behinderung niemals gekannt und hat Ihre Seele die Fähigkeit bewahrt, vollkommen so zu funktionieren, wie Gott ursprünglich den Menschen vorgesehen hat: in vollkommener Übereinstimmung mit Seinem Denken, Seinem Fühlen, Seinen Plänen und Werken. Wer ist also besser dazu geeignet als Maria, uns als unsere unbestrittene Herrin zu führen? Die Unbefleckte Empfängnis bildet das Fundament von Marias Macht, denn Gott verweigert Ihr nichts, weil Sie als einzige Menschenseele vollkommen mit Gottes Wesen, Seinen Plänen und Werken im Einklang ist.

2. Braut des Heiligen Geistes

Nach der Erbsünde entgleiste die Menschheit ganz schnell und sehr tief vom Weg, den Gott für die Seele vorgesehen hatte. Der Mensch lebte nicht mehr gemäß Gottes Plan, und Gott wollte der hinfälligen Menschheit die Gelegenheit bieten, den richtigen Weg zu Gott zurück zu finden und die schicksalshafte Auswirkung der Erbsünde zunichte zu machen. Tatsächlich: Die Erbsünde hatte allen Seelen den Weg zum Himmel versperrt.

Als Gott verfügt hatte, dass Sein Sohn auf die Welt kommen sollte, um diese Sperre für die Seelen, irgendwann das Paradies zu sehen, aufzuheben und um sie durch Seine Predigten in Gottes einzige Wahrheit zu unterrichten, erwählte Er Maria, den Göttlichen Erlöser in Ihrem Mutterschoß zu empfangen. Sie stimmte dem zu
(„Mir geschehe nach deinem Wort“)und ließ durch diese Zustimmung Ihren Schoß öffnen, damit dieser den Göttlichen Keim in Sich aufnehmen kann.

Die Eingießung des Keimes von Gottes Sohn wurde vom Heiligen Geist an Maria vollzogen. Aus diesem Grunde wird Sie die Braut des Heiligen Geistes genannt. Diese Eigenschaft hat Maria mit einer unvorstellbaren Macht bekleidet: Auf Ihr Wort hin kann Sie die Gaben und Gnaden des Heiligen Geistes in die Seelen eingießen lassen, die Sie Sich Selbst dazu auswählt. Daher besitzt Maria eine absolute Macht, aus uns Heilige zu machen, in dem Maße, in dem wir daran vollkommen mitarbeiten: Wir können unsere eigene Empfänglichkeit für die Heiligkeit durch wiederholte Unvollkommenheiten in der Anwendung der Tugend und in der Hingabe an Maria verringern.

3. Mutter des Messias

Gott sollte also Seinen eigenen Sohn in die Welt schicken, um die hinfällige Menschheit vor dem ewigen Tod zu erretten (vor dem ewigen Untergang aufgrund der Unfähigkeit, in den Himmel hineinzugehen). Der Messias (der Gesandte und Gesalbte Gottes) musste in einer Menschengestalt auf die Welt kommen. So hatte Gott es verfügt, denn die Erlösung der Menschenseelen musste allumfassend und vollkommen sein, und das konnte nur der Fall sein, indem Er den Messias als einen Neugeborenen mit allen dazugehörigen Schwächen und in einem Körper, der Opfer aller normalen menschlichen Bedürfnisse sein sollte, erscheinen ließ. Nur so sollte Christus alle Aspekte des menschlichen Lebens heiligen können, indem Er die Verdienste Seiner eigenen aufgeopferten Leiden damit verband.

Maria sollte die Mutter werden. Dazu hat Sie das einmalige Vorrecht der Unbefleckten Empfängnis erhalten, hat Sie Ihr Ja-Wort gegeben (die Versicherung Gott gegenüber, dass Sie diese Mutterschaft wollte, denn Ihr war klar, dass es Ihr unvergleichlich große Schmerzen und Entbehrungen einbringen sollte) und hat Sie Ihre Seele, Ihr Herz, Ihren Geist und Ihrem Leib makellos rein und vollkommen frei von Sünden bewahrt. Also wurde Sie die hoch auserkorene Mutter des Messias.

Diese Eigenschaft hat Sie noch mächtiger gemacht: Der Ewige Vater hat Ihr unermessliche Gnaden geschenkt. Der Heilige Geist hat Ihr die Göttliche Saat eingegossen und der Sohn Selbst hat neun Monate Ihren Schoß als Seine Wohnung angenommen und Sich anschlieβend gewürdigt, von Ihr als Kind genährt, erzogen und geführt zu werden.

Welche Macht genießt die Frau, sie so sehr von Gott begnadet wird, dass Sie der Erbsünde entzogen wird und anschlieβend dem Sohn Gottes mit Ihrer Muttermilch ernähren darf, Ihn als Kind erziehen und Ihm Befehle erteilen darf, und vor allem von Ihm vollkommen gehorcht wird, bis Er  Seine öffentliche Mission für Gottes Reich angetreten hat. Wie könnte Gott es gutheißen, dass wir misstrauisch sind gegenüber der totalen Hingabe von uns selbst an Maria, während Er Selbst Ihr Seinen Göttlichen Sohn anvertraut hat?

4. Ewig währende Jungfrau

Maria war vollkommen sündenfrei und folglich vollkommen rein. Reinheit ist die Eigenschaft, durch welche die Seele das Vermögen besitzt, Gottes Licht vollkommen widerzuspiegeln oder es vollkommen an andere Seelen weiterzuleiten. Vollkommene Reinheit bedeutet, dass die Seele auf andere Seelen eine Ausstrahlung hat, die diese anderen Seelen an Gott Selbst erinnert. Nur Maria besaß diese Eigenschaft in derart vollkommener Form, dass Sie „Spiegel Gottes“ genannt wird.

Sogar das Empfangen eines Kindes in Ihrem Schoß erfolgte, ohne dass Sie vom Gleichnis Gottes abwich: Sie wurde Mutter ohne Vermittlung eines anderen Menschen. Dadurch hat Maria noch ein anderes einmaliges Vorrecht genossen: jenes der ewigen Jungfräulichkeit. Diese Eigenschaft war notwendig, damit niemals über die Herkunft des Kindes in Ihrem Schoß irgendein Zweifel aufkommen kann: Nur wenn Maria niemals körperliche Gemeinschaft mit einem Mann hatte, konnte mit Sicherheit angenommen werden, dass Ihr Kind nicht menschlichen Ursprungs war.

Sie ist auch nach der Geburt des Messias Jungfrau geblieben. Sie hat dieses außergewöhnliche Vorrecht also unversehrt bewahrt und hat nie gewollt, dass Ihr allerheiligster Schoβ durch irgendeine menschliche Intimität entweiht wird. Dieser Verdienst hat noch zu der beispiellosen Macht der Allerheiligsten Jungfrau beigetragen. Wie kann ein Mensch vollkommener werden als dadurch, dass er ein Leben lang vom Weltlichen Abstand hält, um vollkommen auf das Göttliche gerichtet zu leben? Es ist ein Göttliches Gesetz, das ein Wesen, das so total auf Gott gerichtet ist, von Ihm mit Seinen Eigenschaften bekleidet wird.

5. Mutter der Schmerzen

Indem Sie in Gottes Ersuchen, die Mutter des Mensch gewordenen Messias zu sein, eingewilligt hat, hat Maria ebenso zugestimmt, ein Leben totaler Selbstaufopferung zu führen. Der Erlöser musste ein Leben erlösender Leiden führen. Es ist selbstverständlich, dass Maria als Seine Mutter daran teilhaben sollte. Ihr unermessliches Leiden während der Passion Jesu war nur ein Teil eines Lebens ungekannter Schmerzen.

Was zum Beispiel nicht aus dem Evangelium hervorgeht, sind die zahllosen Strapazen und Entbehrungen des Herumziehens durch das Heilige Land, die auch Maria wiederholt ertragen hat, ebenso wie Ihre fortwährenden Schmerzen und Bedrängnisse aufgrund der Feindseligkeit, die Jesus aus vielen Ecken erleiden musste, und Ihr Lebensauftrag, im eigenen Körper und Herzen Sünden von Seelen abzubüßen und Leiden tragen zu helfen. Die Eigenschaft des Mittragens von Schmerzen am eigenen Körper ist während der Passion Jesu deutlich geworden: Sie empfand das Leiden Jesu in Ihrem eigenen Körper und Herzen mit.

Die unvergleichlichen Verdienste, die Maria aufgrund zahlloser Schmerzen gesammelt hat, haben in hohem Maße zu Ihrer Macht beigetragen: Die Seele, die ein Leben in vollkommener Übereinstimmung mit Gottes Erwartungen führt, erwirbt sich einen großen Einfluss auf das Herz Gottes. Maria wurde dieser Bedingung gerecht wie keine andere Seele, die je auf Erden gelebt hat, durch Ihre Vollkommenheit in der Liebe und in der Annahme aller Leiden, bis einschließlich der Annahme des grauenvollen Leidens und des Kreuzestodes Ihres Sohnes.

6. Miterlöserin

Diese Eigenschaft oder Funktion Mariens hängt mit der vorigen eng zusammen. Jesus ist nur aus einem einzigen Grund in die Welt gesandt worden, um dort während 33 Jahren als Mensch zu leben, und zwar, um die Menschenseelen aus den Ketten zu erlösen, welche sie hindern, in den Himmel hineinzugehen. (Eine gefesselte Seele ist eine Seele, die von der Sünde gefangen ist.) Er sollte dies durch Sein Leiden und Seinen Kreuzestod tun, und indem Er die Ewige Wahrheit predigte, denn auch die Kenntnis der Wahrheit (Gottes Gesetz) befreit.

Maria als Mutter des Erlösers war dadurch automatisch zu einer Schlüsselrolle innerhalb dieses großen Erlösungsplanes berufen worden. Maria war die Wiege des Kreuzes: Durch Ihre Annahme der Göttlichen Mutterschaft hat Sie letztendlich das Erlösungsopfer Jesu möglich gemacht. Sie ist immer im Herzen vollkommen eins mit Jesus gewesen. Sie war die einzige Menschenseele, die vollkommen Gottes Plänen entsprechend lebte und dadurch in außergewöhnlichem Maße an Gottes Eigenschaften und Gnaden Anteil hatte. (Dies ist die Bedeutung der Anrufung, bei der Maria in dem Gegrüßet seist Du Maria „voll der Gnade“ genannt wird.) Und Gott hat Ihr unzählige Vorrechte geschenkt, unter anderem ein übermäßig tiefgehendes Wissen von den Göttlichen Mysterien, also auch des Erlösungsmysteriums. Maria war daher vollkommen geeignet gemeinsam mit Jesus, wie aus einem einzigen Herzen die Menschheit zu erlösen.

Das große Opfer der Passion wurde von Maria sehr intensiv mitempfunden: Sie spürte die Schmerzen ebenso wie die körperlichen Schmerzen Jesu auch am eigenen Körper, aufgrund eines Mysteriums geteilten Leidens (zwei Seelen, die gemeinsam Opfer vollbringen, wegen einem von Gott geführten Hinüberfließen von Leiden zwischen Ihren beiden Körpern und Herzen). Maria wird daher mit Recht die Miterlöserin der Menschheit genannt.

Dieses Geheimnis ist von Gott so verfügt, weil die Menschheit nicht nur von Gott (Jesus Christus) erlöst werden konnte: Jede Befreiung von Seelen ist nach Gottes Gesetz nur möglich, wenn mindestens eine Menschenseele in das dazu nötige Opfer einbezogen wird. Sogar in den Fällen, in denen durch ein Wunder eine große Bekehrung zustande kommt (also bei unmittelbarem Göttlichen Einschreiten), liegen normalerweise Gebete und Aufopferungen anderer Seelen diesem Einschreiten zugrunde.

Im Falle des außergewöhnlichen Opfers der Erlösung der ganzen Menschheit war nur Maria geeignet, daran Teil zu haben, weil dieses Opfer durch die Gottheit Christi und der Vollkommensten der Menschenseelen, Maria, geteilt werden musste. Es ist von größter Wichtigkeit, dass Maria offiziell als Miterlöserin anerkannt und von allen Seelen als solche angenommen wird, damit Sie Ihre unbeschreibliche Macht als Königin der letzten Zeiten in Fülle für die Vollendung der völligen Befreiung der Menschheit ausüben kann.

Bedenken wir, dass Maria nicht nur die Wiege des Kreuzes (und folglich der Erlösung) war, sondern genau dadurch auch die Wiege der Erlösung in unserer eigenen Seele ist, die sich auch an erster Stelle durch die Verdienste unserer eigenen täglichen Kreuze vollzieht. Preisen und danken wir Maria, denn Sie hat Ihr Leben für uns aufgeopfert, genau wie Jesus es getan hat.

7. Mutter aller Menschen

Maria ist auf Golgotha, beim Kreuze Jesu, von Ihm zur Mutter aller Menschen gemacht worden.
(„Frau, siehe, Dein Sohn! Sohn, siehe, deine Mutter!“)Dies ist eines der größten Geschenke Gottes an die Menschheit gewesen. Alle Menschen aller Zeiten sind damals von dem sterbenden Gott-Menschen unter die Obhut Mariens gestellt worden, die für ewig Mutter aller Menschen werden sollte.

Eine Mutter ist innerhalb einer Familie die erste Erzieherin, diejenige, welche die Sorge für die täglichen Nöte der Kinder trägt, diejenige, welche die Kinder dasjenige lehrt, was sie brauchen, um in das Leben hinein zu gehen. Dies alles und viel mehr tut Maria für uns, wenn wir Ihr die Gelegenheit bieten, wirklich unsere Mutter zu sein. Als Mutter hat Sie auch eine bevorrechtigte Macht über uns, denn eine Mutter bestimmt viele Faktoren des Lebenslaufes und des Gepäcks auf dem Lebensweg ihrer Kinder.

Unsere Einstellung Maria gegenüber als total an Sie geweihte Seele und in Ihrer Eigenschaft als Mutter muss jene eines hilflosen Kindes sein, das für Nahrung, Kleidung, Reinigung und das Lernen der wichtigsten Wörter total von der Mutter abhängig ist. Maria tut dies alles für unsere Seele: Sie kann uns nähren mit Ihrer Begleitung, uns kleiden mit Ihren eigenen Tugenden, uns waschen, wenn wir herumgeirrt sind und unsere Seele beschmutzt haben, und uns in Gottes Wahrheit unterrichten, damit unsere Worte auch Worte des ewigen Lebens für uns selbst und unseren Mitmenschen sind.

Maria will uns ab unserem allerersten Akt der Weihe an Sie mit Ihrer Muttermilch nähren: Sie gibt uns Sich Selbst zu trinken, Sie drückt uns bildlich an Ihre Brust, damit wir auf Ihren Herzschlag hören lernen und es zu unserer größten Freude werden lassen, feststellen zu können, dass Ihr Mutterherz erfreut ist, wenn wir Ihr folgen, und bedrückt ist, wenn wir Ihren Belehrungen zuwider handeln. Wenn wir von Ihrer Muttermilch trinken, nehmen wir Ihre Heiligkeit in uns auf.

8. Königin von Himmel und Erden

Als Maria nach einem Leben unvergleichlicher Verdienste von Gott zu Sich gerufen wurde, wurde Sie mit Seele und Körper in den Himmel aufgenommen. Hiermit erbrachte Gott den Beweis von Marias übermenschlicher Reinheit und beispielloser Heiligkeit: Der menschliche Körper ist die Verbindung der Seele mit der Erde, der Welt, also dem Gebiet aller Unreinheit. Durch Ihre Aufnahme mit Körper und Seele in den Himmel hat Gott Selbst Maria eine außerordentliche Verherrlichung geschenkt.

Bei Ihrer Ankunft im Himmel warfen sich alle Engel und Heilige zu Ihren Füßen nieder, denn Gott hatte Ihre Krönung zur Königin von Himmel und Erden vorgesehen. Marias Schönheit war blendend und einmalig, weil sowohl Ihre Seele als auch Ihr Körper so vollkommen rein waren, dass Sie das Licht Gottes in seiner Ganzheit durch Sich hindurch weiter strahlte, sodass von Ihr eine Glut ausging, die jene der Sonne im unendlichen Maße übertraf. Gott krönte Sie zur Königin über alles, Er legte alles unter Ihre Füße und gab Ihr eine ewig dauernde Macht über alles.

Eigentlich war Maria für alle Zeiten  dazu vorherbestimmt: Noch bevor der Mensch erschaffen wurde, hatte Gott den Keim Mariens in Seinen Gedanken und stellte Er diese den Engeln vor mit den Worten, dass diese Frau ihre Herrin für alle Zeiten sein soll, da Sie als Mensch an der Ausführung eines großen Mysteriums Teil haben würde. Luzifer (der später Satan genannt wurde), der damals der Anführer der Engel war, rief daraufhin aus, dass er niemals dulden würde, dass eine Frau in Menschengestalt seine Herrin werden sollte, da er (Luzifer) der Größte wäre. Niemals würde er die Herrschaft dieser Frau über ihn zulassen. Er bekam viele Anhänger unter den Engeln.

Weil diese Scharen von Engeln diese große Anordnung Gottes nicht angenommen hatten, wurden sie von den anderen Engeln unter der Führung des Erzengels Michael (damals noch der Zweite im Range nach Luzifer) aus dem Himmel verstoßen. Künftighin sollten sie „die gefallenen Engel“ (Teufel) genannt werden.

Maria ist für ewig die Herrin der Engel geworden und macht von den Diensten dieser unzähligen Geister Gebrauch, um Ihre Werke mit den Menschenseelen zu vollbringen. Der bedingungslose Dienst der Engel im blinden Gehorsam Maria gegenüber trägt zu der konkreten Ausübung Ihrer unvergleichbaren Macht bei.

9. Tor des Himmels

Maria ist von Gott von Anfang an vorherbestimmt, die offene Tür zum Paradies zu sein. Er hat Seinen Sohn durch Maria zur Welt kommen lassen und Er hat die totale Weihe an Maria vorgesehen als den goldenen Weg für die Seelen, zu Ihm zurückzukehren. Es gibt keinen sichereren Weg zur ewigen Glückseligkeit als jener der totalen Marienweihe. Uns völlig, bedingungslos und für ewig Maria weihen, ist das Folgen eines Weges, der uns gleichsam an das Himmelstor bringt. Dieses Tor ist Maria. Die strikte praktische Anwendung der totalen Weihe an Maria bedeutet, unser Leben mit Ihr zu führen und unseren Lebensweg an Ihrer Hand zurückzulegen.

Die Vollendung unseres Weges ist wie das Gehen durch ein Tor hindurch, was im Grunde genommen bedeutet, dass wir in diesem Augenblick gleichsam die Fülle Mariens erfahren dürfen. Wir treten dann für immer in Ihr Herz hinein. In jenem Augenblick sehen wir bereits die ersten Landschaften des Himmelreiches. Maria erschließt für uns Schritt für Schritt die Freuden und Seligkeiten, die uns tiefer in das wahre Leben vordringen lassen. Je inniger wir mit Ihr leben, desto mehr werden die Düfte des Paradieses zu uns vordringen.

Bedenken wir, welche Macht Maria auch in dieser Eigenschaft in Ihren Händen trägt: Ihr ist gleichsam der Schlüssel zum Tor zu unserer ewigen Glückseligkeit gegeben worden. Je inbrünstiger wir den Unterrichtungen folgen, die Sie in unser Herz legt, desto mehr entzünden wir in Ihrem Herzen das Feuer der Sehnsucht, den Schlüssel für uns in das Schloss zu stecken. Sie kann uns bereits während unseres Lebens auf Erden einen Vorgeschmack dieser Gnade geben, indem Sie in bestimmten Augenblicken für kurze Zeit das Himmelstor einen Spalt öffnet und uns Gefühle tiefen Friedens und tiefer Ruhe schenkt. Jeder Augenblick, in dem wir plötzlich (manchmal nur ganz kurz) von einem wahren Frieden im Herzen und einem stillen Glück über unseren Lebensweg im Dienste von Maria ergriffen werden, ist die Frucht eines Blickes in das Paradies, der dem Tiefsten unserer Seele vergönnt ist.

Alles auf der Erde ist dem Himmlischen unterworfen. Daher kann es uns nicht erstaunen, dass Diejenige, Die Macht über das Öffnen des Himmelstores hat, umso mehr Macht über alles weltliche hat, wenn es Ihr ermöglicht wird, diese Macht wirklich auszuüben.

10. Mittlerin aller Gnaden

Eines der vielen Fundamente der Macht, womit Maria von Gott bekleidet worden ist, verbirgt sich in Ihrer Eigenschaft als Mittlerin aller Gnaden. Gnaden sind Gaben, die Gott schenkt, in der Absicht, das Leben des Menschen auf Erden möglich oder fruchtbarer zu machen. Maria hat von Gott den Schlüssel zur Schatzkammer Seiner Gnaden erhalten. Dies bedeutet, dass Sie die totale Verfügungsgewalt über den Gebrauch dieser Schätze besitzt: Sie bestimmt, welche Seele welche Gnaden bekommt, in welcher Form, wann, wie, wie viel und für wie lange. Dies gibt Ihr eine einmalige Macht über unser Leben.

Macht ist die Fähigkeit, das Verhalten anderer zu beeinflussen, sodass diese bestimmte Dinge anders tun müssen, als sie es aus sich heraus wollen, und sie ihr Verhalten dem Willen desjenigen, der Macht ausübt, anpassen müssen. Macht ist auch die Fähigkeit, wodurch das Schicksal anderer als auch die Entscheidungen, die sie treffen, auf die eine oder andere Weise durch den Willen desjenigen beeinflusst werden, der Macht ausübt.

Vor allem diese letzten Punkte finden auf Maria Anwendung. Durch Ihre Verfügungsgewalt über Gottes Gnaden kann Maria in hohem Maße unser Verhalten und den Verlauf unseres Lebens bestimmen. Dies gilt vor allem für die Seele, die sich Ihr total weiht. Totale Weihe an Maria bedeutet, Sie als die einzige Herrin unseres Lebens und unseres Wesens anzuerkennen. In diesem Fall kann Sie Ihre Macht über uns uneingeschränkt ausüben.

11. Fürsprecherin bei Gott

Gott hat Maria so vollkommen gemacht und Sie ist diesem einmaligen Vorrecht strikt durch ein Leben unvergleichlicher Verdienste in einem solchen Maβe gerecht geworden, dass jedes Wort, das aus Ihrem Munde kommt, eine uneingeschränkte Macht auf Gottes Herz besitzt. Fürsprache ist die Handlung durch welche eine Seele (auch wir selbst können dies tun), bei Gott zu Gunsten einer anderen Seele spricht, sodass die Sünden, Fehler oder Nachlässigkeiten dieser anderen Seele ganz oder zum Teil wieder gutgemacht werden.

Gott kann Sich durch Fürsprache anregen lassen, Sein Urteil über eine Seele zu mäβigen, nicht weil Sein Urteil ungerecht gewesen wäre (denn Seine Urteile sind unfehlbar und folglich über jegliche Kritik erhaben), sondern weil Er milde gestimmt werden kann, wenn eine Seele für eine andere Seele eintritt: Dies ist eine Äußerung der Nächstenliebe, und Liebe in all ihren Formen ist die einzige Kraft, die Gott zu all Seinen Handlungen, Worten und Entscheidungen bewegt. Sünden können durch die Macht der Liebe wieder gutgemacht werden. Liebe kann auf viele Weisen bezeugt werden (stellvertretende Leiden, Aufopfern eigener Leiden, Weihe, Gebet, Entsagungen, Sühneakte, Aufopferungen, auch Fürsprache).

Keine einzige Menschenseele hat jemals eine größere Fähigkeit besessen als Maria, bedingungslos und inbrünstig zu lieben. Genau daher ist Sie imstande, Gottes Urteile zu mildern, und haben unzählige Seelen, die aufgrund ihrer schweren Sündenlast eine ewige Verdammung durch Gottes Gerechtigkeit verdienen würden, Ihr zu verdanken, dass ihre gerechtfertigte Strafe in eine Versöhnungsperiode im Fegefeuer umgewandelt wird. Somit besitzt Maria eine unvorstellbare Macht, das ewige Schicksal von Seelen zu beeinflussen. Bereits aus diesem einzigen Grunde ist die Menschheit Ihr gegenüber tief verschuldet. Dennoch wird Maria dafür wenig gedankt.

12. Schrecken der Teufel

Maria ist eine Quelle der Angst für den Teufel und sein Gefolge von dem Augenblick an, an dem Sie von Gott allen Engeln als ihre Herrin für alle Zeiten vorgestellt worden ist (siehe Punkt 8 oben). Als den versammelten Engeln dieser Göttliche Erlass über die Herrschaft Mariens offenbart wurde, wurden die Engel, die dem zustimmten, mit Freude erfüllt, und wurden die Engel, die dem nicht zustimmten, mit Hass gegen Maria erfüllt, aber auch mit Angst vor Ihr, weil sie erkennen mussten, dass Sie eine unbesiegbare Macht über sie bekommen würde.

Während Ihres Lebens auf Erden hat Maria sie (die gefallenen Engel, also die Teufel) durch ein Leben unvergleichlicher Heiligkeit bis zum Äußersten gedemütigt. Seit Ihrer Verherrlichung im Himmel tut Sie dies noch mehr. Wenn die Seelen erkennen sollten, wie sehr die Teufel beim Hören des allerheiligsten Namen „Maria“ vor Angst zittern, würden sie ein vollkommenes Vertrauen zu Ihr haben und würden sie sich selbst viel weniger gehemmt Ihr in einer totalen Weihe hingeben.

Was der Mensch um sich herum sieht, sind an erster Stelle alles Äußerungen der Macht Satans und seines Gefolges. Was er in der Regel kaum bemerkt (weil die meisten Seelen dafür keine Offenheit besitzen), sind die zahllosen Äußerungen der unendlich größeren Macht Mariens, die wahre Herrin der Göttlichen Vorsehung für diejenigen, die Ihr die Gelegenheit bieten, tatsächlich in ihr Leben einzuschreiten und alle Maβnahmen zu ergreifen, die ihnen ein Leben von Heil und Segen gewährleisten können.

Die Macht des Teufels ist bis zu der Grenze eingeschränkt, die wir selbst ihm setzen durch unsere Entschlossenheit, unsere Seele in Heiligkeit wachsen zu lassen, und durch unsere inbrünstigen Bitten zu Maria um Kraft und Schutz gegen die Einflüsse der Welt. Die Macht Mariens hingegen hat keinerlei Grenze. Sie besitzt die Macht von Gott Selbst und Sie kann diese in dem Maße total ausüben, in dem wir Sie über uns selbst und unser ganzes Wesen herrschen und regieren lassen. Geben wir Maria die Gelegenheit, tatsächlich unsere Herrin zu sein, und Sie wird Satan in unserer eigenen Seele und in unserem Leben unter Ihre Füße legen. In uns selbst kann er für immer gedemütigt werden, und zwar durch Jene, Die dazu alle Macht hat.

13. Tabernakel der Allerheiligsten Dreifaltigkeit

Ein Tabernakel ist ein sakraler Aufenthaltsort, in dem die Gottheit wohnt. Maria ist ein lebender Tabernakel geworden: Sie trug von Anfang an die reichste Verschiedenheit an Saat des Ewigen Vaters in Sich, wurde vom Heiligen Geist total erfüllt und trug neun Monate lang Gottes Sohn in Ihrem Schoβ. Weiterhin trägt Sie für die Ewigkeit das Herz und die Gottheit Jesu in Ihrem eigenen Herzen und ist Sie für die Ewigkeit vollkommen mit dem Heiligen Geist verbunden. Maria wird der Sitz der Weisheit genannt, weil Sie den Heiligen Geist immer und überall mit Sich trägt.

So ist Maria mit Seele und Körper Tabernakel des Dreifaltigen Gottes, was konkret bedeutet, dass Sie vollkommen und bis in alle Tiefen Ihres Wesens geheiligt ist. Auch darum wird gesagt, dass Maria „vergöttlicht“ ist, denn Ihr ganzes Wesen ist von der Gottheit durchdrungen. Aufgrund dieses Vorrechtes ist in Maria das Göttliche und das Menschliche im Grunde genommen unzertrennlich: Wenn wir dem Wasser Milch hinzufügen, wie können wir dann diese beiden noch voneinander trennen?

14. Brücke zwischen Himmel und Erden

Maria ist vorherbestimmt, Brücke zwischen Himmel und Erden, Verbindung zwischen Gott und den Seelen zu sein. Eine Brücke ist ein Bauwerk, das dazu bestimmt ist, eine Verbindung herzustellen, zum Beispiel zwischen zwei Ufern eines Flusses. Der Fluss bildet gleichsam eine Kluft, die den zügigen Übergang von dem einen Landstreifen zu dem anderen unmöglich macht (es sei denn in einer abweichenden Weise, d.h. nicht zu Fuß oder im Wagen oder im Zug, sondern schwimmend oder im Boot durch das Wasser). Die Brücke ist also eine Verbindung, die wir nur schwer umgehen können, es sei denn, wir sind zu einer zusätzlichen Anstrengung bereit.

So lässt Gott erkennen, dass Maria kaum zu umgehen ist, wenn sich eine Seele für den Himmel entscheidet, oder sich mit dem Himmel in Verbindung setzen möchte. Dies bedeutet, dass Maria uns sehr behilflich sein kann, unsere Gebete im reinen Zustand vor Gott zu bringen, damit uns der Übergang zur ewigen Glückseligkeit erleichtert wird, und auβerdem Gottes Inspirationen in unser Herz zu übertragen. Maria ist wie keine andere geeignet, uns sicher zu Gott zu führen. Ihre Macht ergibt sich hier somit aus Ihrer über alles erhabenen und bevorrechtigten Position. Sie ist so gut wie unentbehrlich für jede Seele, die mit Gott kommunizieren möchte oder ihren Übergang zur ewigen Glückseligkeit sicher stellen will, ebenso wie für jede Seele, die ihre auf Erden erworbenen Verdienste für das Spenden der Göttlichen Gnaden über die Seelen zunutze machen will.

Dies bedeutet nicht, dass wir nicht beten können, ohne Maria anzurufen, aber wohl, dass die Zweckmäβigkeit unserer ganzen Kommunikation mit Gott in hohem Maße erhöht wird, wenn wir Maria einbeziehen (dass wir durch Ihr Herz hindurch zu Gott gehen, wie über eine Brücke, die es uns erspart, durch das Wasser hindurch waten oder schwimmen zu müssen). Dadurch dass Gott den Seelen Maria wie einen Spiegel Seiner Macht und als das Vorbild der absolut verherrlichten Menschheit vorhält, tritt Ihre Eigenschaft als Brücke zwischen Himmel und Erden noch deutlicher zu Tage: Es ist, als ob Sie Sich mit ausgestreckten Armen vom Himmel aus zur Erde beugt, uns zu helfen diese Kluft zwischen beiden, die wir aus eigener Kraft nicht überwinden können, zu überbrücken.

15. Mutter der Immerwährenden Hilfe

Marias einmalige Macht erhebt Sie zur geeignetsten Helferin in allen unseren Bedürfnissen. Sie unterstützt alle Ihre Kinder (d.h. alle Menschenseelen) ihr ganzes Leben lang, allerdings wird Ihre Hilfe nur in dem Maße fruchtbar, in dem diese Hilfe wirklich gewünscht und angenommen wird. Hilfe wird nicht aufgedrängt, sie wird erst gegeben, wenn wir darum bitten.

Daher genießen alle an Maria geweihten Seelen die volle Wirkung Ihrer immerwährenden Hilfe: Für jene, die Ihr vollkommen geweiht sind und ihre Weihe in allen Aspekten ihres täglichen Lebens wirklich anwenden, ist Maria ununterbrochen die große Hilfe auf ihrem Lebensweg. Von wirklicher Weihe ist erst die Rede, wenn wir Maria in jede Einzelheit unseres Lebens einbeziehen.

Marias Macht als Mutter der Immerwährenden Hilfe beruht auf Ihrer Fähigkeit, allen Menschen, die Ihre Hilfe erflehen, gleichzeitig beizustehen und dies in einer unüberbietbaren Weise zu tun. Sie ist auch die Einzige, die vollkommenen und uneingeschränkten Zugang zu den verborgenen Tiefen aller Seelen hat. Gerade aus diesem Grunde ist Sie die Einzige, die uns in allen Aspekten unseres Lebens (auch unseres inneren Lebens) führen und helfen kann. Es gibt keinen einzigen Bereich unseres Lebens, in dem Maria nicht die vollkommene Hilfe bieten könnte, denn alle Macht und Weisheit sind Ihr in die Hände gegeben worden. Sie kann alles, Sie weiß alles und Sie ist zu allem bereit, wenn es Gottes Plan entspricht.

16. Königin des Friedens  

Maria ist von Gott zur Königin über alles gemacht worden. Sie ist auch die Königin des Friedens und zwar in vielerlei Hinsichten. Maria ist lebendige Liebe. Wo Sie Ihr Wirken entfaltet, können Krieg, Uneinigkeit oder Streit nicht mehr blühen. Sie ist aber an erster Stelle die Herrscherin über die Herzen, die diese Herrschaft annehmen.

Ein Herz, das von Ihr betreten wird, wird zu einer Burg inneren Friedens umgewandelt. Der wahre Friede des Herzens ist das Fundament eines Herzens, das von Maria zu einem Bauwerk der Heiligkeit geknetet wird. Diejenige, die die Macht besitzt, den wahren Frieden, den Frieden Christi in die Herzen zu legen, besitzt dadurch die Macht, diese Herzen immer für die unterschiedlichsten Versuchungen unempfindlicher zu machen.

Diese Fähigkeit bildet dadurch eine der vielen Waffen, womit Maria Satan zu Ihren Füßen auf die Knie zwingen kann. Indem Sie Menschenherzen mit dem wahren inneren Frieden befruchtet, besiegt Sie den Teufel in diesen Herzen. So legt Sie die Keime für das Reich von Gottes Frieden und Liebe auf Erden. In dem Maße, wie der wahre Frieden des Herzens mehr Seelen beherrschen kann, kann alle Uneinigkeit, aller Streit und Krieg aus der Welt vertrieben werden. Dadurch wird Satan viel Wind aus den Segeln genommen, denn er ist derjenige, der die Menschheit zugrunde zu richten versucht, indem er die Saat von Unfrieden, Unzufriedenheit, Verstimmung und Streit in die Herzen sät.

17. Trägerin der Macht Gottes

Maria ist von Gott mit Seiner Macht bekleidet worden. Sie ist vom Allerhöchsten dazu bestimmt, in allem den Menschenseelen gegenüber Seine Vertreterin, Seine Bevollmächtigte zu sein. Die Göttlichen Mysterien sind Ihr offenbart worden, Sie trägt alle Kenntnis davon. Sie hat alle Macht erhalten, alle Göttlichen Verfügungen auszuführen.

Der Dreifaltige Gott übt Seine schöpfende Macht aus durch den Ewigen Vater, die erlösende Macht durch den Sohn und die heiligende Macht durch den Heiligen Geist. Maria hat mir offenbart, dass Gott Sie als einziges Geschöpf mit Seiner Macht bekleidet hat. Als Miterlöserin hat Sie Anteil an der erlösenden Macht, und als Braut des Heiligen Geistes hat Sie Anteil an der heiligenden Macht erhalten. Die schöpfende Macht obliegt dem Ewigen Vater, jedoch insbesondere für die letzten Zeiten (die Zeiten, in denen der endgültige Sieg „der Frau“ über die Schlange (Satan) vorgesehen ist) hat Gott Maria mit der neu-schöpfenden Macht bekleidet: Sie besitzt die souveräne Macht, Leben neu zu schaffen, mit anderen Worten: die Macht zu verwandeln oder zu heilen.

Sie hat das ewig währende Recht erhalten, diese Macht auf souveräne Weise auszuüben, das heißt, eigenmächtig, nach Ihrem eigenen Willen. Dieses Vorrecht genießt Maria kraft Ihrer Unbefleckten Empfängnis und Ihrer ewigen Sündenlosigkeit. Diese beiden Eigenschaften haben das Wesen Mariens dem Idealbild entsprechen lassen, „nach Gottes Bild und Gleichnis zu sein und zu leben“: Maria ist ein Geschöpf und folglich nicht Göttlicher Natur. Gott hat Sie aber in der Ordnung der Gnade “vergöttlicht”. Dies bedeutet, dass Er Ihr das einmalige Vorrecht geschenkt hat, Seinem Wesen derart nahe zu kommen, dass Sie, obgleich Sie keinen Anteil an Seinem Göttlichen Wesen hat, dennoch mit den Zügen Seines Wesens bekleidet ist, ebenso wie mit der Macht, die mit diesen Zügen einher geht.

18. Herrin über Versuchung und Sünde

Maria ist die einzige Menschenseele, die kein einziges Mal der Macht Satans erlegen war. Ihm ist es nicht gelungen, Sie dazu zu bringen, irgendeiner Versuchung nachzugeben. Ich erinnere an die Punkte 8 und 12 in diesem Kapitel und weise hier darauf hin, dass Maria jeden Augenblick Satan in Ihrer Macht gehabt hat. Bei der Schöpfung Ihres Lebenskeimes im Herzen Gottes wurde Sie den Engeln als ihre Herrin vorgestellt. Jene, die sich dieser Herrschaft entziehen wollten, sind während des ganzen irdischen Lebens Mariens in ihren fruchtlosen Versuchen, Sie zu Fall zu bringen, von Ihr gedemütigt worden.

Jetzt erleben wir die Zeit, in der der endgültige Sieg der Frau über die teuflische Schlange in die Wege geleitet wird. Es gibt zwei Gründe wieso diese Welt völlig und ganz im Griff Satans zu sein scheint: Erstens geben die Menschenseelen massenweise und hemmungslos den zahllosen Verlockungen der modernen Gesellschaft nach, sodass Maria nicht eingreifen kann. Gottes Gesetz verordnet, dass der freie Wille des Menschen respektiert werden soll. Zweitens richtet die Schlange auch viel Schaden an weil sie sich bereits unter Marias Fuß windet: Der Teufel empfindet immer stärker Ihre uneingeschränkte Macht und versucht fruchtlos, sich dieser zu entziehen. Er windet sich in dem Maße umso mehr, wie sich mehr Seelen total Maria weihen und diese Weihe strikt in Anwendung bringen. Eine Schlange, die zappelt, schlägt mit dem Schwanz und kann dadurch noch viel Schaden zufügen.

Wegen Marias totaler Macht über alle Sünde und Versuchung kann Sie das Heilmittel gegen alle Versuchung genannt werden. Wer das Gefühl bekommt, dass eine Schwäche dabei ist, ihn auf einer Versuchung nachgeben zu lassen, kann durch Flehen zu Maria befreit werden. Sie lässt dann Ihre Macht über Satan walten und kann die versuchte Seele derart „für Sich gewinnen“, dass diese plötzlich nicht länger das Bedürfnis spürt, dem durch die Versuchung geweckten Bedürfnis nachzugeben.

Dieser verborgene Einfluss Mariens auf Menschenherzen darf zu einer der größten Äußerungen Ihrer Macht gerechnet werden, denn die Befreiung einer Seele aus einer Versuchung und dadurch ihre Bewahrung vor der Sünde, ist ein sich selbst ständig wiederholendes Wunder. So müssen wir es verstehen, wenn Maria die Zuflucht der Sünder genannt wird: Wer sich durch Versuchungen beschmutzt fühlt oder durch begangene Sünden belastet, kann Heil und Segen erwarten, wenn er zu Ihren Füßen niederkniet und sein Herz für Sie öffnet. Oft weckt Sie in dieser Seele auch die geeignete Inspiration und den erforderlichen Mut für eine gründliche Beichte.

19. Herrin aller Tugenden

Die Tugenden sind alle Eigenschaften, welche die Seele alle zusammen entwickeln muss, damit sie einen immer höheren Grad an Vollkommenheit (Heiligkeit) erreichen kann. All diese Eigenschaften, von denen jede eigentlich ein Samen ist, den Gott in unsere Seele hinterlegt hat, die aber nur in dem Maße reifen und aufkeimen kann, in dem unsere eigenen Anstrengungen die eingegossenen Gnaden uneingeschränkt benutzen, waren in Maria in absoluter Vollkommenheit zugegen. Sie ist Herrin aller Tugenden, weil Sie all diese Elemente der Vollkommenheit oder Heiligkeit der Seele bereits als Kind total beherrschte. Hätte Sie nicht die absolute Vollkommenheit besessen, so hätte Gott Sie weder zur Herrin der Engel einsetzen, noch Sie zur Königin von Himmel und Erden krönen können.

Die Eigenschaft der Herrin aller Tugenden macht Maria zu der geeignetsten unter den verherrlichten Seelen, uns auf unseren eigenen Weg zur Heiligkeit zu führen, denn dazu sind wir als Christen berufen. Wer Maria bis in alle Einzelheiten nachzufolgen versucht und Ihr in Ihrer Betreuungsarbeit auf seinem Lebensweg bedingungslos gehorcht, findet in Ihr die vollkommene Lehrerin und die vollendete Herrin. Sie besitzt alles Notwendige um unser ganzes Leben und unser ganzes Wesen zu beherrschen.

Das Wort, man solle unter Marias Mantel bleiben, bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass wir beten müssen damit Sie uns mit Ihren Tugenden bekleidet. Unter Marias Mantel hängt gleichsam die Fülle Ihres Duftes der Heiligkeit, der uns in dem Maße umso stärker durchdringen kann, wie wir Ihr näher kommen. Sobald wir Maria unseren Wunsch erkennen lassen, Sie möge Ihr Reich in uns gründen, kann Sie damit anfangen, in uns die Wunder zu vollziehen, wozu Sie alle Macht erhalten hat. Vertrauen wir Ihr, Sie ist der vollkommene Spiegel Gottes.

20. Herrin aller Seelen

Im November 2005 hat Maria damit angefangen, Sich “Myriam” gegenüber auf eine neue Weise zu offenbaren: Plötzlich nannte Sie Sich Selbst „die mächtige Herrin der Seelen“. Maria Selbst betont, dass Sie diese Eigenschaft jetzt als Ihre Eigenschaft schlechthin für die letzten Zeiten offenbart. Ich lasse Sie Selbst diese Eigenschaft an Hand von Auszügen aus Ihren Offenbarungen an mich erläutern:

“Es ist Gottes Wille, dass Ich in dieser Stunde der Menschheit als die Herrin der Seelen bekannt werde (...) Als Herrin der Seelen wird die unendliche Macht offenbart werden, die Gott Mir über die Seelen gegeben hat und wodurch Ich das Spiegelbild Gottes in den Herzen sein soll. Ich regiere die Herzen, die Mir vollkommen geweiht sind (…). Als Herrin der Seelen will Ich die Herzen für das Reich bereit machen, das Mein Sohn auf Erden gepredigt hat und dessen Standarte Er in Seinem Kreuz in der Erde gepflanzt hat. So will Ich das wirkliche Göttliche Leben in die Seelen bringen. Meine Macht wird dasjenige, was in Trümmern liegt, neu erschaffen, denn Ich bin die Brücke zwischen Himmel und Erden (…)“.

Eine Woche später offenbarte Maria weiter: „Das Wunder der Wunder, Gottes Reich auf Erden, wird kommen, wenn Menschenseelen Meine Liebe in sich zur Vollkommenheit zu bringen wissen und das Eingreifen von Gottes Willen herab bitten. Gottes Ja-Wort wird widerhallen, sobald Ich als Königin von Himmel und Erden und Herrin der Seelen die Fülle Meiner Macht auf diese Vereinigung zwischen der Liebe und Gottes Willen herab rufe. Ich bin die Frau, in Mir liegt die Frucht des Reiches und daher die Macht von dem Sieg des Lichtes.“

Noch einige Tage später: “Dich beauftrage Ich damit, die Herzen auf die Aufnahme und das Bekennen dieser Wahrheit vorzubereiten: Maria ist die souveräne Herrin der Seelen."

Noch später sprach Maria: “In der Anschauung Meiner zerschmetternden Macht als Herrin der Seelen werden auch die Ruinen verfallener Tempel sich im Sehnen nach Meiner Bewohnung aufrichten.“ (Unter “Tempel” versteht Maria die Seelen; die “Ruinen verfallener Tempel” sind Seelen, die durch Sünde, Gleichgültigkeit, Lauheit, usw. weit von dem christlichen Leben abgeirrt sind und dadurch nicht mehr die wirkliche Kraft des Lebens in sich tragen.)

Noch später offenbarte Maria: „Unter den Geschöpfen ist niemand jemals ein größerer Anstoß für die Welt und Satan gewesen als Ich. Satan hat Mich von Anfang an wegen Meiner Macht über ihn gehasst. Ich, eine Frau mit Menschenblut, wurde ihm von Gott als seine Herrin vorgestellt. Der Allerhöchste verlangte von Anfang an die totale Unterwerfung eines jeden Wesens an Mich. Er erwartet dies noch mehr in diesen Zeiten, wo sich jetzt Sein Heilsplan in allen Einzelheiten auswirkt. Ich bin die Vollstreckerin dieses Planes. Daher erwartet Gott jetzt mehr denn je, dass die streitende Kirche Mich als die Herrin der Seelen anerkennt und bekennt. Mich so zu nennen, ist dem Satan ein Gräuel. Totale Unterwerfung einer Seele an Maria macht ihn wahnsinnig vor Machtlosigkeit. Sage den Seelen, dass Ich jedes Mal, wenn sie Mich mit Liebe und der tiefsten Verehrung als „mächtige Herrin der Seelen“ anrufen, dem Teufel befehle,  sich zu Meinen Füßen nieder zu werfen.“

Noch später sprach Maria: “Der Allerhöchste verlangt in diesen Letzten Zeiten die Offenbarung der unbegrenzten und souveränen Macht Mariens, der Unbefleckten Empfängnis, als Herrin der Seelen. Er will die Macht offenbaren, die Ich über die Menschenseelen und über Satan und sein Gefolge ausübe.“

Weiter offenbarte Sie: “Gottes Gnade der Befreiung der Menschheit wartet auf Meine Anerkennung als Herrin der Seelen.“

Später: “Dadurch, dass der Allerhöchste die Anerkennung der Trägerin Seiner Göttlichen Macht in Ihrer Eigenschaft als Herrin der Seelen verlangt und dadurch, dass Er die Unterwerfung von Menschenseelen an Mich verlangt, gebe Ich in dieser Eigenschaft und durch die Ausübung der unvergleichlichen Macht, die Mir gegeben worden ist, der Menschheit die Gelegenheit, viele Schulden der Göttlichen Gerechtigkeit gegenüber abzubezahlen. Dadurch wird die Quelle der Göttlichen Liebe erschlossen werden, um in nie zuvor gesehenen Strömen auf die Menschheit niederzukommen. So wird die Menschheit diese Quelle als die wahre Quelle allen Lebens kennen lernen und sie wird verstehen müssen, dass Ich dies als Herrin der Seelen für sie erwirkt habe.“

Maria offenbarte zugleich: “Sage den Seelen, dass sie Mich als die mächtige Herrin der Seelen anerkennen und preisen sollen und anerkennen sollen, dass Meine Macht sie von Satan befreit. Der Allerhöchste verlangt, dass Ich auf souveräne Weise Meine unbesiegbare Macht über Satan zeige. Ich will, dass die Seelen vor allem Meine Macht über sie anerkennen, bevor sie die Gnade bekommen, dass Ich sie uneingeschränkt über Satan ausübe. Satan liegt für alle Jahrhunderte unter Meinen Füßen. Mein Sieg über ihn stand bereits von dem Augenblick an fest, als Gott Mich ihm als seine Königin und Herrin vorgestellt hat, während er noch ein Engel war. Aber Ich will auch die Menschenseelen zu Meinen Füßen sehen, so wie der Allerhöchste es verlangt, durch totale und gelebte Weihe an Mich. Gib Mir Seelen als Boden, worauf Ich Mein Reich als Herrin der Seelen gründen kann, damit Ich als Königin der Endzeit das Reich Gottes auf Erden ankündigen kann. Der total gedemütigte Teufel unter Meinem mächtigen Fuß und ein Heer von Dienern zu Meinen Füßen werden die Trophäen Meiner Macht sein. Dann werden die Seelen erfahren, warum Ich die Königin der Liebe genannt werde.“

Noch später sagte Maria: “Ich bin die mächtige Herrin aller Seelen, doch nur ein winzig kleiner Anteil der Seelen erkennt Mich als Herrin an. Außer Gott sind Mir alle Wesen, alle Dinge, alle Seelen, im Himmel, auf Erden und unter der Erde, unterworfen. Im Himmel werde Ich zitternd vor Ehrfurcht begrüßt und gepriesen und wird Mir mit zitternder Ehrfurcht gedient. Außer Gott liegt der ganze, unübersehbare Himmlische Hof zu Meinen Füßen. In der Hölle werde Ich verflucht und gehasst. Auf Erden werde Ich verkannt, verachtet und vernachlässigt. Viele lieben Mich, doch selten sind jene, die zu Meinen Füßen liegen.“ (Maria zielt hier deutlich auf die total an Sie geweihten Seelen ab).

Im Januar 2006 sprach Maria: “Ich bin die Herrin aller Seelen. Mir ist Macht gegeben, alles umzuwandeln, neu zu schaffen. Daher verlange Ich so sehr, dass alles Mir geweiht wird. Wenn etwas unter Meine Füße gelegt wird, verändert es sich unwiderruflich. Was mit dem Plan Gottes übereinstimmt, wird unter Meinen Füßen geheiligt. Was nicht mit dem Plan Gottes übereinstimmt, wird unter Meinen Füßen vernichtet. So habe Ich die Macht, neues Leben zu geben und dasjenige, was Leben bedroht, zu bändigen. Wenn die Seelen die Macht der Weihe an Mich begreifen würden, würden sie alles zu Meinen Füßen legen, auch sich selbst.“

An Hand dieser Auszüge aus den Offenbarungen der Herrin aller Seelen möge uns deutlich werden, mit welcher einmaligen Macht Maria für die Letzten Zeiten bekleidet ist. Seien wir uns daher dessen bewusst, dass unsere totale Weihe an Sie uns unter die Herrschaft eines Wesens stellt, dass alles in uns umwandeln kann.

SCHLUSSBETRACHTUNG

Es heiβt im Volksmund das Glück sei nicht von dieser Welt. Dies gilt insbesondere für die Seele, die fest im Weltlichen verwurzelt ist. Dennoch können wir bereits während unseres Lebens auf Erden einen Vorgeschmack des wahren Glücks erfahren. Der Schlüssel zur Schatztruhe des Glücks liegt in der totalen Weihe an Maria. Wer sich total, bedingungslos und für ewig Maria weiht und diese Weihe tatsächlich bis in alle Einzelheiten seines täglichen Lebens praktisch anwendet, wird im Kern seiner Seele spüren, dass er sein wahres Lebensziel, seine wahre Bestimmung, seine wahre Berufung gefunden hat. Diese Feststellung allein schafft bereits eine ständig wachsende Ruhe und Frieden im Herzen.

Unzählig sind die Seelen, die endlos viel Zeit auf die Suche nach dem Sinn des Lebens verwenden. Für denjenigen, der sich selbst vollkommen Maria hingegeben hat, ist die Suche zu Ende: Totale und ungeteilte Weihe an Maria ist die wahre Lebenskunst. Sie schenkt uns das wahre Glück, weil unsere Seele in dieser Lebenshaltung genau dasjenige findet, wonach sie sich immer unbewusst gesehnt hat, denn Gott hat bereits bei der Schöpfung der Seele in sie das Bedürfnis gelegt, ein Leben zu führen, das sie bereit macht, jeden Augenblick in das Herz Gottes aufgenommen zu werden. Die Lebensweise, die dieser Zielsetzung am meisten entspricht, ist jene der totalen Weihe an Maria.

Maria ist vom Allerhöchsten dazu vorbestimmt, die Königin von Himmel und Erden und die Herrin aller Seelen zu sein. Aufgrund Ihrer Herrschaft und weil Sie die vollkommene Brücke zwischen Gott und der Menschheit ist, gibt es keinen natürlicheren Weg, zu Gott zu gehen, als jenen der totalen Hingabe von uns selbst und unseres ganzen irdischen Lebensweges an Maria. Sie ist von Gott als die einzige Herrin über die Ausführung von Gottes Heilsplan für die Menschenseelen eingesetzt.

Dieser Plan bezweckt die Erlösung und Heiligung aller Seelen und die Gründung von Gottes Reich auf Erden. Aus diesem Grund ist Maria von Gott mit Seiner eigenen Macht bekleidet, sodass auch alles, was lebt, in Ihrer Macht ist. Daher hat Sie auch alle Macht über unsere Seele und unseren Körper. Dennoch erwartet Gott von uns, dass wir uns selbst aus freiem Willen Maria hingeben, denn erst dann kann Sie die Fülle Ihrer Macht anwenden, um uns derart zu bearbeiten und umzugestalten, dass wir als Bausteine im Fundament von Gottes Reich nützlich werden können.

Maria wird oft mit der Weltkugel unter Ihren Füßen dargestellt. Dies ist genau das große Symbol für Ihre absolute Macht über alles, was auf Erden lebt. Sie wird diese Macht anwenden, um die Welt von Satan zu befreien, der seit der Erbsünde die Menschheit beherrscht. So wird Sie auf Erden Ihr Reich gründen, das zugleich das Reich Gottes ist.

Wir können die ersten Früchte der Herrschaft Marien bereits während unseres Lebens auf Erden erleben, indem wir uns vor Ihr niederwerfen und Ihr gegenüber ausdrücklich das Gelübde ablegen, dass wir Ihr total gehören wollen, mit unserem ganzen Wesen, unserem ganzen Leben und all unserem Tun und Lassen. Wir werden dann gleichsam zum “Gebrauchsgegenstand” in Marias Händen, aber unser Lohn dafür im ewigen Leben ist unabschätzbar. Als vollkommen an Maria geweihte Seele tragen wir unmittelbar zur Verwirklichung von Gottes Werken bei. Nur das Maß, in dem unser Leben für Gott nützlich gewesen ist, bestimmt die Verdienste, die wir erwerben und die uns den Zutritt zur ewigen Glückseligkeit im Himmel ermöglichen.

Ein Leben äußerster Dienstbarkeit an Maria, die Herrin der Seelen, ist die Bestimmung, die Gott Selbst für alle Seelen vorgesehen hat, weil dies der Weg zur Verwirklichung Seines Heilsplans für die Seelen ist. Es ist unsere heilige Pflicht, die Seelen darauf vor zu bereiten, auch selber Diener Mariens zu werden, und es ist die heilige Pflicht aller Diener Mariens, sich bis zum Äußersten in der Erfüllung dieses oft so schweren, aber unvergleichlich schönen und heilsamen Auftrages zu unterstützen. Die wahren, vollkommen an Maria geweihten Seelen sind dazu berufen, als Fundament für die Rückkehr zur Verfassung der jungen Kirche unmittelbar nach der Himmelfahrt Jesu zu dienen: eine sehr feste Gruppe von Seelen, sprudelnd vor Begeisterung, unerschütterlichem Glauben, inbrünstiger Liebe und einer rührenden Verbundenheit, Solidarität und gegenseitiger Hilfeleistung. Diese Merkmale werden das Zeichen Mariens sein, das in die Herzen gebrannt wird.

Damit die Gründung von Gottes Reich auf Erden beschleunigt wird, ist es jetzt die höchste Zeit, dass die Seelen sich zu einer Lichtkette aneinander schließen, in vollkommener, bedingungsloser und ewig dauernder Weihe an die Allerheiligste Jungfrau Maria. Die Zahl der vollkommen an Maria geweihten Seelen muss sich vergrößern und die praktische Anwendung dieser Marienweihe muss sich wahrlich vertiefen. Dies ist der einzige Weg zur Befreiung der Menschheit aus dem verheerenden Griff Satans. Jene, die sich über die Boshaftigkeit der Welt beklagen, können dazu den ersten Beitrag leisten, indem sie Ihre Verfassung der Entmutigung nicht länger auf ihre Mitmenschen übertragen und sich im inbrünstigen Gebet, in Aufopferungsbereitschaft und Bußfertigkeit Maria total hingeben.

Legen wir Seelen und Lebenswege zu Marias Füßen nieder, damit Sie die Gelegenheit bekommt, die Fülle der Macht zu entfalten, die Ihr von Gott gegeben worden ist. Maria sehnt Sich nach inbrünstige Weihen, zur Bestätigung Ihrer Macht in den Herzen. Marias Werk in diesen Letzten Zeiten ist die Krönung des Erlösungswerkes Jesu Christi. Werfen wir uns in Demut vor Maria nieder und geben wir Ihr uns selbst als eine totale Opfergabe. Marias Füße werden die Menschheit endgültig befreien, denn so ist es von Gott für alle Zeiten verfügt worden.

Totale Weihe an Maria ist noch aus einem anderen Grund der große Schlüssel zur Schatztruhe des wahren Glückes: Marienweihe ist eine Entdeckungsreise zu dem Tiefsten unserer Seele. Keine einzige andere Lebensweise führt uns in diesem Maße zur Kenntnis unseres wahren Wesens, unserer Schwächen und dadurch der Punkte, an denen wir arbeiten müssen, damit wir unser Mensch-Sein voll und ganz entfalten können. So geht Maria vor: Sie reinigt zunächst die Tempel, in denen Sie leben und herrschen möchte. Diese Reinigung ist nur durch Bewusstwerdung von Unzulänglichkeiten, Schwächen und Anfälligkeit für Versuchungen möglich. Daher ist ein Leben totaler Weihe an Maria der ultimative Weg zu einem Seinszustand, der wirklich tiefe Befriedigung schenkt und eine beständige Gleichmütigkeit und Frieden des Herzens ermöglicht.

Gott will die Menschheit zum Stand der Heiligkeit zurückführen, die sie in Adam und Eva vor der Erbsünde besaß. Gerade aus diesem Grunde ist totale Weihe an die Allerheiligste Jungfrau Maria der königliche Weg zu Gott. Maria ist die Unbefleckte Empfängnis, Sie ist die einzige Menschenseele seit Adam und Eva, die jemals ohne die Erbsünde geboren worden ist, und Sie ist die Einzige, die Ihr Leben lang den vollkommenen Stand der Heiligkeit bewahrt hat.

Durch die totale Weihe an Maria geben wir zu erkennen, dass wir von Ihr nach Ihrem Muster, Vorbild und Gleichnis gestaltet werden wollen, was eigentlich eine Rückkehr zu dem ursprünglichen Stand der Heiligkeit bedeutet, den Gott für die Menschenseelen vorgesehen hatte. In dieser Hinsicht müssen wir die totale, bedingungslose und ewig dauernde Marienweihe, die im Leben eines jeden Tages strikt befolgt wird, als das letzte Rettungsmittel für die Seelen und für die Welt als Ganze betrachten. Die totale, intensiv gelebte Weihe an Maria ist die letzte Quelle des wahren Glückes. Dies ist auch das Wesen der Botschaft, die Maria in diesen Tagen in Ihrer Eigenschaft als „die mächtige Herrin der Seelen“ an die Menschheit in Ihren Offenbarungen an Myriam van Nazareth lehren kommt. Das Erfreuliche besteht vor allem darin, dass die Seelen von ihrer Herrin motiviert werden, bei ihrer Befreiung selbst mitzuwirken.

Leben in totaler Weihe an Maria, wenn diese Weihe strikt und inbrünstig gelebt wird, heiβt mithin in vollkommener Übereinstimmung mit dem Willen und den Plänen Gottes zu leben, denn Maria ist die einzige Seele, Die jemals vollkommen in Gottes Wohlgefallen gelebt hat. Maria setzt Sich zum Ziel, die  wahre Ihr geweihten Seelen zu heiligen. Es ist unsere heilige Pflicht, Ihr dies zu ermöglichen durch ein Leben im gewissenhaften Erstreben aller Tugenden und in totaler Selbstverleugnung für die Verwirklichung von dem groβen Plan Gottes: der Gründung Seines Reiches auf Erden.

Alles, was mit Glauben und wahrer Liebe an Maria geweiht wird, wird der Einflusssphäre Satans entzogen. Aus diesem Grunde ist nichts besser geeignet, Licht in die Welt zu bringen, als die totale Weihe aller Seelen, jedes Lebensweges, jedes Ereignisses, jeder Situation und Prüfung an Maria. Das Wirksamste ist die Weihe, die von der betreffenden Seele selbst inbrünstig gelebt wird. Der erste Akt der Weihe kann mit ebenso viel Frucht von einer anderen Seele in Gegenwart der betroffenen Seele ausgesprochen werden, aber die Verantwortung für die Anwendung und also auch für die Frucht der Weihe obliegt der geweihten Seele selbst.

Uns selbst an Maria weihen, bedeutet, Ihr den Schlüssel unseres Autos zu überreichen, sodass Sie Herrin darüber wird und Sich Selbst an das Steuer setzt, um uns dabei zu helfen, unsere Lebensreise zu bestimmen. Wir geben Ihr dann alle Macht über unsere Lebensreise. Eine Seele weihen, die nicht bei der Weihe anwesend ist, bedeutet, Maria als Verkehrsregler oder Polizistin einbeziehen: Sie fährt nicht Selbst, Sie hilft nur, bestimmte Wege für diese Seele frei zu machen.

Vergessen wir niemals, dass totale Weihe an Maria ein heiliger Bund zwischen der geweihten Seele und Maria ist. Schließen wir diesen Bund nicht leichtfertig, denn er hat weitreichende Folgen für unsere ewige Glückseligkeit und die Glückseligkeit anderer Seelen.

Man lässt ein Kind nicht geboren werden, um es nachher verhungern zu lassen. Nun denn, totale Weihe an Maria ist eine Wiedergeburt für unsere Seele, und jeden Tag wird von uns erwartet, dass wir dieses große Geschehen in uns aufs Neue bekräftigen lassen, indem wir uns intensiv danach sehnen , total und ungeteilt nur Maria zu gehören. Lassen wir nicht zu, dass unsere Wiedergeburt aus Maria sich als eine totgeborene Frucht herausstellt, oder lassen wir diese Frucht nicht geboren werden, um sie danach durch Mangel an Nahrung (praktische Anwendung der Weihe!) verkümmern zu lassen.

Einst wurde die totale Weihe an Maria Myriam auf symbolische Weise im Bild einer allein stehenden Narzisse in einem dichten Nebel gezeigt. Die Blume ist die Seele, der Himmlische Nebel ist Maria, welche die Blume total umschließt (in Ihr Herz birgt), weil die Seele Ihr gehören will. (Sie öffnet sich auf der Suche nach dem Licht.) Sobald die Seele sich vollkommen in Maria aufgehen lässt (sich zu Ihrem Besitz erklärt), sorgt Maria dafür, dass die Seele sich immer weniger für die Welt interessiert. Es ist, als ob Maria Ihr Eigentum vor dem Einfluss der Welt abschirmt und „einen Himmlischen Vorhang“ um die Seele herum legt. Der Nebel bringt Wasser des Lebens in die Blume und nährt sie mit der nichtstofflichen Kraft des Morgentaus, sodass sie vollkommen auf das Licht der Sonne (Christus) vorbereitet wird. Beachtlich ist, dass die Blume mir als eine Osterblume gezeigt wird, Symbol für die Auferstehung, also für das Ewige Leben. Die Seele, die sich total an Maria hingibt, wird von Ihr aus der Welt weggezogen, vorbereitet damit sie imstande ist, den vollen Einfluss Jesu, das Licht der Welt, in sich aufzunehmen, und wird so zum Ewigen Leben gebracht.

DAS SCHILD DER MARIENWEIHE

Totale Weihe an Maria ist ein heiliger Bund zwischen uns und der Herrin aller Seelen. Sie ist die Vollkommenheit selbst, das schwächere Glied sind wir, weil wir als Mensch für Schwächen empfindlich sind.

Wie können wir unsere Weihe absichern?

  1. Indem wir beten um eine immer größere Fähigkeit zu lieben. Wir können uns nur in dem Maße wirklich Maria hingeben, in dem wir Sie (und Maria und Jesus in unserem Mitmenschen) lieben. Inbrünstige Einheit des Herzens mit Maria ist unsere größte Gewähr für die Entwicklung einer Liebe, die uns immer weiter in die inbrünstige Anwendung der totalen Weihe treibt.

    Betrachten wir das Bild eines belebten Platzes mit Hunderten von Menschen. Wir sehen in der Menge plötzlich denjenigen, in welchen wir über alles verliebt sind. Von diesem Augenblick an sehen wir nur noch den Geliebten, alle anderen scheinen nicht mehr zu existieren. So muss unsere Verfassung Maria gegenüber sein: so tief und intensiv in Sie verliebt sein, dass trotz aller Stürme aus der Welt nur noch Ihr Bild in uns lebt. Dies ist intensive Einheit mit Maria.

    Diese Verfassung ist wie ein undurchdringlicher Schild gegen fatale Ablenkungen: Keine einzige Situation oder kein einziges Ereignis kann noch unsere Einheit mit Maria zunichte machen. Nur dann können wir soweit kommen, dass wir jeden Augenblick ausschlieβlich für Maria leben, in inbrünstiger Selbsthingabe und Weihe. Beten wir um dieses Feuer in unserem Herzen, Maria wartet, bis wir durch und durch in Sie verliebt sind, um in uns Ihre großen Wunder zu vollziehen.

    Damit wir unser Liebesfeuer schützen können, muss es Teil eines Ofens sein: Wir müssen die Flamme gegen die Winde und den Regen aus der Welt heraus beschützen. Dies bringt uns zur zweiten Absicherung:

  2. Indem wir uns gegen die Einflüsse der Welt wappnen. Jeden Tag wird die Festung unserer Weihe unzählige Male durch weltliche Einflüsse beschossen: Entmutigung, verunreinigende Einflüsse, Widerstand, unchristliche Denkmuster, Unglauben, Spott, usw. Unsere großen Waffen gegen diese Einflüsse sind die Weihe dieser Einflüsse an Maria, ständiges Gebet um ein unerschütterliches Vertrauen und einen unumstößlichen Glauben entwickeln zu können, und einen festen Willen, an Herz, Geist, Mund und Körper rein und sauber bleiben zu wollen. Ständiges Gebet bedeutet eigentlich eine ständige totale Offenheit des Herzens zu Maria hin, sodass wir im Grunde genommen alles mit Ihr gemeinsam (zusammen mit Ihr) tun. Dies sind die Wände des Ofens, der unser Liebesfeuer beschützen muss. Das Feuer und der Ofen bilden zusammen die Absicherung unserer totalen Weihe.

  3. 3. Indem wir gleichmütig sind. Beten wir darum. Gleichmut ist der Thermostat unseres Ofens. Maria hat wenig Nutzen von unserem Leben als Ihr Apostel, wenn wir uns den einen Tag ungehemmt hinzugeben versuchen und dabei unsere Fähigkeit derart verbrennen, dass wir am nächsten Tag launenhaft und unproduktiv werden. Gleichmut und Selbstbeherrschung bilden unser größtes Schild gegen unsere eigenen Leidenschaften (zügellose, gefühlsgeladene Verfassungen).



741. GRUNDAKT DER WEIHE AN MARIA

(durch Myriam van Nazareth)

Himmlische Mutter Maria,

Ich will Dir voll und ganz gehören, in allen meinen Handlungen, Worten, Gedanken, Gefühlen, Wünschen und Bestrebungen.

Hilf mir, Dir jeden Augenblick meines Lebens zu dienen in Liebe, Reinheit, Annahme, Ergebenheit und Frohmut.

Möge diese Aufopferung meines ganzen Wesens an Dich meine Seele heiligen und die Welt aus der Macht des Bösen befreien, damit das Reich Gottes auf Erden komme.



"O Mutter, das ist der selige Tod, den ich begehre: auf dem Scheiterhaufen meines eigenen Herzens zu sterben, verzehrt in den Flammen des heiligen Feuers, das Du in mir entzündet hast, mit dem Geist verwurzelt im Himmlischen Licht, das Du meinen Augen vergönnt hast zu schauen, und mit einer Seele, in der alle Saat die Du darin gestreut hast zu Blumen, die Deinen Namen tragen, aufgeschossen ist. Denn das Lamm wird all meinen Hunger gesättigt haben, das Blut Christi wird all meinen Durst gelöscht haben, das Kreuz wird durch meine ununterbrochene Umarmung eins mit mir geworden sein. Dann werde ich mit Dir den Hochzeitsbecher trinken, von dem mein Herz bereits in den Küssen gekostet hat, mit denen Du in den heiligen Augenblicken der Verzückung das Feuer in mir angefacht hast. O Heiliger Geist, komm doch, damit das Feuer dieser Sehnsucht jeden Makel aus meiner Seele wegbrennen möge, denn heilig will ich für Diejenige sein, Die mich zu Ihrem ausschließlichen Besitz und Eigentum gerufen hat." (Myriam während des inbrünstigen betrachtenden Abendgebetes, 2. November 2003)


"O Mutter, durch Deine Hände hat Gott die Saat in mich gelegt. Ich werde nicht ruhen, bis sie in meinem Herzen zu einem blühenden Obstgarten geworden ist und ich Gott üppige reife Früchte anbieten kann. Jeder leidende Mensch, den Du zu mir schickst, ist ein Geschenk Gottes. Das Leiden, das ich für diese Seele tragen darf, ist das größte Vorrecht aus den Schatzkammern des Himmels. Es ist der Ring der Vermählung, die Du immer wieder an mir vollziehst." (Myriam, unmittelbar vor der Verzückung, Abendgebet, 10. Dez. 2003)
 
MARIA: “Wenn die Seelen die Macht der Weihe an Mich begreifen würden, würden sie alles zu Meinen Füßen legen, auch sich selbst. Dann würde Ich wirklich über alles herrschen können und würde Mein Reich sich bald ausbreiten.“ (MARIA zu Myriam, Offenbarungen von „Maria, die mächtige Herrin aller Seelen“, 5. Januar 2006)

In Voluntate Dei,

Myriam, zu Diensten der Herrin aller Seelen,

Januar 2006